Karneval in Köln

Trotz Corona: Riesenandrang zum Karnevalsauftakt in Köln

Junge Menschen feiern in dem 2G Bereich um den Zülpicher Platz in Köln.

Junge Menschen feiern in dem 2G Bereich um den Zülpicher Platz in Köln.

Bild: Henning Kaiser, dpa

Junge Menschen feiern in dem 2G Bereich um den Zülpicher Platz in Köln.

Bild: Henning Kaiser, dpa

Der Auftakt der Karnevalssaison am 11.11. hat am Donnerstag trotz Corona Tausende Feiernde nach Köln gezogen. Daran gab es auch Kritik von prominenter Seite.
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dpa
11.11.2021 | Stand: 19:53 Uhr

Trotz hoher Corona-Inzidenzen ist am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet worden. In Köln, wo der elfte Elfte traditionell besonders groß begangen wird, war der Andrang enorm.

Das löste auch Kritik aus: In sozialen Medien kursierte ein Video des "Kölner Stadt-Anzeiger", das eine Menschenmenge im Hotspot Zülpicher Straße beim Countdown zeigt. "Alaaf! Heute als "Sexy Krankenschwester" auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als "Sexy Intubierte" in der Uniklinik", kommentierte der Satiriker Jan Böhmermann bei Twitter. "Lockdown Alaaf!", schrieb Comedian Oliver Pocher.

Kölner Oberbürgermeisterin verteidigt Karnevalsauftakt

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker verteidigte den Karnevalsauftakt. "Was wäre denn, wenn wir gesagt hätten: Wir machen das wie im vorigen Jahr, es wird kein Karneval gefeiert?", fragte die parteilose Politikerin. "Ich bin der festen Überzeugung, das wäre uns in diesem Jahr nicht gelungen." Die Menschen hätten sich das nicht gefallen lassen, sagte Reker. Denn mittlerweile seien die meisten geimpft.

In den Feierzonen in der Kölner Altstadt und in der Zülpicher Straße galt zudem 2G: Nur Geimpfte und Genesene hatten Zutritt. "Der Andrang ist groß, aber beherrschbar", sagte ein Sprecher der Stadt Köln. "Es ist Druck auf den Schleusen." Am Nachmittag war die Zone rund um die Zülpicher Straße voll. Vereinzelt seien Personen dort unkontrolliert in den abgesperrten Bereich gelangt, sagte ein Polizeisprecher. Ein Randalierer und ein Exhibitionist seien in Gewahrsam genommen worden.

Trotz hoher Corona-Inzidenzen ist am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet worden.
Trotz hoher Corona-Inzidenzen ist am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet worden.
Bild: Henning Kaiser, dpa

Der Sänger Peter Brings von der gleichnamigen Kölschrock-Band sagte, man habe Corona irgendwo im Kopf, aber er hoffe, dass trotzdem alles gut gehe. "Wir müssen lernen, damit zu leben. Ich glaub: Wir werden noch viel kränker, wenn wir einfach in unseren Buden sitzen bleiben", sagte Brings im WDR Fernsehen. "Da geht die Seele kaputt. Meine zumindest." Allerdings habe er den Rat: "Vielleicht dieses Jahr nur den Partner knutschen!"

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Bei den Feierlichkeiten in Köln fehlte die Hauptperson: Prinz Sven I. hatte sich kurz zuvor mit Corona infiziert. Das Dreigestirn, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau, sagte daraufhin alle Termine für die nächste Zeit ab. Stattdessen trat auf der großen Bühne in der Altstadt um 11.11 Uhr das Kinderdreigestirn auf.

Lauterbach fordert, Karnevalsveranstaltungen in Sälen abzusagen

Karl Lauterbach rief erneut dazu auf, Karnevalsveranstaltungen in Sälen abzusagen. "Ich will niemandem die Laune verderben", sagte der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte im WDR Fernsehen. Es gelte aber: "Jede Innenraum-Veranstaltung, die abgesagt wird, ist eine gute Absage, weil im Moment steigen die Fallzahlen so stark, dass auch die Geimpften gefährdet sind, geschweige denn die Ungeimpften."

Auf dem Rathausplatz in Düsseldorf verfolgten etwa 3000 Zuschauer das traditionelle Hoppeditz-Erwachen. Besonders Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU), der auf dem Balkon des Rathauses zuhörte, bekam dabei sein Fett weg. Auch gegen Impfgegner und Verschwörungstheoretiker teilte der Hoppeditz in seiner satirischen Rede aus.

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