Katholische Kirche

Ringen um Reformen – Deutsche Bischöfe besuchen den Papst

Audienz der deutschen Bischöfe bei Papst Franziskus anlässlich des Ad-limina-Besuchs in Rom. Neue Signale im Ringen um Reformen gingen von dem Treffen nicht aus.  /

Audienz der deutschen Bischöfe bei Papst Franziskus anlässlich des Ad-limina-Besuchs in Rom. Neue Signale im Ringen um Reformen gingen von dem Treffen nicht aus. /

Bild: Matthias Kopp, Deutsche Bischofskonferenz, dpa

Audienz der deutschen Bischöfe bei Papst Franziskus anlässlich des Ad-limina-Besuchs in Rom. Neue Signale im Ringen um Reformen gingen von dem Treffen nicht aus. /

Bild: Matthias Kopp, Deutsche Bischofskonferenz, dpa

Es ist kein Geheimnis, dass Papst Franziskus den Synodalen Weg, der in Teilen des deutschen Katholizismus populär ist, für einen Holzweg hält. Neue Signale gab es im Vatikan nicht.
18.11.2022 | Stand: 19:34 Uhr

Die Reise galt als entscheidende Etappe im Ringen um Reformen in der katholischen Kirche. Am Freitag ist der einwöchige Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe im Vatikan zu Ende gegangen. Von Spannung soll bei den Sitzungen in Rom nichts zu spüren gewesen sein. Teilnehmer berichten von einer "herzlichen" Atmosphäre. Fast so, als hätte es in der Vergangenheit keine Konflikte zwischen Rom und den deutschen Bischöfen mit ihrem Reformprojekt "Synodaler Weg" über die Rolle von Laien, Frauen, über Sexualmoral oder Zölibat gegeben.

Mehrfach hatten der Vatikan, aber auch Papst Franziskus den deutschen Sonderweg gebremst. Zum Abschluss des in regelmäßigen Abständen stattfindenden Ad-Limina-Besuches gab es ein Gipfeltreffen zum Thema. Es ging darum, wie und ob der deutsche Sonderweg in den weltweiten Prozess eingegliedert werden kann. Details wurden zunächst nicht bekannt. Die Haltung Roms ist klar: Sonderwege werden nicht geduldet, die deutschen Bischöfe sind aufgerufen, sich am weltweiten synodalen Prozess zu orientieren und nicht alleine vorzupreschen.

Franziskus wirkte bestens gelaunt bei dem Treffen

Am Donnerstag hatten die gut 60 Bischöfe den Papst getroffen. Franziskus wurde im Rollstuhl in die prächtige Sala Clementina im Vatikan geschoben, die Besucher aus Deutschland applaudierten. Der Papst wirkte bestens gelaunt. Er hatte im Vorfeld ja auch schon alles gesagt, und das mehrfach: Eine zweite evangelische Kirche brauche Deutschland nicht, die Kirche dürfe sich nicht in "ethischen Diskussionen, Diskussionen über Entwicklungen, Diskussionen mit theologischen Konsequenzen" verlieren, hatte er auf dem Rückweg aus Bahrein Anfang November gesagt. Die Hirten sollten auf das "heilige, treue Volk Gottes" hören und spüren, wie sich "die einfache Religiosität der Großeltern anfühlt".

Was das dann für konkrete Konsequenzen in einer Kirche haben soll, die sich bis 2024 ebenfalls in einem synodalen Prozess befindet, ist ungewiss. Aber der politisch aufgeladene synodale Sonderweg in Deutschland ist für den Papst ein Holzweg, das hat er mehr als klar gemacht.