Diese Routen sind betroffen

Tirol erlässt Fahrverbot für laute Motorräder - auch für Touristen

Tirol macht Ernst im Kampf gegen Lärm. Laute Motorräder dürfen schon bald einige beliebte Strecken nicht mehr benutzen.

Tirol macht Ernst im Kampf gegen Lärm. Laute Motorräder dürfen schon bald einige beliebte Strecken nicht mehr benutzen.

Bild: Judith Michaelis, dpa/Symbolbild

Tirol macht Ernst im Kampf gegen Lärm. Laute Motorräder dürfen schon bald einige beliebte Strecken nicht mehr benutzen.

Bild: Judith Michaelis, dpa/Symbolbild

Tirol macht Ernst im Kampf gegen Lärm. Laute Motorräder dürfen schon bald einige Strecken nicht mehr benutzen. Das Fahrverbot gilt auch für Touristen.
29.05.2020 | Stand: 22:01 Uhr

Tirol erlässt ein Fahrverbot für laute Motorräder auf bestimmten Strecken. „Wir werden mit 10. Juni dieses Jahres besonders laute Motorräder, welche laut Zulassung einen Nahfeldpegel von über 95 dB aufweisen, auf den einschlägigen Routen verbieten", sagte die zuständige Tiroler Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe. "Diese, in Österreich erstmals auf Lärm basierenden Fahrverbote, sollen zu einer spürbaren Entlastung für Mensch und Natur führen.“

Welche Strecken sind vom Fahrverbot für laute Motorräder in Tirol betroffen?

Betroffen vom Fahrverbot sind beliebte Ausflugsstrecken im Außerfern im Bezirk Reutte. Fahrverbote gelten dann auf der

  • B 198 Lechtalstraße von Steeg (Landesgrenze Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech
  • B 199 Tannheimerstraße von Weißenbach am Lech bis Schattwald (Staatsgrenze Deutschland)
  • L 21 Berwang-Namloser Straße von Bichlbach bis Stanzach
  • L 72 Hahntennjochstraße 2. Teil von Pfafflar bis Imst (Passhöhe)
  • L 246 Hahntennjochstraße 1. Teil von Imst (Passhöhe) bis Imst Kreuzung Vogelhändlerweg
  • L 266 Bschlaber Straße von Elmen bis Pfafflar
Man erwarte sich durch das Fahrverbot für laute Zweiräder eine "spürbare Reduktion des Lärms", sagte Christoph Lechner, Lärmexperte in Tirol. Eine repräsentative Lärmstudie habe gezeigt, dass "der Motorradverkehr an den Sommer-Wochenenden und insbesondere das hochtourige Fahren bei Beschleunigungs- und Bremsvorgängen am meisten störend für die Befragten sind". Fahrverbote für ‚laute‘ Motoräder und das Sperren bestimmter Strecken würden mit großer Mehrheit befürwortet, betonte er.

Welche Strafen drohen bei Verstößen?

„Sollte der in der Zulassung festgeschriebene Nahfeldpegel einen Wert von 95 dB überschreiten, gilt das Fahrverbot. Bei einer Übertretung muss mit einer Geldstrafe von 220 Euro gerechnet werden“, sagte Bernhard Knapp, Leiter der Verkehrsrechtsabteilung.

Nahfeldpegel steht für den Lärm, den ein Motorrad bei laufendem Motor im Stand verursacht.

Fahrverbote gelten von 10. Juni bis 31. Oktober – ohne Ausnahme

Die Fahrverbote gelten von 10. Juni bis 31. Oktober dieses Jahres, ohne Ausnahmen für Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr. Ob die Fahrverbote tatsächlich etwas bringen, werde begleitend überprüft, sodass wir nach der Motorradsaison die Auswirkungen feststellen und für kommendes Jahr mögliche Änderungen erarbeiten können“, so die Verkehrslandesrätin.

Sind Fahrverbote für Motorräder auch in Deutschland möglich?

Auch in Deutschland wird momentan über Fahrverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen diskutiert. Der Bundesrat macht sich für entsprechende Verbote stark. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht den Beschluss des Bundesrates für weniger Motorrad-Lärm allerdings kritisch. "Ich will keine weiteren Verbote und Verschärfungen für Motorradfahrer", sagte er.

Der Bundesrat muss seine Entschließung an die Bundesregierung geben. Diese entscheidet, ob sie die Anregung umsetzen will.