Nach Lockerung der Türkei-Reisewarnung

Ärztevereinigung zweifelt offizielle Corona-Fallzahlen der Türkei an

Viele Deutsche werden nach der Aufhebung der Reisewarnung für beliebte Urlaubsgebiete Ferien in der Türkei machen. Doch aus dem Land selbst kommen Zweifel an den kenn-Zahlen der Corona-Fälle in der Türkei.

Viele Deutsche werden nach der Aufhebung der Reisewarnung für beliebte Urlaubsgebiete Ferien in der Türkei machen. Doch aus dem Land selbst kommen Zweifel an den kenn-Zahlen der Corona-Fälle in der Türkei.

Bild: Mirjam Schmitt/dpa (Symbolfoto)

Viele Deutsche werden nach der Aufhebung der Reisewarnung für beliebte Urlaubsgebiete Ferien in der Türkei machen. Doch aus dem Land selbst kommen Zweifel an den kenn-Zahlen der Corona-Fälle in der Türkei.

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Nach Lockerung der Türkei-Reisewarnung: Der Chef der türkischen Ärztevereinigung hat die offiziellen Corona-Fallzahlen der Regierung in Ankara angezweifelt.

Viele Deutsche werden nach der Aufhebung der Reisewarnung für beliebte Urlaubsgebiete Ferien in der Türkei machen. Doch aus dem Land selbst kommen Zweifel an den kenn-Zahlen der Corona-Fälle in der Türkei.
dpa
06.08.2020 | Stand: 13:47 Uhr

Der Chef der türkischen Ärztevereinigung hat die offiziellen Corona-Fallzahlen der Regierung in Ankara angezweifelt. "Sie spiegeln nicht die Wirklichkeit wieder", sagte Sinan Adiyaman der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Türkei befinde sich anders als offiziell vermittelt auf einem neuen Höhepunkt der Infektionszahlen.

Die Ärztevereinigung (TTB) habe zuletzt am Mittwoch Fallzahlen von Mitgliedsverbänden aus 25 Provinzen erhalten. Diese zeigten, dass die Zahl der Neuinfektionen landesweit höher sein müssten als die zurzeit mehr als 1.000 gemeldeten Fälle pro Tag.

Ärztechef in der Türkei: Corona-Zahlen höher als 1.000 gemeldete Fälle am Tag

Vor allem in der Hauptstadt Ankara und im Südosten des Landes sei die Anzahl der Neuinfektionen stark gestiegen, sagte Adiyaman. Die Intensivbetten in den staatlichen Krankenhäusern der südosttürkischen Metropole Diyarbakir und in der Provinz Sanliurfa seien voll belegt.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca wies am Donnerstag solche Vorwürfe zurück. "In keiner Provinz haben wir volle Krankenhäuser aufgrund von Covid-19, wir haben sogar kein Krankenhaus an der Kapazitätsgrenze. Die Vorwürfe sind haltlos", schrieb Koca auf Twitter.

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Am Dienstag war die Zahl der gemeldeten täglichen Neuinfektionen in der Türkei erstmals seit rund drei Wochen wieder auf mehr als 1.000 gestiegen. Am Mittwochabend meldete Gesundheitsminister Koca 1.178 neue Fälle. Als Reaktion verschärfte Ankara landesweit die Kontrollen der Abstands- und Hygieneregeln. Innenminister Süleyman Soylu rief die Bürger dazu auf, sich an die Vorschriften zu halten.

Adiyaman forderte zudem, die Regierung müsse deutlich mehr Tests durchführen und die intensive Rückverfolgung von Infektionsketten wieder aufnehmen. Die TTB hat nach eigenen Angaben in 65 der 81 Provinzen Verbände und repräsentiert 70 Prozent der Mediziner im Land.

Die Türkei hatte im März ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet und rund drei Monate lang strenge Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus erlassen. Seit Anfang Juni wurden die Restriktionen nach und nach abgebaut. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch eine Reisewarnung für vier beliebte Urlaubsregionen in der Türkei aufgehoben. Für den Rest des Landes besteht die Warnung weiter.