Corona in Großbritannien

Boris Johnson: Militäreinsatz zur Kontrolle von Corona-Regeln in England möglich

Englands Premier Boris Johnson hat am Dienstag im Londoner Parlament scharfe Corona-Regeln für Großbritannien verkündet.

Englands Premier Boris Johnson hat am Dienstag im Londoner Parlament scharfe Corona-Regeln für Großbritannien verkündet.

Bild: Toby Melville, Reuters Pool, AP, dpa (Archiv)

Englands Premier Boris Johnson hat am Dienstag im Londoner Parlament scharfe Corona-Regeln für Großbritannien verkündet.

Bild: Toby Melville, Reuters Pool, AP, dpa (Archiv)

Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England womöglich auch das Militär einsetzen. Was Johnson noch plant.
Englands Premier Boris Johnson hat am Dienstag im Londoner Parlament scharfe Corona-Regeln für Großbritannien verkündet.
dpa
22.09.2020 | Stand: 21:32 Uhr

Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und bei Verstößen Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson am Dienstag im Londoner Parlament. Die Polizei werde dabei präsenter in den Straßen des Landes sein, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden.

"Wir müssen das Virus jetzt unterdrücken", schwor Johnson die Briten angesichts rapide steigender Infektionszahlen am Dienstagabend in einer Fernsehansprache zur besten Sendezeit ein. Dafür sei gesunder Menschenverstand die wirksamste Waffe.

Englische Pubs und Restaurants nur noch bis 22 Uhr geöffnet

Für England verschärfte der Premier die Schutzvorkehrungen: Pubs und Restaurants sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Zudem wird die Maskenpflicht weiter ausgeweitet: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet.

Hochzeiten sind nur noch mit 15 Teilnehmern erlaubt. Außerdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von Zuhause zu arbeiten - eine Kehrtwende, nachdem er wochenlang eine große "Back to Office"-Kampagne ("Zurück ins Büro") propagiert hatte (Alle aktuellen Entwicklungen zu Corona im Allgäu, Bayern und der Welt laufend in unserem Newsblog).

Boris Johnson und Corona: Großbritannien an "gefährlichem Wendepunkt"

Das Land befinde sich an einem "gefährlichen Wendepunkt", sagte der Premier. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich in Großbritannien ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Am Dienstag lag die Zahl der Neuerkrankten mit fast 5.000 Fällen so hoch wie zuletzt Anfang Mai. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Die neuen Vorgaben sollen voraussichtlich sechs Monate lang gelten. "Diese Regeln werden nur funktionieren, wenn sich alle daran halten", betonte Johnson. Für den Fall, dass die Infektionszahlen weiter ansteigen, stellte der konservative Politiker eine Verschärfung der Maßnahmen in Aussicht (Lesen Sie auch: Britischer Gesundheitsminister droht mit Schließung von Stränden).

Die neuen Maßnahmen gelten für England, da in Schottland, Nordirland und Wales die regionalen Regierungen darüber bestimmen. Nach einem Treffen mit den Ministern der anderen Landesteile kündigte Johnson jedoch an, dort würden ähnliche Maßnahmen getroffen. Nordirland und Schottland gehen allerdings noch einen deutlich Schritt weiter: Dort sollen sich Angehörige verschiedener Haushalte bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr besuchen dürfen.