Corona-Krise

Corona-Infizierter fliegt nach Stadtbummel und Restaurant-Besuch auf - Jetzt droht Freiheitsstrafe

Obwohl er von seiner Corona-Infekion gewusst haben soll, ging ein Familienvater auf Shoppingtour.

Obwohl er von seiner Corona-Infekion gewusst haben soll, ging ein Familienvater auf Shoppingtour.

Bild: Georg Wendt, dpa (Symbolfoto)

Obwohl er von seiner Corona-Infekion gewusst haben soll, ging ein Familienvater auf Shoppingtour.

Bild: Georg Wendt, dpa (Symbolfoto)

Erst ging er auf Shoppingtour, dann besuchte er ein Fastfood-Restaurant: Ein Corona-Infizierter flog nur durch einen Zufall auf. Was ihm jetzt droht.
28.09.2020 | Stand: 05:51 Uhr

Er wusste von seiner Corona-Infektion und war von den Behörden nach einem positiven Test in häusliche Quarantäne geschickt worden. Doch das hielt einen Familienvater nicht davon ab, durch die Stadt zu bummeln und in einem Fastfood-Restaurant einzukehren.

Das rücksichtslose Verhalten eines Mannes in der 28.000-Einwohner-Stadt Rendsburg (Schleswig-Holstein) sorgt bundesweit für Schlagzeilen. Jetzt drohen ihm juristische Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Und genau damit hatte der Mann wohl so gar nicht gerechnet. Er fand es offenbar ganz normal, dass er trotz einer Corona-Infektion mit seiner Frau, seinen drei Kindern und einem weiteren Kind zum Stadtbummel aufbrach. Die Menschenmassen um ihn herum? Egal. Nach der Shoppingtour soll er laut Medienberichten auch noch ein Fastfood-Restaurant besucht haben, wie unter anderem die Hamburger Morgenpost berichtet.

Corona-Infizierter bummelt durch die Stadt: Gastkind erzählt Eltern davon - und die handeln

Wahrscheinlich wäre der Verstoß gegen die Quarantäne nicht ans Licht gekommen, wenn zur Ausflugsgruppe nicht ein befreundetes Kind gehört hätte.

Als dieses seinen Eltern davon erzählte, wurde sie sofort aktiv - und verständigten das Gesundheitsamt. So kamen die Behörden dem Quarantänesünder auf die Schliche. Gegen den Mann wurde ein Verfahren eingeleitet wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Sollte ihm eine Straftat nach § 74 des Infektionsschutzgesetzes nachgewiesen werden, droht im Höchstfall eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Dies wäre der Fall, wenn er vorsätzlich zur Ausbreitung der Krankheit beigetragen und andere Personen bei dem Einkaufsbummel angesteckt haben sollte.

Kreisverwaltung spricht von "massivem Quarantäneverstoß"

Die Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde spricht in jedem Fall von einem “massiven Quarantäneverstoß”. Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft übergeben. Wie die “Kieler Nachrichten” berichten, gehe die dortige Kreisverwaltung inzwischen hart gegen Corona-Vergehen vor. “Verstöße werden nicht mehr mit Verständnis und Beratung aufgenommen, sondern ohne Rücksicht geahndet”, zitiert die Zeitung den Chef der zuständigen Ordnungsbehörde.

Im Kreis Kreis Rendsburg-Eckernförde hatte es vergangene Woche 13 nachgewiesene Corona-Neuinfektionen gegeben.