Demos und Gegendemos

Erneut Demonstrationen gegen Corona-Politik - "Querdenker" erneten Widerspruch

Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Einschränkungen ziehen durch die Hamburger Innenstadt.

Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Einschränkungen ziehen durch die Hamburger Innenstadt.

Bild: Daniel Bockwoldt/dpa

Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Einschränkungen ziehen durch die Hamburger Innenstadt.

Bild: Daniel Bockwoldt/dpa

Demonstrationen gegen die Corona-Politik in Deutschland gehen weiter. Aber auch Gegner der "Querdenker" formieren sich.
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dpa
08.01.2022 | Stand: 19:46 Uhr

Mehrere Tausend Impfgegner und Zweifler von Corona-Maßnahmen sind wieder in Deutschland auf die Straßen gegangen. Eine der größten Veranstaltungen gab es am Samstagnachmittag in Hamburg, wo die Polizei am Abend von etwa 13.700 Teilnehmern sprach. Zu der Demo waren ursprünglich rund 11.000 Teilnehmer erwartet worden. Größere Demonstrationen gab es auch in Frankfurt am Main und Wetzlar in Hessen, Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen), Magdeburg (Sachsen-Anhalt), Freiburg (Baden-Württemberg), Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern), Ansbach und Regensburg (beide Bayern) sowie Trier (Rheinland-Pfalz).

Corona-Demo in Hamburg: Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Volksverhetzung

In Hamburg forderte der Veranstalter die Teilnehmer über Lautsprecher auf, die Masken- und Abstandspflicht einzuhalten. Dennoch waren viele Menschen ohne Masken und Abstand unterwegs. Ein Demoteilnehmer habe einen Davidstern mit der Aufschrift "ungeimpft" an der Kleidung getragen, twitterte die Polizei. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet worden.

In Düsseldorf demonstrierten mehrere tausend Menschen. Sie fanden sich laut Polizei in der Nähe des nordrhein-westfälischen Landtags zusammen und zogen dann durch die Stadt. In Frankfurt gingen nach Angaben der Polizei etwa 5000 Menschen bei einer angemeldeten Veranstaltung auf die Straße. Knapp 2000 waren es im mittelhessischen Wetzlar, wo sich auch rund 500 Menschen an einer Gegendemonstration beteiligten, wie die Polizei mitteilte. In Trier demonstrierten laut Polizei rund 1250 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, etwa 100 versammelten sich zu einer Gegendemonstration.

"Querdenker" in Berlin mit Auto- Und Fahrradkorso

Auch in Magdeburg zogen Tausende Menschen stundenlang durch die Stadt, um gegen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Straßenbahnen standen still, zeitweise wurden Straßen gesperrt. In Berlin demonstrierten Dutzende Menschen bei einem Auto- und Fahrradkorso gegen die Corona-Maßnahmen. Die Stimmung sei friedlich, sagte ein Polizeisprecher am Samstagnachmittag. In Schwerin versammelten sich nach Polizeiangaben rund 1600 Gegner von Corona-Maßnahmen, in Regensburg etwa 2700 und in Ansbach 2000 Demonstranten.

Gegen «Querdenker» demonstrieren insgesamt rund 2500 Menschen in Minden.
Gegen «Querdenker» demonstrieren insgesamt rund 2500 Menschen in Minden.
Bild: Boris Roessler/dpa

2500 demonstrieren gegen "Querdenker" in Minden

In Minden (Nordrhein-Westfalen) gingen allerdings auch rund 2500 Menschen auf die Straße, um gegen "Querdenker" zu demonstrieren. Sie brachten ihren Unmut über Corona-Leugner, Impf-Skeptiker und Rechtsradikale zum Ausdruck. "Ja zu Meinungsfreiheit und Miteinander - entschieden nein zu Hass, Drohungen und Gewalt", hieß es etwa auf einem Plakat. In Erfurt versammelten sich nach Angaben von Veranstaltern und Polizei bis zu 1000 Menschen, um für Demokratie und Rücksichtnahme in der Pandemie zu demonstrieren.

Polizist bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Sachsen verletzt

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Proteste

Tausende Teilnehmer bei Corona-Demos in deutschen Städten

In Zwönitz (Sachsen) wurden am Freitagabend bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen Polizisten mit Pyrotechnik attackiert. Wie die Polizeidirektion Chemnitz am Samstag mitteilte, hatten Störer einen Nebeltopf und eine Handfackel gezündet und in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Man habe die Angreifer zurückdrängen können, worauf sich die Gruppe zerstreut habe. Die Polizei stellte die Pyrotechnik sicher und leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte der "Welt am Sonntag", die Debatte der Impfgegner und Corona-Leugner habe jedes Maß und Ziel verloren. "Eine kleine Gruppe ist bereit, alle wissenschaftlichen Erkenntnisse vom Tisch zu wischen und sich freiwillig in einer Blase von Scheinwahrheiten zu begeben", sagte der SPD-Politiker. Das sei eine neue und beängstigende Entwicklung in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Lesen Sie auch: Im Internet wird der Ton unter Coronaleugnern und Impfgegnern schärfer. Journalisten fanden bei einer Recherche mindestens 250 Tötungsaufrufe.
Und: Bayerns Innenminister ist überzeugt, dass sich Behörden und Polizei bei Protesten von spitzfindigen Querdenkern nicht auf der Nase herumtanzen lassen müssen.