Nach der Entmachtung des Ministerpräsidenten

Lage in Tunesien angespannt - Parlament von Soldaten umstellt

In Tunesien ist die Lage nach der Entmachtung von Ministerpräsident Hichem Mechichi gespannt.

In Tunesien ist die Lage nach der Entmachtung von Ministerpräsident Hichem Mechichi gespannt.

Bild: Jdidi Wassim, dpa

In Tunesien ist die Lage nach der Entmachtung von Ministerpräsident Hichem Mechichi gespannt.

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Aufgebrachte Demonstranten zogen zum Parlament in der Hauptstadt Tunis und forderten Zugang. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen.
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dpa
26.07.2021 | Stand: 12:38 Uhr

In Tunesien ist die Lage nach der Entmachtung von Ministerpräsident Hichem Mechichi gespannt. Das Parlament in der Hauptstadt Tunis war am Montag von Sicherheitskräften umstellt. Aufgebrachte Demonstranten zogen dorthin und forderten Zugang. Einige versuchten, über das Tor zu klettern. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen.

Zuvor hatte Präsident Kais Saied den Regierungschef abgesetzt und die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage eingefroren. Zudem werde die Immunität aller Abgeordneten werde zudem aufgehoben, kündigte Saied am Sonntagabend nach einem Treffen mit Militärvertretern an.

Der ehemalige Juraprofessor versicherte, sich im Rahmen der Verfassung zu bewegen. Kritiker sprechen hingegen von einem Putsch. In dem nordafrikanischen Land kommt es wegen stark steigender Corona-Zahlen und der anhaltenden Wirtschaftskrise seit Tagen zu Protesten.

Lage in Tunesien angespannt - Parlament von Soldaten umstellt

Das Militär hielt in der Nacht auch Parlamentspräsident Rached Ghannouchi davon ab, das Gebäude zu betreten. Der Chef der Ennahda-Partei rief Anhänger auf, mit ihm vors Parlament zu ziehen. Hingegen feierten Unterstützer von Präsident Saied nachts auf den Straßen. Sie zündeten teils Leuchtfeuer und Feuerwerk und schwenkten Fahnen. Einige sangen die Nationalhymne. Auf Videos waren auch Militärfahrzeuge zu sehen, die durch klatschende Gruppen fahren. (Lesen Sie auch: Kuba: Festgenomme Demonstranten bekommen keine Anwälte)

Auch Saied zeigte sich in der Nacht im Zentrum von Tunis und begrüßte seine Unterstützer. Es handle sich um keinen Staatsstreich, versicherte der seit 2019 amtierende Präsident. "Wie kann ein Putsch auf dem Gesetz beruhen?" Saied beteuert, sich innerhalb des rechtlichen Rahmens zu bewegen. Mit Blick auf mögliche Unruhen sagte er: "Ich will keinen einzigen Tropfen Blut vergießen lassen." Gewalt werde aber umgehend mit Gewalt der Sicherheitskräfte beantwortet.

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