12.000 Soldaten betroffen

Nach Truppenabzug-Ankündigung: Trump kritisiert erneut Deutschland

ARCHIV - 10.12.2008, Hessen, Wiesbaden: US-Soldaten stehen nach ihrer Ankunft auf der US-Airbase in Wiesbaden-Erbenheim vor einer US-Flagge. Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 12 000 verringert werden - und damit deutlich stärker als bislang bekannt. Rund 6400 Soldaten sollen in die USA zurückgeholt werden, weitere 5400 sollen in andere europäische Länder verlegt werden, wie Verteidigungsminister Esper am Mittwoch in Washington erklärte. Foto: Frank May/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 12.000 verringert werden - und damit deutlich stärker als bislang bekannt. Auch Bayern ist von dem US-Truppenabzug betroffen.

Bild: Frank May/dpa

Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 12.000 verringert werden - und damit deutlich stärker als bislang bekannt. Auch Bayern ist von dem US-Truppenabzug betroffen.

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Ein Drittel der in Deutschland stationierten US-Soldaten sollen die Bundesrepublik bald schon verlassen. Diesen Grund nennt Trump für den Truppenabzug.

dpa
30.07.2020 | Stand: 11:04 Uhr

Nach dem angekündigten Abzug von rund einem Drittel der amerikanischen Truppen aus Deutschland hat US-Präsident Donald Trump die Bundesregierung erneut kritisiert. "Deutschland zahlt Russland jährlich Milliarden von Dollar für Energie, und wir sollen Deutschland vor Russland schützen. Was soll das sein?", twitterte Trump am Mittwochabend (Ortszeit). Außerdem sei Berlin "mit seiner zweiprozentigen Gebühr an die NATO sehr säumig." Daher werde man einige Truppen aus Deutschland abziehen.

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Ein Drittel der US-Soldaten in Deutschland werden abgezogen

US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass die USA rund ein Drittel der bislang in der Bundesrepublik stationierten Soldaten möglichst rasch abziehen wollen. Gut die Hälfte der rund 12.000 betroffenen Soldaten sollen in die USA zurückgeholt, weitere 5600 in andere Nato-Länder verlegt werden. Zudem sollen zwei Kommandozentralen verlagert werden. Einen exakten Zeitplan legte Esper nicht vor. Es ist auch unklar, ob Trumps Maßnahme wie geplant über die Bühne gehen kann, da der Kongress die Mittel dazu bewilligen müsste.

Trump begründete Abzug mit zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands

Trump hatte den im Grundsatz bereits im Juni angekündigten Teilabzug der US-Truppen mit aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Das Zwei-Prozent-Ziel der Nato sieht vor, dass sich alle Bündnispartner bis 2024 daran annähern, mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Deutschland hat sich inzwischen angenähert, liegt mit 1,38 Prozent aber immer noch deutlich unter dem Ziel. Die USA geben trotz ihres deutlich höheren BIP 3,4 Prozent für die Verteidigung aus.

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Republikanische Partei kritisiert Trump für Truppenabzug

Die Ankündigung der US-Regierung löste deutliche Kritik in Trumps eigener Partei aus. Der republikanische Senator Mitt Romney nannte den Plan einen "schwerwiegenden Fehler". Romney - ein innerparteilicher Kritiker Trumps - schrieb auf Twitter: "Es ist ein Schlag ins Gesicht eines Freundes und Verbündeten." Trumps Ex-Sicherheitsberater John Bolton twitterte, die Entscheidung sende "unseren Gegnern das falsche Signal und macht unsere Verbündeten angesichts der zunehmenden globalen Bedrohungen verwundbar".

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"Dies ist ein Geschenk an (den russischen Präsidenten) Wladimir Putin, der seit langem versucht, das Bündnis zu schwächen", twitterte Andrew Bates, ein Sprecher von Joe Biden, dem designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. US-Steuerzahler müssten mehrere Milliarden Dollar für einen Schritt bezahlen, der weder den US-Interessen diene noch die Nato stärke oder zur Abschreckung Russlands beitrage. Sollte Biden im November ins Präsidentenamt gewählt werden, würde dieser die Entscheidung Trumps überprüfen.