Covid-19

Neue Diskussionen um Maskenpflicht für den Herbst

Marco Buschmann

Justizminister Marco Buschmann (FDP) bei einer Sitzung im Kanzleramt.

Bild: Annegret Hilse, dpa

Justizminister Marco Buschmann (FDP) bei einer Sitzung im Kanzleramt.

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Wann und wo sollte zum Schutz vor Corona-Infektionen eine Maske getragen werden? Mit Blick auf steigende Fallzahlen flammt eine Debatte wieder auf, die eigentlich nie ganz beigelegt war.
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dpa
19.07.2022 | Stand: 07:05 Uhr

Signale von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) für eine Maskenpflicht in Innenräumen im Herbst sind auf ein geteiltes Echo gestoßen. Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Andrew Ullmann, zeigte sich skeptisch. "Ich halte eine gezielte Maskenempfehlung für besser als eine allgemeine
Maskentragepflicht", sagte er der "Welt". Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, eine Maskenpflicht halte er nur in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für angemessen.

Unions-Fraktionsvize Andrea Lindholz ist für eine Differenzierung. "Eine Maskenpflicht muss mindestens überall dort gelten, wo sich
auch besonders gefährdete Personen aufhalten müssen, wie zum Beispiel im Supermarkt oder in Apotheken und natürlich weiterhin in Bus oder Bahn", sagte sie der "Welt". Die Linke im Bundestag befürwortet eine Maskenpflicht in vielen Bereichen, etwa im Einzelhandel, bei körpernahen Dienstleistungen oder bei Veranstaltungen in Innenräumen. Die gesundheitspolitische Sprecherin Kathrin Vogler betonte gegenüber der Zeitung: "Die Pandemie ist noch nicht vorbei".

Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds
forderte in der "Welt", die "Sars-CoV-2-Arbeitsschutzregel wieder in Kraft zu setzen". Dazu gehöre auch das Maskentragen als "persönliche Schutzmaßnahme". Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger forderte von der Regierung, eine Maskenpflicht in Klassenzimmern bereits ab Anfang August zu ermöglichen. Der "jetzige Zeitplan der Bundesregierung" sei nicht geeignet, "rechtzeitig zum Schulstart
beim Gesundheitsschutz an Schulen gut aufgestellt zu sein".

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, pochte auf eine Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen: "Wir erleben aktuell zwar einen Anstieg der Infektionen, aber vor allem milde Verläufe. Und da sind drastische Einschnitte definitiv nicht gerechtfertigt."

Bei den Vorbereitungen für einen wieder ausgeweiteten Corona-Schutz im Herbst zeichnen sich derzeit Regelungen zur Maskenpflicht ab. Justizminister Buschmann hatte die Wirksamkeit von Masken gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe als "unstreitig" bezeichnet. "Deswegen wird eine Form der Maskenpflicht in Innenräumen in unserem Konzept sicher eine Rolle spielen." Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist grundsätzlich für Vorgaben zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Ein neues Konzept für den Herbst ist geplant, weil die im Frühjahr deutlich zurückgefahrenen Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz am 23. September auslaufen.

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