Jahreshauptversammlung des ESV Buchloe

Konstanz in unsicheren Zeiten

Der eine bleibt, der andere ist gegangen – Axel Flöring (links) wurde als Vorsitzender des ESV Buchloe bestätigt. Er überreichte Josef Schweinberger – im Mai als Bürgermeister in den Ruhestand gegangen – eine lebenslange Eintrittskarte.

Der eine bleibt, der andere ist gegangen – Axel Flöring (links) wurde als Vorsitzender des ESV Buchloe bestätigt. Er überreichte Josef Schweinberger – im Mai als Bürgermeister in den Ruhestand gegangen – eine lebenslange Eintrittskarte.

Bild: Manuel Weis

Der eine bleibt, der andere ist gegangen – Axel Flöring (links) wurde als Vorsitzender des ESV Buchloe bestätigt. Er überreichte Josef Schweinberger – im Mai als Bürgermeister in den Ruhestand gegangen – eine lebenslange Eintrittskarte.

Bild: Manuel Weis

Der komplette Vorstand des ESV Buchloe geht in eine neue Amtszeit. Die Freibeuter blicken einer schwierigen Saison entgegen. Der Stadionanbau könnte bereits Anfang 2021 eingeweiht werden
22.09.2020 | Stand: 17:30 Uhr

Ein bisschen Sicherheit, ein paar bekannte Gesichter – danach sehnen sich in diesen unsicheren Zeiten viele deutsche Eishockeyvereine. So auch der in die Bayernliga aufgestiegene ESV Buchloe. Josef Schweinberger, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Buchloe, war und ist für den Verein so jemand. So passte es sinnbildlich, dass ESV-Vorsitzender Axel Flöring dem ehemaligen Stadtoberhaupt eine lebenslange Eintrittskarte als Dankeschön für die jahrelange Zusammenarbeit und das in dieser Zeit Erreichte übergab.

Es passte auch ins Bild, dass mit Robert Pöschl bei der diesjährigen Hauptversammlung des Freibeuter-Klubs der neue Bürgermeister anwesend war und somit gleich zwei prägende Köpfe Buchloes den Ausführungen lauschten. Pöschl war es auch, der die Neuwahlen des Vereins als Wahlleiter moderierte und somit etwas dazu beitrug, dass der Verein in diesen Zeiten durch personelle Konstanz besticht.

100 Prozent für Alle

Das komplette Führungsteam, also nicht nur der Vorstand, sondern auch alle Abteilungsleiter, Beiräte bis hin zu den Kassenprüfern, wurde wieder gewählt, und zwar immer mit 100 Prozent der Stimmen. Im Wesentlichen behalten also Flöring als Erster und Florian Warkus als Zweiter Vorstand sowie Christian Warkus als Kassier die Zügel weiterhin in den Händen. „Es kommen anspruchsvolle Monate auf Sie zu“, sagte Pöschl, wohl wissend, dass die anstehende Bayernliga-Saison mit Problemen verbunden sein wird. Flöring freute sich, dass es kurz vor der Hauptversammlung gleich zwei gute Nachrichten gegeben hatte. Zum einen hatte die bayerische Staatsregierung Amateursport wieder erlaubt – und das sogar vor 200 Zuschauern. Zum anderen hatten die Bayernligisten mit 10:4-Stimmen dafür votiert, dass sie den Saisonstart auf den 2. Oktober datiert belassen. Die Freibeuter werden an diesem Tag mit einem Heimspiel gegen Peißenberg starten und fiebern diesem nach dem Abenteuer in der Landesliga bereits entgegen. „Der Coronavirus hatte auch vor Buchloe nicht Halt gemacht. Das gesellschaftliche Leben war und ist eingeschränkt. Die Rückkehr des Sports trägt nun ein Stück zur Normalität bei“, erklärte Flöring.

Die Eisbereitung im Buchloer Stadion läuft nun. „Dennoch stehen wir vor einer Saison der Unwägbarkeiten“, sagte Flöring. „Wir haben ein vernünftiges Hygiene-Konzept, dennoch wird wohl Flexibilität gefordert sein“, vermutet der alte und neue Vorsitzende. Eines der Probleme, für das es eine Lösung braucht: Nur 200 Zuschauer werden den Spielen im Stadion beiwohnen können. Vergangene Saison gingen an der Abendkasse zwischen 300 und 350 Tickets über den Tisch. „Bitte seid nachsichtig mit uns“, sagte Florian Warkus für den Fall, dass man wirklich 150 Fans nicht ins Stadion lassen könne. Die Eishockey-Euphorie in Buchloe jedenfalls ist groß; der Verein habe bereits im Frühjahr „quasi alle Spieler“ zum Bleiben bewegt - inklusive des Torjägers Michal Petrak (17 Spiele, 17 Tore, 27 Assists).

Zudem geht es mit dem Anbau am Stadion gut voran. Mittlerweile läuft der Innenausbau des Gebäudes auf der Südseite des Stadions. Klappt alles, sind die neuen Kabinen bereits im Januar bezugsfertig. Dann wäre das Hygienekonzept noch besser umsetzbar, da Spieler und Schiedsrichter nicht mehr durch die Zuschauer auf das Eislaufen müssen. Zudem wäre die Einweihung ein schönes Geburtstagsgeschenk, denn der ESV Buchloe wird im kommenden Jahr schließlich stolze 60 Jahre alt. Josef Schweinberger wird dann wohl dabei sein. Aktiv nutzen will er seine Eintrittskarte auf Lebenszeit vorerst nicht. Er werde bezahlen, um dem Schatzmeister eine Freude zu machen, sagte er.

Zahlen bitte!

Schatzmeister Christian Warkus sprach von einer guten finanziellen Situation des Vereins. „Der ESV war und ist liquide und soll es auch bleiben.“ Es gibt aber Unsicherheitsfaktoren. Normal nimmt der Verein pro Spielzeit rund 60 000 Euro durch Vermietungen oder Pacht ein. Doch werden die Hobbyvereine auch in den kommenden Monaten in gewohnter Zahl buchen?

Der Miete gegenüber stehen nämlich Energiekosten von jährlich rund 50 000 Euro, die anfallen, egal ob auf dem Eis gespielt oder trainiert wird.

Ein voller Erfolg ist die Eisdisco: Zurückliegende Saison wurden 22 solcher Veranstaltungen angeboten, im Schnitt kamen diese auf 150 Läufer, 20 mehr als im Vorjahr.

Insgesamt hatte der Verein zum Stichtag 31. Dezember 2019 653 Mitglieder, 45 mehr als im Jahr zuvor. Ungewöhnlich: 329 und somit über die Hälfte sind unter 26 Jahre alt.