Kempten

„Es darf nicht zu schräg sein“

Richard Klug

Richard Klug

Bild: Ralf Lienert

Richard Klug

Bild: Ralf Lienert

Festival Richard Klug präsentiert bei seinem Kemptener Tanzherbst zwar zeitgenössische Bühnenkunst. Allzu Provokantes möchte er dem Publikum jedoch nicht zumuten
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Von kpm
08.10.2019 | Stand: 16:14 Uhr

Internationales Flair herrscht ab kommenden Samstag in Kempten – zumindest im Stadttheater. Dort sind acht Tage lang Tanz-Ensembles aus etlichen Ländern zu Gast. Richard Klug hat für seinen Kemptener Tanzherbst, den er zum 19. Mal organisiert, Ensembles aus Spanien, Frankreich, Israel, der Schweiz und Deutschland verpflichtet. Sie bieten durchweg modernen, zeitgenössischen Tanz.

Bei der Auswahl achtet der künstlerische Leiter aber darauf, dem Allgäuer Publikum nicht zuviel zuzumuten. „Herausfordernd kann’s schon sein“, sagt er. Die Zuschauer sollen ruhig mal ein wenig erschrecken. „Aber es darf nicht zu schräg werden.“

Das herbstliche Festival hat sich inzwischen etabliert, der zeitgenössische Tanz hat im Allgäu ein Publikum gefunden. Klug ist zufrieden. Zugleich hofft er, dass auch mal mehr als rund 2000 Zuschauer kommen wie bei den letzten Festivals. Karten gibt es jedenfalls noch für alle Abende. Es hat sich herumgesprochen, dass eine Woche lang vielfältige Tanzkunst von hoher Qualität in Kempten zu sehen ist. Zum Start am Samstag etwa kommt die spanische Company Lali Ayguade und geht in der Deutschlandpremiere „iU an Mi“ der Frage nach, was mit Menschen bei unvermeidlichen, ungeplanten Ereignissen passiert. Während die Südländer modern tanzen, ist die „Delattre Dance Company“ aus Mainz beim Schlusspunkt eine Woche später eher klassisch unterwegs. Sie bringt das Handlungsballett „Das Bildnis des Dorian Grey“ nach dem Roman von Oscar Wilde mit. Der junge Dorian entführt in die Welt menschlicher Schwächen und Sünden wie Dekadenz, Schönheitswahn und skrupellosem Egoismus ...

Zwischen diesen beiden „Eckpfeilern“ gibt es eine Reihe kleinerer Produktionen, darunter eine Uraufführung des französischen Duos Melodie Cecchini und Gaetan Boschini. Die Vielfalt des Festivals spiegelt sich auch in den beiden Abenden mit – jungen und älteren – Tänzern aus unserer Gegend. Die regionale Szene soll sich ebenfalls präsentieren können. „So kann jeder etwas für seine Vorlieben heraussuchen“, sagt Klug. „Der eine findet, was er gerne mag; der andere kann das Wagnis eingehen, Neues kennenzulernen.“