Viehscheid

Alpabtrieb in Schwangau: Keine Zuschauer und unaufgeregte Rinder

110 Schumpen haben am Wochenende die Jägerhütte bei Schwangau verlassen. Sie seien ohne Besuchermassen viel unaufgeregter gewesen, sagt ein langjähriger Treiber.

110 Schumpen haben am Wochenende die Jägerhütte bei Schwangau verlassen. Sie seien ohne Besuchermassen viel unaufgeregter gewesen, sagt ein langjähriger Treiber.

Bild: Johanna Lang

110 Schumpen haben am Wochenende die Jägerhütte bei Schwangau verlassen. Sie seien ohne Besuchermassen viel unaufgeregter gewesen, sagt ein langjähriger Treiber.

Bild: Johanna Lang

110 Schumpen haben die Jägerhütte bei Schwangau verlassen. Wie die Hirtinnen dort einen ungewöhnlichen Sommer erlebten
110 Schumpen haben am Wochenende die Jägerhütte bei Schwangau verlassen. Sie seien ohne Besuchermassen viel unaufgeregter gewesen, sagt ein langjähriger Treiber.
Von Johanna Lang
14.09.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Der Sommer ist zu Ende – zumindest für die beiden Hirtinnen, die dieses Jahr die 110 Schumpen auf der Alpe an der Jägerhütte bei Schwangau gehütet hatten. Für Johanna Reßle war es der dritte, und für Maria Erhart der erste Alpsommer.

Angeführt von drei Kranzrindern brachten sie mit Hilfe zahlreicher Treiber und Treiberinnen ihre Herde ins Tal, zur Reith-Alpe. Traditionell kranzen die Schwangauer ihre Kranzrinder eher bescheiden auf. Aber kranzen muss sein, auch in Zeiten von Corona, wenn kaum Besucher den Viehscheid verfolgen, ist doch der Sommer auf dem Berg dennoch ohne Krankheit, Unfall oder gar Tod von Mensch und Tier verlaufen.

Wie überhaupt „der Sommer super gelaufen ist“, freut sich Johanna Reßle. Nicht nur für die Hirtinnen und das Vieh, auch die Besucher in der Jägerhütte „waren sehr freundlich, vor allem aber dankbar in diesen Zeiten.“ Vor allem Einheimische hätten den Weg hinauf gefunden, weniger Touristen. Es war heuer ein längerer Sommer als sonst. Schon zwei Wochen früher weideten die Tiere auf der Alpe.

Rinder sind besser gelaufen

Ein wenig wie ganz früher war der Alpabtrieb in Zeiten von Corona, waren die Feierlichkeiten für den Viehscheid doch alle wegen der Pandemie abgesagt worden. Dennoch musste das Vieh wieder runter ins Tal. Allerdings in diesem Jahr ohne Musik und Zuschauermassen, dafür bei traumhaftem Wetter. Die Rinder seien besser gelaufen als sonst, meint ein bewährter Treiber, „völlig unaufgeregt“.

In den nächsten Wochen werden die Tiere wie immer mit 85 weiteren Kühen und Kälber, die „unten geblieben“ sind – also nur bis zur Rohrkopfhütte gebracht worden waren – noch das saftige Gras auf den Weiden der Reith-Alp unter den aufmerksamen Augen von Christian Grindl genießen. Der freut sich auf die letzten Alp-Wochen.

Die Hirtinnen und Treiber genossen aber zunächst nach getaner Arbeit gut gelaubt die von der Alp-Vereinigung spendierte Brotzeit.