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Größter Dank ist das Lächeln der Patienten

PF PF Bergwacht

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Bild: Bergwacht

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Bergwacht Junge Pfrontener Retter berichten von ihrer Motivation. Personeller Wechsel und Abschiede
Von Erwin Kargus
09.02.2020 | Stand: 16:01 Uhr

Bei 77 Einsätzen ist die Bergwacht Pfronten im vergangenen Jahr Wanderern, Bergsteigern, Mountainbikern und Wintersportlern zu Hilfe geeilt. Das geht aus dem Jahresbericht von Bereitschaftsleiter Franz Dopfer hervor, den er bei der Jahresversammlung präsentierte. In 15 Notfällen kam der Hubschrauber zum Einsatz. Zum Vergleich: 2018 hatten die Retter insgesamt 91 Notfalleinsätze verzeichnet, 2017 waren es 44.

Bei der Versammlung im „Wiesele“ kamen auch die Rettung nach einem Gleitschirmabsturz am Falkenstein vor ein paar Tagen(wir berichteten)und ein kürzlicher Krankentransport mit Bergung durchs Fenster in der Gundhütte zur Sprache. Kassier Eugen Fackler übergab seinen Posten an seine Nachfolgerin Sabrina Haslach. Fackler beendet ebenso wie Luggi Mörz seinen langjährigen aktiven Bergwachtdienst. Die Zwei durften sich über Applaus und Geschenke freuen. Auch der besondere Einsatz von Andi Boos für die Pfrontener Bergwacht wurde gewürdigt.

Bei der Versammlung blickte man in fröhliche Gesichter vor allem junger Mitglieder. Auf die Frage, warum so viele junge Leute gerade die Bergwacht so attraktiv finden, antwortete der 18-jährige Marco Rehle aus Pfronten (Anwärter im dritten Jahr): „Ich bin bei der Bergwacht, weil ich gern und viel in den Bergen unterwegs bin und Menschen in Notlagen helfen möchte. Ich will nach der Prüfung als aktive Einsatzkraft tätig sein.“ Lena Trenkle ist 24 Jahre alt, seit neun Jahren dabei und inzwischen aktive Einsatzleiterin. Sie sagte: „Ich bin sehr gerne ehrenamtlich aktiv, da ich selbst überzeugte Bergliebhaberin bin und auch schon auf Hilfe angewiesen war. Es gibt immer mal wieder tragische Einsätze, die sehr prägend sind und immer in Erinnerung bleiben. Das größte Dankeschön ist aber das Lächeln, das die Patienten nach erfolgreicher Rettung zeigen – da hilft man gern.“ Für ihre Einsätze, die vom Anpacken nach dem Lawinenabgang in Balderschwang im vergangenen Winter bis zur Rettung eines Gleitschirmfliegers am Falkenstein vor wenigen Tagen reichten, ernteten die Bergwachtler viel Wertschätzung.

Dopfer berichtete neben den Einsätzen von der Mitgliederzahl von 73 und Tätigkeiten wie das Neusetzen von Sicherungshaken am Aggenstein, dem erfolgreichen Bergwacht-Depot-Umbau und der akribischen Überarbeitung der Landkarte für den Dienstgebrauch. Unter den vielen Bergwacht-Terminen finden sich auch die Betreuung des Deckel-Maho-Firmenlaufes, der Besuch einer Kindergartengruppe sowie ein fröhliches Grillfest und das Vereinsschießen. Der Bereitschaftsleiter dankte allen Arbeitgebern, „die einen nicht scharf angucken, wenn man vom Einsatz zurückkommt“, für ihr Verständnis. Sein Wunsch: „Kommt imm’r guat hoim vo eire Einsätz.“

Im Bericht von Ausbildungsleiter Michi Trenkle kamen eine Nachteinsatzübung am Falkenstein, das Klettern an der Vilser Platte und eine allen viel Spaß bereitende Nachteinsatzübung mit den Nesselwanger Freunden vor. Trenkle schloss mit dem mahnenden Appell: „Versucht, euch immer die Zeit zu nehmen für die Übungen.“

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Den klassischen Einsatz auf der Skipiste gab es im vergangenen Jahr nicht. Dafür rückten die Bergwachtler 34 Mal wegen Wander- und Bergsteigerunfällen aus, erledigten 19 Krankentransporte, flogen 15 Hubschraubereinsätze, halfen sechsmal bei Gleitschirmunglücken und auch öfters bei Rodel- und Sucheinsätzen.
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Der stellvertretende Regionalleiter der Bergwachtregion Allgäu, Michael Gimbel aus Nesselwang, dankte den Pfrontenern für die gute Zusammenarbeit und die Hilfe in Balderschwang sowie die Unterstützung bei der Hausexplosion in Rettenbach am Auerberg. Der stellvertretende Regionalleiter würdigte die Bereitschaft zur Mitwirkung im Naturschutz, im Lehrteam Allgäu, bei der Lawinenhundestaffel Allgäu sowie bei der Cannyoning-Rettung Allgäu.

Bürgermeisterin Michaela Waldmann hob das hohe Engagement von Franz Dopfer und seinem Team hervor: „Bei ihren Einsätzen helfen sie Menschen in schwierigen Situationen.“ Die Rathauschefin ermunterte: „Nutzt die finanzielle Hilfsbereitschaft der Gemeinde.“