Besuch

Hunderte Kleinwalsertaler jubeln Kanzler Kurz zu

Österreich Bundeskanzler Sebastian Kurz (Mitte) besuchte am Mittwochabend das Kleinwalsertal

Österreich Bundeskanzler Sebastian Kurz (Mitte) besuchte am Mittwochabend das Kleinwalsertal

Bild: Ralf Lienert

Österreich Bundeskanzler Sebastian Kurz (Mitte) besuchte am Mittwochabend das Kleinwalsertal

Bild: Ralf Lienert

Nach über 47 Jahren hat am Mittwochabend erstmals wieder ein österreichischer Bundeskanzler das Kleinwalsertal besucht. Im Vorfeld gab es allerdings Ärger.
15.05.2020 | Stand: 11:19 Uhr

Sebastian Kurz kam für eine Stippvisite ins Tal, um sich gemeinsam mit Landeshauptmann Markus Wallner ein persönliches Bild von der Situation vor Ort zu machen. Der Besuch war gleichzeitig der Auftakt zu einer Reihe von Visiten in mehrere Bundesländer, die Kurz demnächst besuchen will.

Bei seiner Ankunft pünktlich gegen 19 Uhr an der Walserschanze begrüßten viele Einheimische - darunter Bürgermeister Andi Haid - den Kanzler, der in einem dunklen BMW in einem Fahrzeug-Convoy vorgefahren war. Hunderte Zuschauer standen mit Luftballons an der Walserstraße, jubelten Kurz begeistert zu und schwenkten kleine Österreich-Fahnen. Darunter waren auffällig viele Jugendliche und Kinder.

Kanzler appelliert an seine Landsleute

Kurz sagte, er begrüße zwar die Lockerungen, die nun in Österreich gelten. Er appellierte aber an seine Landsleute, den Sicherheitsabstand einzuhalten und die verordneten Maßnahmen zu befolgen.

Fotos fürs Familienalbum

Auf seinem Weg zum Walserhaus in Hirschegg hielt der BMW von Kurz mehrmals an. Der Bundeskanzler stieg immer wieder aus und begrüßte vor allem Kinder. Außerdem ließ er sich mit vielen Walsern fotografieren. Dabei spielte manchmal der Sicherheitsabstand keine Rolle mehr, obwohl Kurz die Menschen immer wieder daran erinnerte.

Bäuerin und Kinder singen das Walserlied

Eine Frau in Tracht sang zusammen mit Kindern dem Kanzler das Walserlied vor. Kurz klatschte und zeigte sich begeistert.

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Kanzler Kurz im Kleinwalsertal

Kurz: "Danke fürs Durchhalten"

Nach seiner Ankunft am Walserhaus applaudierten viele Zuschauer. "Danke fürs Durchhalten", sagte der 33-Jährige. Im Anschluss gegen 20.30 Uhr zog sich Kurz zu zwei Gesprächsrunden mit Vertretern der Tourismusbranche und der Gemeinde im Walserhaus zurück. Dabei ging es unter anderem um die umstrittene Grenzschließung wegen der Corona-Krise, die den gesamten Tourismus zum Erliegen gebracht hat.

Kritik wegen Beflaggung

Vor dem Besuch von Kurz hatte die Gemeinde Mittelberg ihre Bürger aufgefordert, die Hausfassaden zu beflaggen, da ein persönlicher Kontakt mit Kanzler Kurz nicht möglich sei. Zudem sollten sich die Walser für Bekundungen an die Hauptstraße stellen. Daraufhin erntete die Gemeinde allerdings Gegenwind und nahm ihre Aufforderung zurück. Auf ihrer Facebook-Seite war zu lesen, dass die Beflaggung als Zeichen der Wertschätzung vonseiten der Gemeinde für die Bemühungen zu verstehen sei. Bund und Land seien darüber nicht informiert gewesen. "Wir nehmen aber zur Kenntnis, dass diese Geste von manchen Personen falsch aufgefasst wurde und werden auf diese nun verzichten." Das Ganze sei keine Anordnung gewesen, sondern habe auf Freiwilligkeit beruht.

Seit 1973 war kein Kanzler mehr im Kleinwalsertal

Der letzte Besuch eines österreichischen Kanzlers war am 8. Januar 1973: Damals war Regierungschef Dr. Bruno Kreisky (SPÖ) zu Gast in der zu Vorarlberg gehörenden österreichischen Exklave.

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