Milchwirtschaft

Allgäuer Hof-Milch schließt den Wertacher Käse-Laden

Den Käseverkauf stellt die Allgäuer Hof-Milch in Wertach Mitte November ein, die Käseproduktion dort wurde bereits im August gestoppt. Das Gebäude gehört der Gemeinde. Bürgermeisterin Gertrud Knoll sagt, sie sei derzeit mit mehreren Interessenten im Gespräch. Sie hofft auf eine weitere Käseproduktion am Traditionsstandort. In Wertach soll der Weißlacker erfunden worden sein. Die Allgäuer Hof-Milch produziert diese Spezialität nun in Sonthofen.

Den Käseverkauf stellt die Allgäuer Hof-Milch in Wertach Mitte November ein, die Käseproduktion dort wurde bereits im August gestoppt. Das Gebäude gehört der Gemeinde. Bürgermeisterin Gertrud Knoll sagt, sie sei derzeit mit mehreren Interessenten im Gespräch. Sie hofft auf eine weitere Käseproduktion am Traditionsstandort. In Wertach soll der Weißlacker erfunden worden sein. Die Allgäuer Hof-Milch produziert diese Spezialität nun in Sonthofen.

Bild: Benjamin Liss

Den Käseverkauf stellt die Allgäuer Hof-Milch in Wertach Mitte November ein, die Käseproduktion dort wurde bereits im August gestoppt. Das Gebäude gehört der Gemeinde. Bürgermeisterin Gertrud Knoll sagt, sie sei derzeit mit mehreren Interessenten im Gespräch. Sie hofft auf eine weitere Käseproduktion am Traditionsstandort. In Wertach soll der Weißlacker erfunden worden sein. Die Allgäuer Hof-Milch produziert diese Spezialität nun in Sonthofen.

Bild: Benjamin Liss

Gemeinde  Wertach ist Eigentümerin des Gebäudes und will, dass dort wieder eine Molkerei eröffnet. Es soll einige Interessenten geben.
04.11.2020 | Stand: 18:05 Uhr

Nichts bleibt, wie es ist. Seit August wird in Wertach, wo der Weißlacker erfunden wurde, kein Käse mehr produziert, Mitte November schließt auch noch die Verkaufsstelle der Allgäuer Hof-Milch im Sennerei-Gebäude. Das wiederum gehört der Gemeinde Wertach. Und wenn es nach Bürgermeisterin Gertrud Knoll geht, soll dort künftig auch wieder gekäst werden. „Wir sind in Gesprächen und versuchen eine gute Lösung für den Markt Wertach und die Landwirtschaft zu finden“, sagt die Rathauschefin.

Der Vertrag mit der Allgäuer Hof-Milch läuft noch bis Ende 2021. Warum aber schließt die Gesellschaft dort den Käseverkauf? Es dürfte auch mit der finanziellen Situation der Allgäuer Hof-Milch zusammenhängen. Geschäftsführer Matthias Haug spricht von einer „angespannten Phase, die nun überwunden wird“. (Lesen Sie auch: Neuer Gesellschafter bei der Allgäuer Hof-Milch)

  • Rückblick 2016 gründen Molkereimeister Johannes Nussbaumer und der ehemalige Geschäftsführer der Andechser Molkerei, Matthias Haug, in Missen die Allgäuer Hof-Milch. Die jungen Familienväter investieren mehrere Millionen Euro. 2018 übernehmen sie zusätzlich den Standort von Arla Foods (ehemals Oberallgäuer Milchwerk und ehemals Allgäuland) in Sonthofen. Dazu gehört auch die Sennerei in Wertach. Werksverkäufe werden in Sonthofen, Wertach und im Oberstaufner Ortsteil Konstanzer eingerichtet. Nussbaumer hat allerdings im Juli die Geschäftsführung niedergelegt und ist nun auch als Gesellschafter ausgestiegen. Er, beziehungsweise die Gesellschaft „Dorfkäserei Nußbaumer GmbH“, führt den Hof-Milch-Laden in Konstanzer weiter. Die Hof-Milch stellte ihren Werksverkauf dort ein. Alle sechs Mitarbeiterinnen sind von der Dorfkäserei übernommen worden. Armin Stockem, ein weiterer Mitgründer der Allgäuer Hof-Milch, ist ebenfalls aus dem Gesellschafterkreis ausgeschieden, sagt Haug. Mitgründer Wolfgang Fischer aus Sonthofen bleibt aber wie Matthias Haug weiterhin Gesellschafter der Hof-Milch-Gruppe.
  • Aktuelles „Den Standort Wertach wird die Allgäuer Hof-Milch schließen“, mit den Mitarbeiterinnen sei man im Gespräch, heißt es in einer Pressemitteilung. Darin steht auch, dass neben Haug nun Kuno Linder die Geschäfte führt. Er sei zuständig für die Finanzen, das Personal und den Vertrieb. Linder und seine Frau Bettina Kurrle aus Bolsterlang sind nun auch Gesellschafter der Allgäuer Hof-Milch.
  • Wertach Seit drei Monaten wird in Wertach nicht mehr gekäst. Die Bestände werden noch gepflegt und sukzessive verkauft, sagt Haug. Er spricht von einem „schwierigen Gebäude zum Käsen“. Wer heute an den Lebensmittel-Einzelhandel liefere, müsse hohe Hygienestandards einhalten. In solch einem alten, verwinkelten Molkereigebäude wie in Wertach sei es nicht einfach, die behördlichen Auflagen zu erfüllen. Bereits 2019 habe der Reife-Keller saniert werden müssen. Der gelernte Molkerei-Techniker Haug wird in Sonthofen bald selbst die Käse-Produktion führen. Der bisherige Produktionsleiter verlasse die Hof-Milch zum Ende des Jahres. Der ehemalige Senn aus Wertach, Georg Kierein, wiederum bleibt laut Haug als „Teamleiter der Käserei in Sonthofen“. In Wertach sei es auch aus personellen Gründen schwierig geworden, die Sennerei und den Laden weiterzuführen. Der neue Geschäftsführer Linder erläutert: „Wir müssen wesentlich wirtschaftlicher und fokussierter arbeiten, aber gleichzeitig weiterhin höchste Milch- und Käsequalität liefern.“ Deshalb liege der Fokus auf Sonthofen und Missen-Wilhams.
  • Ausblick „Wir wollen kein überregionaler Player werden“, sagt Geschäftsführer Haug mit Blick auf die künftige Strategie des Unternehmens. Die Hof-Milch wolle sich als Spezialitäten-Käserei etablieren – mit Bio-Heumilch-Produkten.