Ende eines Sonthofer Events

Aus für die Strausberg Trophy: Darum zogen die Verantwortlichen die Reißleine

Das letzte Mal starteten die Dreier-Teams bei der beliebten Strausberg-Trophy in Sonthofen.

Das letzte Mal starteten die Dreier-Teams bei der beliebten Strausberg-Trophy in Sonthofen.

Bild: Günter Jansen

Das letzte Mal starteten die Dreier-Teams bei der beliebten Strausberg-Trophy in Sonthofen.

Bild: Günter Jansen

Es ist Schluss für die Strausberg Trophy. Der RSV Sonthofen kann den Aufwand nicht mehr stemmen. Präsident Richard Wolf macht seinem Ärger Luft.
19.07.2022 | Stand: 08:15 Uhr

Sonthofen Es war die letzte ihrer Art. Mit der fünften Auflage der Strausberg Trophy endet ein kurzes, aber überaus beliebtes Kapitel in der Sonthofer Sportveranstaltungsgeschichte. „Wir haben in den ersten Jahren große Anstrengungen unternommen in der Hoffnung, dass wir das ein paar Jahre halten können“, sagt der Präsident des ausrichtenden RSV Sonthofen, Richard Wolf, zum Aus des beliebten Dreier-Rennens: „Inzwischen müssen wir aber jährlich umplanen und können bewährte Dinge nicht beibehalten. Das erschwert die Organisation ungemein und macht den Aufwand so immens, dass wir die Reißleine gezogen haben. Es ist Schluss.“

RSV-Präsident ärgert sich über neu auferlegte Regeln

Am meisten ärgert sich Wolf über neu auferlegte Regelungen, wonach Veranstaltungen, bei denen eine Zeitnahme erfolgt, auf der Strecke nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden dürfen. „Dieser Aufwand ist nicht mehr tragbar und das stinkt mir gewaltig“, sagt Wolf. „Das gibt solchen Veranstaltungen keinen Halt mehr. Wir als RSV Sonthofen müssen die Imberger unnötig von der Außenwelt abschneiden. Ich will den Leuten etwas bieten und sie nicht einschränken. Darunter leidet auch die Atmosphäre.“

Und diese war bei der nun letzten Auflage mit 36 Teams und 108 Teilnehmern aus Sicht des RSV-Vorsitzenden „prächtig“. Die favorisierten Teams machten den Sieger unter sich aus: In 1:07:11 Stunde siegte der RSC Kempten mit Patrick Rieger, Noah Laschewski und Michael Laur (siehe Ergebnisse) vor den Seriensiegern von Sport Haschko (1:12:45/Johannes Herrmann, Peter Clauß und Jakob Mayer). Bei den Frauen triumphierte das RSV-Allgäu-Outlet-Team (Sonja Edelmann, Franziska Keller, Charlotte Heim).

Klangvolle Namen beim Sturm auf den Hof

Mit Simon Nuber von der RU Wangen als ehemaliger deutscher Bergmeister und Emil Kreuchauf vom RSV Sonthofen als bayerischer Straßen-Meister im Nachwuchs, Ausnahmeläufer Simon Pulfer und Strausberg-Trophy-Stammgast Quirin Schmölz waren auch etliche namhafte Sportler am Start. Trotz des geänderten Zielorts zum Sonthofer Hof blieb der Charme der Trophy erhalten – und so gewann das Team, dass bei allen drei Disziplinen die geringste Zeit benötigte. Beim Familienteam siegte der Wachter-Express I, beim Jugendteam eines der zahlreichen gemeldeten RSV Allgäu Outlet-Teams mit 1:22:03 Stunde.

Bilderstrecke

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Für den Mountainbiker/Gravel Biker und den Läufer galt es, die kurze Strecke über die Steinbichelrunde und dem Militärgebiet oberhalb von Hofen zu absolvieren (5,1 Kilometer und 388 Höhenmeter). Dagegen musste der „MTB lang“-Fahrer die bisher bekannte Strecke zur Strausberghütte hochfahren – bis kurz unter den Strausbergsattel führte die Strecke die Teilnehmer vorbei am Naturpark Strausberg Hochmoor. Doch die Biker durften diese Höhe in der Abfahrt zum Sonthofer Hof wieder „vernichten“. Jedes Team hat damit taktiert, den ausdauerndsten Fahrer auf die lange Strecke zu schicken (9,6 km und 507 hm).

Richard Wolf: "Es tut weh, aber die Vernunft hat gewonnen"

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Im 30-Sekunden-Takt rasten jeweils die drei MTB- und Laufteilnehmer über die Kontaktschleife, die ihre individuelle Zeit misst – eine Einzelzeitwertung gab es traditionell nicht. Auf 1143 Metern über Sonthofen erwarteten die Teilnehmer Kuchen, Käsebrot, Maultaschen und ein letztes Mal die beliebte Tombola der Strausberg Trophy.

„Es war ein super Rennen bei tollem Wetter. Die Teilnehmer waren sehr vernünftig, der Zielort am Hof war perfekt. Es hat alles gepasst“, sagt Wolf, ergänzt aber mit Blick auf das Aus für das sportliche Schmuckstück: „Der Schritt war nicht leicht – und es gibt nach wie vor Gegenstimmen. Aber in der Summe war es für uns als Verein eine eindeutige Entscheidung. Der Aufwand wird so groß, dass man es als Ehrenamtlicher nicht mehr mit dem Privatleben vereinbaren kann. Es tut weh, aber die Vernunft hat gewonnen.“