Blaichach

Blaichacher Mehrzweckhalle soll bald fallen - das ist geplant

Hinter einem Spielplatz liegt die Mehrzweckhalle in der Blaichacher Jahnstraße. Sie ist seit über einem Jahr gesperrt.

Hinter einem Spielplatz liegt die Mehrzweckhalle in der Blaichacher Jahnstraße. Sie ist seit über einem Jahr gesperrt.

Bild: Silvia Reich-Recla

Hinter einem Spielplatz liegt die Mehrzweckhalle in der Blaichacher Jahnstraße. Sie ist seit über einem Jahr gesperrt.

Bild: Silvia Reich-Recla

Marodes Gebäude wird wohl Anfang 2021 abgerissen. Gemeinderat Blaichach diskutiert über Zukunft des Geländes. Mietwohnungen stehen zur Debatte. Es gibt auch weitere Ideen

06.08.2020 | Stand: 18:06 Uhr

Dass die Mehrzweckhalle Blaichach abgerissen wird, das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Doch was passiert dann mit dem Gelände mitten in einem Wohngebiet? Der Gemeinderat Blaichach hat darüber diskutiert, unter anderem eine neue Kindertagesstätte oder eine weitere Wohnbebauung ins Gespräch gebracht.

"Das SWW hat ein Vorkaufsrecht"

Bürgermeister Christof Endreß wies auf die laufenden Kosten hin, die die Halle nach wie vor verschlingt. Jährliche Heizkosten von bis zu 20 .000 Euro seien nötig, um weitere Schäden zu vermeiden. Und werde die Halle nicht bald abgerissen, müsste aus Sicherheitsgründen auch noch der Heizöltank saniert werden. Schließlich wohnt der Hausmeister noch im Gebäude, hat aber eine neue, gemeindliche Wohnung angeboten bekommen, wie der Bürgermeister sagte.

Was das Grundstück mit der Mehrzweckhalle anbelangt, sagte Endreß auch: „Das SWW Oberallgäu hat ein Vorkaufsrecht.“ Es habe bereits Gespräche mit Vertretern des SWW (Sozial-Wirtschaftswerk) in Sonthofen gegeben. Geplant ist, gemeinsam eine Nachnutzung zu entwickeln. Die Nachfrage nach Mietwohnungen sei groß, sagte Endreß auch. Er könne sich vorstellen, das Erdgeschoss für eine Kindertagesstätte zu nutzen, und zwar so, dass später daraus auch eine andere Nutzung entstehen könnte, beispielsweise für Senioren. Die Gemeinde ist Eigentümer der Halle.

"Wir brauchen ein Übergangslösung"

Maira Brandelhuber (Die Grünen) sprach sich dafür aus, die Halle bald abzureißen, vor allem wegen der laufenden Betriebskosten. Man sollte sich aber zunächst Gedanken über eine sinnvolle Nachnutzung machen, ergänzte der Rathauschef. Christian Neuert (CSU) regte an, „den Öltank in der Halle „gleich stillzulegen“. Christian Matzek (SPD) forderte: „Wir brauchen eine Übergangslösung für Veranstaltungen. Die Vereine können nicht fünf Jahre warten, bis eine andere Veranstaltungshalle steht.“

Endreß brachte dabei den Großhandel C & C ins Gespräch (im dortigen Veranstaltungsraum fand auch die Gemeinderatssitzung statt, wegen der vorgeschriebenen Corona-Abstandsregeln). Michael Schramm (CSU) nannte Abrisskosten von mindestens 50. 000 Euro. Es sollte vorher geregelt werden, ob die Gemeinde dafür verantwortlich ist oder ein anderer Besitzer. Spätestens im Februar 2021 soll eine Entscheidung getroffen werden. 

>> Lesen Sie auch: Gemeinde Blaichach kauft Gelände der Schießstätte <<

Blaichacher Mehrzweckhalle - ein Blick zurück 

  • 1930: Die Turnhalle wird von der Allgäuer Baumwollspinnerei errichtet.
  • 1956: Turnhalle wird von der Gemeinde erworben und 1958 mit einer Hausmeisterwohnung ergänzt.
  • 1970/71: Umbau in eine moderne Mehrzweckhalle für Veranstaltungen und den Sportbetrieb.
  • 2007: Bei Überprüfungen der Halle wird die Dach-Schneelast reduziert auf maximal 140 Kilo pro Quadratmeter.
  • Anfang 2019: Standsicherheitsprüfung: Es werden gravierende Mängel am Dachtragwerk erkannt.
  • 17. April 2019: Gemeinde sperrt die Halle.
  • Juli 2019: Kostenschätzung zur Sanierung der Halle kommt auf mindestens 400 000 Euro. Gemeinderat erwägt einen Abriss.
  • Juni 2020: Gemeinde kauft die Schießstätte an der Blaichacher Sportanlage. Diskutiert wird nun darüber, dort in einigen Jahren eine neue Veranstaltungshalle zu bauen, eventuell zusammen mit Blaichach.