Anbau

Die Kinderkrippe in Bad Hindelang bleibt teuer

An die Turnhalle in Bad Hindelang wird die künftige Kinderkrippe angebaut. Im Herbst 2021 soll sie eröffnen.

An die Turnhalle in Bad Hindelang wird die künftige Kinderkrippe angebaut. Im Herbst 2021 soll sie eröffnen.

Bild: Günter Jansen

An die Turnhalle in Bad Hindelang wird die künftige Kinderkrippe angebaut. Im Herbst 2021 soll sie eröffnen.

Bild: Günter Jansen

Der Gemeinderat will sparen, aber die Ausschreibungen bringen teilweise wesentlich höherer Kosten als vom Architekten geplant. Jetzt gibt es neue Ideen
22.12.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Schon wieder sorgt der Bau der Kinderkrippe in Bad Hindelang für Diskussionen: 2019 speckte die Gemeinde die Planungen ab, um deutlich unter drei Millionen Euro zu kommen. Dann schnellten die Kosten dennoch wieder von 2,4 auf drei Millionen hoch: Unter anderem musste eine Feuerwehrzufahrt neu geplant werden, auch verlangte das Landratsamt, dass die Gruppenräume für die Kinder ein wenig größer sein müssten. Und jetzt sorgen Angebote auf Ausschreibungen für Unmut: Der Gemeinderat hielt Aufträge für vier Gewerke zurück, denn die Preise lagen um bis zu 75 Prozent über den Berechnungen des Architekten.

Warum das so ist, darüber gab es nur Vermutungen. Die Handwerksbetriebe hätten viel zu tun, hieß es. Etliche reichten nur noch ein Angebot ein, wenn der Auftrag auch lukrativ sei. Welche Meinung der Architekt hat, bleibt im Ungewissen: Er war bei der Sitzung nicht dabei. Im Januar will sich der Gemeinderat aber mit ihm treffen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel sagte: „Wir sollten seine Erklärung anhören.“

Die Bauverwaltung schmiedete bereits eigene Ideen: Um Kosten zu sparen, soll die Treppe, so hieß es, künftig in Stahlbeton ausgeschrieben werden. Da seien Preise in Höhe von 6000 Euro zu erwarten. Die Treppe in Holzausführung koste hingegen knapp 30 000 Euro – und nur ein Angebot ging ein. Neun Firmen waren zur Angebotsabgabe aufgefordert worden. Viel teurer als vom Architekten erwartet, waren auch die Ergebnisse für Spengler-, Putz- und Schreinerarbeiten. Die Ausschreibung der Holztüren – so wurde von der Bauverwaltung zudem angeregt – soll in einfachere Vorgaben verändert werden.

„Kein Fass aufmachen“

Gemeinderat Kaspar Scholl (CSU), konnte das zwar alles nachvollziehen, ärgerte sich dennoch maßlos: „Müssen wir in der Gemeinde jetzt das machen, was eigentlich die Arbeit des Architekten ist?“ Sein Parteikollege Eric Enders stimmte ein: „In meinen Augen ist das keine sorgfältige Kostenschätzung.“ Simon Blanz (FW Bad Oberdorf) beschwichtigte: „Es sind vier Gewerke, die aus dem Rahmen fallen. Da müssen wir jetzt kein Fass aufmachen.“

Sieben Gewerke wurden ausgeschrieben (unter anderem Estrich, Fliesen sowie Maler- und Lackierarbeiten). Die Krippe soll im Herbst 2021 bezugsfertig sein. Die Gemeinde schaffte vorübergehend eine Behelfslösung zur Kinderbetreuung in gemieteten Containern. Die sind beim Hindelanger Sportplatz.