Bürgerdiskussion

50 Allgäuer sammeln auf dem Nebelhorn Meinungen zur Zukunft Europas

Klimaschutz, Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Digitaler Wandel, Migration sowie Jugend-Kultur-Sport: Das waren Schwerpunkte der Bürgerdiskussion mit der EU-Abgeordneten Ulrike Müller (rechts) aus Missen-Wilhams.

Klimaschutz, Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Digitaler Wandel, Migration sowie Jugend-Kultur-Sport: Das waren Schwerpunkte der Bürgerdiskussion mit der EU-Abgeordneten Ulrike Müller (rechts) aus Missen-Wilhams.

Bild: Reich-Recla

Klimaschutz, Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Digitaler Wandel, Migration sowie Jugend-Kultur-Sport: Das waren Schwerpunkte der Bürgerdiskussion mit der EU-Abgeordneten Ulrike Müller (rechts) aus Missen-Wilhams.

Bild: Reich-Recla

Ulrike Müller, Europaabgeordnete der Freien Wähler aus Missen-Wilhams, lud die 50 Allgäuer ein. Zu Impf-Verweigerer Aiwanger will sie nichts sagen.
05.08.2021 | Stand: 18:58 Uhr

Eine Bürgerdiskussion auf der Bergstation des Nebelhorns? Klar, das war nicht spontan, sondern für Menschen mit Einladung. „Wir haben Vertreter aller Branchen angeschrieben“, sagt die Europaabgeordnete Ulrike Müller aus Missen-Wilhams. Ob aus der Industrie oder dem Handwerk, sozialen oder medizinischen Bereich. „Jeder soll seine Sichtweise in die Konferenz zur Zukunft Europas einbringen.“ Das geht übrigens auch über eine Online-Plattform der EU.

50 Frauen und Männer waren in Oberstdorf. Dabei ging es nicht um Parteipolitik, obwohl einige von Müllers Parteifreunden der Freien Wähler dabei waren, unter anderem Alexander Hold, Vizepräsident des Landtags aus Kempten oder auch Gabi Schmidt, die stellvertretende Bundesvorsitzende. Von sich reden macht aber der Bundesvorsitzende, Hubert Aiwanger. Er lässt sich derzeit nicht gegen Corona impfen. „Das ist seine Privatsache“, antwortet Müller auf eine entsprechende Frage. Sie selbst sei zweimal geimpft. „Mir ist das wichtig zum Schutz der anderen.“

Ulrike Müller: "Wir müssen die bäuerlichen Betriebe schützen"

Ulrike Müller ist ehemalige Oberallgäuer Kreisbäuerin. Sie sagt: „Wir müssen die bäuerlichen Betriebe schützen und begleiten“. Es sei wichtig, dass die Kulturlandschaft weiter gepflegt werde. Es sei auch wichtig, gut Ausgebildete in den Dörfern zu halten, das Ehrenamt zu stärken, denn eine gute Vereinskultur sei elementar. Es sei „ein Fluch der Digitalisierung, dass man sich kaum noch trifft, lieber im Netz chattet.“ Dennoch habe Deutschland Nachholbedarf in puncto schnelles Internet. Im Baltikum gebe es freies W-Lan.

50 Allgäuer sammeln auf dem Nebelhorn Meinungen zur Zukunft Europas

Das wünscht sich auch Hugo Wirthensohn, einer der Teilnehmer, aus Altusried. Für ihn gehören kostenlose W-Lan-Netze zur Daseinsvorsorge. Günther Klee aus Sonthofen will mehr regionale Förderung für Kleinbauern und „dass Flora und Fauna einen höheren Stellenwert bekommen“. Margarethe Schropp aus Sulzberg hält es für wichtig, dass Migranten, die in der Gastronomiebranche tätig sind, auch Deutsch lernen. Renate Körper (Immenstadt) sagt: „Es ist schade, dass das Handwerk vernachlässigt wird und sich alles nur ums Studieren dreht.“ Tobias Heinrich, Leiter der Musikschule Oberallgäu, wünscht sich, dass Diplome aus dem europäischen Ausland schneller anerkannt werden. Das dauere oft Jahre.

Ideen zu verschiedenen Themen wurden gesammelt und sollen in ein Positionspapier münden.
Ideen zu verschiedenen Themen wurden gesammelt und sollen in ein Positionspapier münden.
Bild: Silvia Reich-Recla

Müller fasst die niedergeschriebenen Ideen zusammen und will sie in das Positionspapier Zukunft Europa (Oberallgäu) münden lassen, "das wir dann im Herbst dem Zukunftskonvent der EU übermitteln werden".

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