Projekt

Mitfahrbänkle: Es machen nicht alle Gemeinden im Oberallgäu mit

So sehen die „Mitfahrbankerl“ in der Region Ebersberg aus. In dem Pfosten neben der Bank befinden sich die Schilder, die anzeigen, wohin der „Bankdrücker“ mitgenommen werden will. Gibt es solche Bänke bald auch im Oberallgäu?

So sehen die „Mitfahrbankerl“ in der Region Ebersberg aus. In dem Pfosten neben der Bank befinden sich die Schilder, die anzeigen, wohin der „Bankdrücker“ mitgenommen werden will. Gibt es solche Bänke bald auch im Oberallgäu?

Bild: Osterrieder

So sehen die „Mitfahrbankerl“ in der Region Ebersberg aus. In dem Pfosten neben der Bank befinden sich die Schilder, die anzeigen, wohin der „Bankdrücker“ mitgenommen werden will. Gibt es solche Bänke bald auch im Oberallgäu?

Bild: Osterrieder

Die Regionalentwicklung will eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr schaffen. Im Landkreis-Norden sind die Kommunen dabei, der Süden schwächelt dagegen noch.
So sehen die „Mitfahrbankerl“ in der Region Ebersberg aus. In dem Pfosten neben der Bank befinden sich die Schilder, die anzeigen, wohin der „Bankdrücker“ mitgenommen werden will. Gibt es solche Bänke bald auch im Oberallgäu?
Von Franz Summerer
02.12.2020 | Stand: 12:34 Uhr

Welche Chancen hat das Projekt „Mitfahrbänkle“? Während die Stadt Kempten und die meisten Gemeinden im nördlichen Landkreis mitmachen wollen, zögert der Oberallgäuer Süden noch. Wie das System funktioniert, erläuterte Eva Osterrieder, Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Oberallgäu, im Stadtrat Immenstadt. Und das wohl überzeugend: Am Ende stimmten die Stadträte einhellig dem Projekt zu.

Die Regionalentwicklung, die im Oberallgäu die Zuschüsse für „Leader-Maßnahmen“ organisiert, will bei den Mitfahrbänkle als Träger fungieren. Die Hälfte der Kosten für die Bänke wird über die Förderung gedeckt, die andere Hälfte müssten die Kommunen übernehmen. Pro Bank und entsprechende Schilder werde mit Kosten von 2000 Euro gerechnet. Damit bleiben je 1000 Euro für die Kommunen. Bisher haben sich laut Osterrieder 18 Städte und Gemeinden von insgesamt 29 im Kreis samt Kempten bereit erklärt, Bänke aufzustellen.

Weniger Interesse an Mitfahrbänkle im südlichen Landkreis

Dabei wollen sich die Gemeinden im nördlichen Landkreis „dem Projekt fast geschlossen anschließen“, sagt Osterrieder. Aktuell fehlen ihr nur vier Rückmeldungen. Auf weniger Interesse stoßen die Mitfahrbänkle dagegen im südlichen Landkreis. Allerdings macht das Projekt nur Sinn, wenn das Angebot möglichst flächendeckend ist. Angedacht sei eine Anzahl von 80 Bänken. Komme es zu einem geschlossenen Netz an mitmachenden Kommunen, dann werde der Verein Regionalentwicklung darüber entscheiden, die Trägerschaft zu übernehmen. Die Bänke könnten nächsten Sommer aufgestellt werden.

Keine Konkurrenz zum ÖPNV

Osterrieder stellte klar, dass die Mitfahrbänkle keine Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr sein sollen, sondern nur eine Ergänzung. Damit könnten Lücken geschlossen werden, die von Bus und Bahn nicht abgedeckt werden. Deshalb sollten von den Kommunen auch Ziele angegeben werden, „die selten oder gar nicht durch den ÖPNV bedient werden“, sagt die Geschäftsführerin. Dazu gehöre dann jeweils eine „Gegenbank“, damit die Mitfahrer auch wieder zurückkämen.

Vorschläge von Bürgern zu Standorten in Immenstadt hatte Stadträtin Sarah Haneberg (CSU) über Social Media und E-Mails gesammelt. Genannt wurden dabei der Kreisel bei Eberl, am Bahnhof, an der Kalvarienbergstraße (Bushaltestelle Schule), der Kreisel Viehmarktplatz und in Diepolz. Gegenbänke sollen vor allem in den Bergstätt-Dörfern entstehen. „Bei den vielen Ortsteilen sind Mitfahrbänkle für Immenstadt besonders geeignet“, glaubt Osterried.