Corona-Pandemie

Oberallgäuer Mutter-Kind-Kliniken fürchten um ihre Existenz

Viele Mutter-Kind-Kliniken kämpfen dafür, unter den Rettungsschirm der Bundesregierung zu kommen. Doch derzeit ist nicht vorgesehen, dass die Häuser finanziell unterstützt werden. Das Bild entstand vor der Corona-Pandemie.

Viele Mutter-Kind-Kliniken kämpfen dafür, unter den Rettungsschirm der Bundesregierung zu kommen. Doch derzeit ist nicht vorgesehen, dass die Häuser finanziell unterstützt werden. Das Bild entstand vor der Corona-Pandemie.

Bild: Archivfoto: Matthias Becker

Viele Mutter-Kind-Kliniken kämpfen dafür, unter den Rettungsschirm der Bundesregierung zu kommen. Doch derzeit ist nicht vorgesehen, dass die Häuser finanziell unterstützt werden. Das Bild entstand vor der Corona-Pandemie.

Bild: Archivfoto: Matthias Becker

Ein Rettungsschirm für Mutter-Kind-Kliniken ist nicht vorgesehen. Deshalb fürchten Häuser im Oberallgäu um ihre Existenz, wenn es keine Zuschüsse gibt.
10.11.2020 | Stand: 13:08 Uhr

Die Bundesregierung hat weitere Corona-Finanzhilfen angekündigt, damit die Auswirkungen der Pandemie wirtschaftlich bewältigt werden können. Doch der Schutzschirm gilt künftig nicht für Mutter-Kind-Kliniken. Deshalb beteiligt sich die Klinik Sonnenalm in Oberstaufen-Steibis am heute stattfindenden bundesweiten Aktionstag für Mutter-Kind-Kliniken.

Sollte keine weitere Corona-Finanzhilfe gewährt werden, sei der Fortbestand auch des Hauses in Steibis gefährdet, sagt Monika Vahrenhorst, Leiterin der Klinik. „Aufgrund der Hygienemaßnahmen könnten nicht alle Betten belegt werden“.

Ferner würden derzeit viele Mütter lieber zu Hause bleiben, weil sie Angst vor einer Ansteckung hätten. Deshalb gingen die Anmeldungen für eine Kur und damit auch die Einnahmen für das Haus in Steibis immer mehr zurück. Derzeit sind 95 Kinder in der Klinik. In den nächsten Wochen und Monaten werden es noch weniger. Platz wäre für 110 Mädchen und Buben. „Deshalb hoffen wir, dass auch Mutter-Kind-Kliniken unter den Schutzschirm gestellt werden“, lässt die Leiterin wissen.

(Lesen Sie auch: Schule und Corona: Familie aus Scheidegg klagt gegen Landkreis Lindau)

"Ein kostendeckendes Arbeiten ist nicht mehr möglich"

Darauf hofft auch Jürgen Waibel, Geschäftsführer der Hochgebirgsklinik in Oy-Mittelberg. „Nachdem der Rettungsschirm für Mutter-Kind-Kliniken ausgelaufen ist, sei ein kostendeckendes Arbeiten nicht mehr möglich, berichtet der Geschäftsführer. Denn durch das Hygienegesetz mit vorgeschriebenen Abständen könnten nicht alle Zimmer belegt werden. Zudem würden Mütter und Väter mit ihren Kindern vorzeitig abreisen oder Termine stornieren, weil sie verunsichert seien. „Das kann auf Dauer existenzbedrohend werden“, glaubt Waibel.

Davon ist auch Elke Hüttenrauch überzeugt. Auch die Klinik Hohes Licht in Oberstdorf, die sich speziell um Frauen mit psychosomatischen Gesundheitsstörungen kümmert, ist nicht voll ausgelastet und erhält keine staatlichen Zuschüsse. Doch die Kosten seien die gleichen, ob das Haus mit fünf oder 50 Frauen belegt sei, sagt die Geschäftsführerin.

"Wir mussten vielen Frauen für die nächsten Wochen und Monate absagen"

Voll ausgelastet mit 35 Kindern und 20 Frauen bis Jahresende und darüber hinaus ist dagegen das Mutter-Kind-Kurheim in Obermaiselstein, berichtet Betreiberin Marianne Osterried. „Wir mussten vielen Frauen für die nächsten Wochen und Monate absagen.“ Mütter, die in ihr Haus kämen, hätten keine Angst vor einer Ansteckung. Sie wären froh, nach all den anstrengenden Wochen im März und April mit Homeschooling und damit verbundener Mehrarbeit „sich endlich bei uns erholen zu können“, sagt Osterried.

Deshalb hätten auch die Krankenkassen die Kostenzusagen für das kommende Jahr bereits verlängert.