Schulbau in Kempten

Bau der 10. Grundschule in Kempten: Darum fehlt es noch an Geld und Platz

Beim Kletterzentrum am Aybühlweg wird die zehnte Grundschule gebaut. Es läuft nicht alles rund im Vorfeld.

Beim Kletterzentrum am Aybühlweg wird die zehnte Grundschule gebaut. Es läuft nicht alles rund im Vorfeld.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Beim Kletterzentrum am Aybühlweg wird die zehnte Grundschule gebaut. Es läuft nicht alles rund im Vorfeld.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Beim Bau der zehnten Grundschule in Kempten läuft nicht alles rund. Anwohner am Aybühlweg müssen sich auf Behinderungen einstellen. Woran hakt es?
26.09.2022 | Stand: 17:41 Uhr

Die Vorbereitungen haben begonnen am Aybühlweg. Firmen richten ihre Baustelle für die zehnte Grundschule ein. Nach einigen Überraschungen im Vorfeld bleibt das Vorhaben aus mehrerlei Hinsicht spannend. Die Logistik für das Großprojekt bereitet den Verantwortlichen einiges Kopfzerbrechen. Die endgültige Förderzusage der Regierung von Schwaben steht zudem noch aus.

Eine „befristete Unbedenklichkeitsbescheinigung“ ist aktuell die Grundlage für den Baubeginn. Die kam laut Projektsteuerer Thomas Rückert vom Stuttgarter Büro Drees und Sommer am 21. Juli von den Behörden in Augsburg. „Eigentlich wollten wir Anfang Juni beginnen. So war der Start der Erdarbeiten erst Ende August möglich“, sagte er im Bauausschuss.

Von dem Puffer, der durch die Verschiebung der Schul-Eröffnung von 2024 auf 2025 gewonnen wurde, fehlt also bereits ein beträchtliches Stück.

Warum gibt es noch zu wenig Geld für die 10. Grundschule in Kempten?

„Es geht uns dabei nicht um Schuldzuweisungen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Nachdem in vielen schwäbischen Kommunen wegen der hohen Geburtenraten Erweiterungen und Neubauten im Grundschulbereich anstehen, sei der Fördertopf des Finanzministeriums „bei Weitem überzeichnet“ gewesen. Die Stadt habe erfolgreich interveniert, was letztlich auch anderen Projekten im Regierungsbezirk zugute kam. Erstmals seien Mittel für ein laufendes Jahr nachgereicht worden.

Also wieder rein ins umfangreiche Programm: Probebohrungen für Erdsonden zur Nutzung von Geothermie sind heuer noch vorgesehen. Trotz des Verzugs halten die Architekten am Termin für den Schulstart im September 2025 fest.

Wann wird das neue Parkdeck am Aybühlweg gebaut?

Als komplex erweist sich mittlerweile die Abwicklung auf dem Gelände nördlich des Kletterzentrums. Vor einigen Monaten war noch angedacht, große Teile des Alpenvereins-Parkplatzes als Lager und Maschinenpark zu nutzen. Die Verhandlungen verliefen allerdings wenig harmonisch – die Sektion Kempten-Allgäu hat sich zwar für die Abtretung ihres Grundstücks ausgesprochen, die Verhandlungen verliefen aber im Sand. Damit ist auch der geplante Quartiersplatz als Scharnier zwischen Schule, Sportanlagen und Cambomare zurzeit nicht mehr spruchreif. Auch die Errichtung eines Parkdecks liegt für die nächsten Jahre erst einmal auf Eis.

Für Schal- und Bewehrungselemente sowie den Aushub müssen folglich Ersatzflächen her. Mit dem Cambomare würden Verhandlungen geführt über die zeitweise Nutzung des Parkplatzes auf der anderen Seite des Aybühlwegs, hieß es. Die Verbindung müsse jedenfalls halbseitig gesperrt werden, um die Laster aufs Gelände lotsen zu können.

Ist die Zufahrt zum Cambomare während der Bauarbeiten möglich?

„Wir tun unser Bestmögliches, um die Beeinträchtigungen gering zu halten“, sagte Baureferent Tim Koemstedt. Die Zufahrt zum Erlebnisbad und den Sport- und Freizeiteinrichtungen bleibe möglich. Allerdings gebe es diverse „Zwangspunkte“ für die Versorgung der Baustelle. Standorte für zwei Kräne sind notwendig, eine Baustraße muss eigens erstellt werden: „Eine Grundschule für zwölf Klassen mit Zweifachsporthalle und Hort ist einfach etwas Größeres als ein Einfamilienhaus.“

Auch, was die Kosten betrifft: Immerhin handelt es sich bei der zehnten Grundschule um ein 30-Millionen-Euro-Projekt. Etwa 300 Kinder sollen dort unterrichtet werden. Eine enge Anbindung an die umliegenden Sportvereine ist Teil des Konzepts.

Was sagen Anwohner zu der Baustelle?

In der Nachbarschaft, etwa aus der Jakobwiese, gab es bereits im Vorfeld manche kritische Stimme. Schon jetzt sei der gesamte Bereich zu bestimmten Zeiten zugeparkt. Mit dem ganzen Baustellenverkehr werde sich die Situation über Jahre kaum entschärfen.

Der Spatenstich ist für den Montag, 24. Oktober, vorgesehen.

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