Kunst und Corona

Ungewohnte Ausstellungseröffnung: leise und ganz ohne Trubel

Viel Platz hatten die Besucher bei der Eröffnung der Kunst-Ausstellung am Freitagabend im Innenhof der Residenzhof.

Viel Platz hatten die Besucher bei der Eröffnung der Kunst-Ausstellung am Freitagabend im Innenhof der Residenzhof.

Bild: Ralf Lienert

Viel Platz hatten die Besucher bei der Eröffnung der Kunst-Ausstellung am Freitagabend im Innenhof der Residenzhof.

Bild: Ralf Lienert

Die Vernissage zu „Kunst im Allgäu 2020“ gerät entspannt. Wegen Corona waren statt 1000 Gästen 250 eingeladen. Preisträger kommen in Videos zu Wort.

11.08.2020 | Stand: 11:45 Uhr

Die Eröffnung der Festwochen-Ausstellung samt Preisverleihung war in den vergangenen Jahren meist ein fröhliches Fest mit bis zu 1000 Gästen im Innenhof der Residenz. Corona hat auch diese Veranstaltung komplett verändert. Zwar fand die Vernissage der Schau, die nun „Kunst aus dem Allgäu 2020“ heißt, weil das Festwochen-Dach fehlt, im Residenzhof statt. Doch von Jubel und Trubel war angesichts der Abstands- und Hygieneregeln nichts zu spüren.

Nur 250 Besucher (Stadträte, Künstler und Kulturschaffende, Sponsoren ...) waren insgesamt zugelassen, freilich verteilt auf drei Durchgänge. Und nicht einmal diese Zahl kam am Ende zusammen: Etliche angemeldete Gäste, vor allem ältere, hatten kurzfristig abgesagt – aus Sicherheitsgründen, wie Martin Fink vom organisierenden Kulturamt mitteilte.

So geriet die Vernissage zu einer eher schlichten, dreigeteilten Feier, in der die drei Preisträgerinnen und Preisträger sowie der Ausstellungsstipendiat der Sparkasse mit Blumen, Wein und Scheck geehrt und mittels kleiner Videofilme gewürdigt wurden. Nach einer kurzen Rede von Oberbürgermeister Thomas Kiechle sahen die Besucher, die sich in großem Abstand auf die Stühle setzen mussten, zuerst die jeweiligen Lobredner. Außerdem gab es kleine Filme aus den Ateliers von Anna Dorothea Klug-Faßlrinner, Carin Stoller, Florian Rautenberg und Till Schilling, in denen die ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeitsweise erklärten. Umrahmt wurde die Feier von Musik, die ein Trio (Benno Wechs, Stefan Kienle, Tim Hecking) beisteuerte.

Kempten Kunstausstellung
Viel Platz gab es auch bei der Besichtigung der Kunstausstellung im Alpin-Museum (hier ein Blick durch eine Installation von Lioba Abrell).
Bild: Ralf Lienert

Danach gingen die Gäste in Gruppen zu maximal 50 Personen hinüber in das Alpin-Museum im Marstall, um die Ausstellung im großen Saal anschauen – was angesichts der Gruppengröße sehr entspannt geschehen konnte. „Das war sehr positiv für die Kunst“, konstatierte Museumsleiterin Christine Müller Horn.

Filme auch im Internet zu sehen

Gleichwohl könnte diese Eröffnung einer „besonderen Ausstellung in besonderen Zeiten“ (OB Kiechle) richtungsweisend sein. Kulturamtsleiter Martin Fink jedenfalls findet es gut, dass durch die Filme aus den Ateliers die Künstler stärker in den Fokus der Feier rücken. „Das kann ein Modell für die Zukunft sein“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Ähnlich äußerten sich Vernissagen-Besucher.

Wer die Filmchen gerne sehen möchte: Sie sind demnächst auf der Homepage des Kulturamtes (www.kulturlieferdienst.de) zu finden.

Öffnungszeiten Die Ausstellung „Kunst aus dem Allgäu 2020“ im Alpin-Museum läuft bis 2. Oktober. Geöffnet bis 16. August täglich von 10 bis 18 Uhr, von 18. August bis 2. Oktober immer Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei; Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.