Acht Einsätze in neun Tagen

Vermisstensuche: Noch nie zuvor hatte die Rettungshundestaffel im Oberallgäu so viel zu tun

Suchhunde haben schon viele Menschenleben gerettet.

Suchhunde haben schon viele Menschenleben gerettet.

Bild: Christoph Tiebel

Suchhunde haben schon viele Menschenleben gerettet.

Bild: Christoph Tiebel

Die Rettungshundestaffel des BRK Oberallgäu verzeichnet in diesem Jahr einen Einsatzrekord. Warum die Spürnasen so häufig im Einsatz sind.
08.08.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Bei allem technischen Fortschritt: Wenn Rettungskräfte nach Vermissten suchen, dann sind Hunde mit ihren feinen Spürnasen auch heute noch unverzichtbare Helfer. Das hat sich dieser Tage gezeigt, als die Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) innerhalb von neun Tagen zu acht Einsätzen gerufen wurde. „Noch nie hat es so eine Häufung gegeben“, sagt Professor Christoph Tiebel, Leiter der BRK-Staffel im Oberallgäu. Er ist selbst Herrchen von vier Hunden – zwei davon sind im aktiven Rettungsdienst. Eine Ex-Rettungshündin sei „in Rente“, erzählt Tiebel.

Hunde helfen bei Vermisstensuche

Bei den jüngsten Einsätzen handelte es sich fast ausschließlich um die Suche nach verwirrten oder älteren Menschen in der gesamten Region. Beispielsweise wurde im Unterallgäu eine 89-jährige Altenheimbewohnerin vermisst. Hunde suchten und fanden sie schließlich in einem Waldstück. Die verwirrte Frau war unverletzt, aber leicht unterkühlt.

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In einem anderen Fall wurden die Oberallgäuer BRK-Hundeteams zu einem nächtlichen Einsatz in einem Wald gerufen. Eine Frau wurde vermisst. Über 50 Helfer waren im Einsatz, darunter 16 Hundeteams verschiedener Organisationen. Die Spürnasen fanden die Vermisste schließlich. Sie war schwer verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Mehr als zehn Stunden Training pro Woche

Alexander Schwaegerl, Geschäftsführer des BRK im Oberallgäu, bezeichnet die Arbeit der Hundeteams als „außerordentliches Engagement“. Immerhin müssen Mensch und Hunde in der Woche zehn bis 15 Stunden trainieren. Nach Angaben von Staffelleiter Tiebel gibt es in Schwaben 60 Hundeteams von verschiedenen Organisationen. „Somit können wir Polizei und Feuerwehr auch bei komplexen Vermisstensuchen unterstützen“, sagt Tiebel, der auch für die BRK-Hundeführer in ganz Schwaben zuständig ist.

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Vierbeiniger Nachwuchs ist beim BRK immer willkommen. Junge dynamische Hunde bis drei Jahre und deren Herrchen oder Frauchen können sich ausbilden lassen.