Sulzberg

Vorerst doch kein Bike-Park in Moosbach

Mehrere Gemeinden im Oberallgäu planen derzeit eine Pumptrackbahn – Buchenberg hat schon eine. Vergangenen Herbst wurde die Freizeitanlage in Eschach (Foto) eröffnet. Die Gemeinde Sulzberg sucht derzeit nach einem geeigneten Standort.

Mehrere Gemeinden im Oberallgäu planen derzeit eine Pumptrackbahn – Buchenberg hat schon eine. Vergangenen Herbst wurde die Freizeitanlage in Eschach (Foto) eröffnet. Die Gemeinde Sulzberg sucht derzeit nach einem geeigneten Standort.

Bild: Martina Diemand (Archiv)

Mehrere Gemeinden im Oberallgäu planen derzeit eine Pumptrackbahn – Buchenberg hat schon eine. Vergangenen Herbst wurde die Freizeitanlage in Eschach (Foto) eröffnet. Die Gemeinde Sulzberg sucht derzeit nach einem geeigneten Standort.

Bild: Martina Diemand (Archiv)

Für das geplante Freizeitgelände waren bereits Fördermittel zugesagt. Der Standort eigne sich aber doch nicht, sagt der Bürgermeister. Die Suche nach einer Alternative läuft.
18.09.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Pumptrackbahnen für Radler erfreuen sich zurzeit großer Beliebtheit. Buchenberg und Kempten haben bereits eine, Durach und Betzigau wollen eine. Auch Sulzberg hatte vor, einen solchen Bike-Park neben dem Sportplatz im Ortsteil Moosbach zu bauen – auf Initiative des Sportvereins. Fördermittel in Höhe von knapp 38 000 Euro waren bereits bewilligt. Weil die Lärmbelastung für ein nahe gelegenes Wohngebiet zu hoch sei, sei der Standort aber doch nicht geeignet, sagt jetzt Bürgermeister Gerhard Frey. Nun ist die Gemeinde auf der Suche nach einer Alternative.

Ein Bewegungs- und Koordinationsgelände für alle Generationen sollte am Sportplatz entstehen, nicht nur eine Pumptrackbahn für Jugendliche. Die Kleinsten hätten mit dem Bobby-Car oder Laufrad dort fahren können, Erwachsene und Senioren ein Fahrsicherheitstraining auf dem Fahrrad absolvieren. Aus dem Leader-Programm der Europäischen Union hätten dafür knapp 38 000 Euro an finanzieller Unterstützung zur Verfügung gestanden. Auf das Geld kann die Gemeinde nun nicht mehr zugreifen.

Immissionsschutz muss beachtet werden

Als die Radsportabteilung des TSV Moosbach auf ihn mit der Idee zu dem Bike-Park zugegangen sei, sei er sehr angetan gewesen, sagt Bürgermeister Gerhard Frey. Bei einem Gespräch mit der Baubehörde seien dann aber erste Hürden deutlich geworden. „Für eine Anlage solcher Größe braucht es eine Baugenehmigung und ein immissionsschutzrechtliches Verfahren“, erklärt er. Am geplanten Standort sei der Park nur schwer möglich, habe es geheißen.

Auch mit den Anwohnern sei gesprochen worden, sagt Frey. „Die hätten grundsätzlich nichts dagegen gehabt, aber sie wollten keinen Rummelplatz vor der Tür.“ Das könne er auch verstehen – zumal er aus anderen Gemeinden mit Pumptrackbahn wisse, wie viel dort immer los ist. Im Gemeinderat sei man deshalb zu dem Schluss gekommen, dass es der falsche Platz ist. „Wir wollen keinen Konflikt mit den Anwohnern“, sagt der Bürgermeister.

Kleinere Bahn oder neuer Standort

Frey betont aber: „Das Projekt soll nicht sterben.“ Denn der Bedarf sei da. Jugendliche hätten ihm schon einen Besuch in der Bürgersprechstunde abgestattet und um eine Pumptrackbahn gebeten. Zwei Möglichkeiten gebe es: am gleichen Standort eine kleinere Bahn errichten oder einen neuen Platz finden.

Der werde sich dann höchstwahrscheinlich – im Gegensatz zur Fläche beim Sportplatz – nicht mehr auf Gemeindegrund befinden, sagt Christian Burger, Leiter der Radsportabteilung und Ideengeber des Bike Parks. Das heißt, die Gemeinde müsste ein Grundstück kaufen. „Es braucht eine politische Entscheidung“, sagt der Trainer. Burger betreut etwa 20 Kinder in der Jugendabteilung. „Da braucht man einen Platz, auf dem man trainieren kann.“ Zudem könne er die Gruppe auf einer Pumptrackbahn besser im Blick behalten, während er mit Einzelnen gezielte Übungen mache, erklärt er. Bisher habe er mit seinen Schützlingen hin und wieder die Anlage in Eschach besucht. Das ist aber keine Dauerlösung. „Ich hoffe, dass das Projekt noch klappt.“