Blasmusik

Wegen Corona: Musikkapelle Lauben-Heising sagt Bezirksmusikfest im Juni ab

Viele Musikanten und Zuschauer auf engem Raum? Das wird es in Lauben und Heising nicht geben - im Gegensatz zum Musikfest in Frauenzell 2017 (unser Bild).

Viele Musikanten und Zuschauer auf engem Raum? Das wird es in Lauben und Heising nicht geben - im Gegensatz zum Musikfest in Frauenzell 2017 (unser Bild).

Bild: Ralf Lienert

Viele Musikanten und Zuschauer auf engem Raum? Das wird es in Lauben und Heising nicht geben - im Gegensatz zum Musikfest in Frauenzell 2017 (unser Bild).

Bild: Ralf Lienert

Die Blaskapelle begründet ihre Entscheidung mit fehlender Planungssicherheit. Die Musikkapelle Wiggensbach dagegen wartet noch ab.
02.02.2021 | Stand: 14:32 Uhr

Die Musikkapelle Lauben-Heising hat ihr Bezirksmusikfest im Juni ersatzlos abgesagt. Angesichts der andauernden Corona-Pandemie gebe es noch auf Monate hinaus keine Planungssicherheit, sagte Vereinsvorsitzender Florian Gröger zur Begründung. „Wir wollen keinen weiteren Blindflug, um am Ende eine Bruchlandung hinzulegen.“ Der 15-köpfige Festausschuss der Kapelle habe sich deshalb einstimmig dafür ausgesprochen, nun die Reißleine zu ziehen.

Im Gegensatz dazu hat sich die Harmoniemusik Wiggensbach noch nicht festgelegt, ob sie an ihrem Bezirksmusik im Juli festhält oder es ebenfalls absagt. Eine Entscheidung dazu falle „in nächster Zeit“, sagt Vorsitzender Helmut Huber auf Anfrage unserer Zeitung.

Kein Widerspruch von den Musikerinnen und Musikern

Die Absage in Lauben-Heising tragen auch die 50 Musikerinnen und Musiker mit, berichtet Vorsitzender Florian Gröger. Es habe bei einer Umfrage keinen Widerspruch gegeben. Allerdings sei die Enttäuschung bei allen groß, vor allem bei jenen, die bereits sehr viel Arbeit in die Ausrichtung des Musikfestes hineingesteckt haben.

Der finanzielle Schaden für die Musikkapelle halte sich durch die nun vorgenommene Absage in Grenzen, erläutert Gröger weiter. Er liege im vierstelligen Bereich. Hätte man weitergeplant und später erst die Notbremse gezogen, wären auf die Kapelle höhere Kosten zugekommen. Inzwischen seien auch alle Geschäfts- und Vertragspartner über die Entscheidung informiert worden. Gröger: „Wir sind bei fast allen Verträgen rausgekommen.“ Nur in einem Fall gebe es noch Nachverhandlungen.

Eine erneute Verschiebung des Musikfestes wird es nicht geben

Besonders bitter ist die Absage für die Musikkapelle noch aus einem weiteren Grund. Eigentlich hätte das Bezirksmusikfest schon im Sommer 2020 stattfinden sollen – anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Klangkörpers. Es fiel wegen Corona ins Wasser. Daraufhin hatten es die Musikanten aus Lauben und Heising auf den Sommer 2021 verschoben. „Jetzt erst recht!“, lautete das Motto; die Kapelle wollte das Jubiläum „175 Jahre plus 1“ feiern.

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Ob es solche Szenen im Sommer 2021 geben wird: viele Musikanten, noch mehr Zuhörer – und alle ohne Abstand oder Masken ... Unser Bild entstand beim Bezirksmusikfest 2019 in Schrattenbach – beim Sternmarsch mehrerer Blaskapellen zum Auftakt der Feierlichkeiten.
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Blaskapellen stecken im Dilemma: Musikfeste ja oder nein?

Einen erneuten Verschiebungs-Versuch werde es nicht geben, kündigt Gröger an. „Das können und wollen wir nicht. Die Luft ist raus.“ Außerdem sei es schon diesmal schwierig gewesen, einen Ersatztermin im Oberallgäuer Festkalender zu finden. Wenn überhaupt, dann gebe es ein spontanes kleineres Fest im Sommer oder Frühherbst, eventuell auf dem Dorfplatz von Lauben, sagt der 40-Jährige.

Die Planungen sind inzwischen fünf Jahre alt. Im Jahr 2016 starteten die ersten Überlegungen, das große Fest zu organisieren, bei dem viele tausend Musikanten und Besucher zu Gast gewesen wären und das Zehntausende von Euro gekostet hätte. Zuletzt standen rund 300 Helfer bereit, um das Fest im Endspurt zu begleiten und im Juni durchzuführen. (kpm; Foto: Monika Pfeifer)