"Kleine Landesgartenschau"

Lindauer Gartenschau und Corona-Pandemie - kann das klappen? So ist der aktuelle Stand

Gartenschau Lindau

Die Arbeiten auf der Hinteren Insel in Lindau sind fast abgeschlossen, die Gartenschau könnte pünktlich am 20. Mai öffnen – wenn Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.

Bild: Wolfgang Schneider

Die Arbeiten auf der Hinteren Insel in Lindau sind fast abgeschlossen, die Gartenschau könnte pünktlich am 20. Mai öffnen – wenn Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.

Bild: Wolfgang Schneider

Auf der Hinteren Insel in Lindau laufen seit Monaten die Arbeiten für die Kleine Landesgartenschau 2021. Welche Gemeinden im Westallgäu sich daran beteiligen.
14.04.2021 | Stand: 12:21 Uhr

Hinter dem Bauzaun wird seit Monaten gearbeitet. Das Bodenseeufer auf der Hinteren Insel in Lindau verändert sich. Ein Gartenstrand entsteht. Er ist ein Hauptelement der Lindauer Gartentage, die am 20. Mai eröffnet werden sollen. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Thomas Beyhl, Bauleiter bei „Natur in Lindau 2021“.

38 Tage sind es noch bis zur Eröffnung der „Kleinen Landesgartenschau“. Anschließend soll sie 129 Tage lang Besucher anlocken – falls Corona den Verantwortlichen nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Bei den jetzt gültigen Regeln und einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 jedenfalls könnten die Gartentage nicht öffnen, hat das Landratsamt klargestellt. Anfang Mai will der Aufsichtsrat der Gartentage entscheiden, ob der Start verschoben werden muss.

Verschiebung der Landesgartenschau in Lindau wäre ein herber Rückschlag

Für die Organisatoren wäre das ein herber Rückschlag. Seit sieben Jahren arbeiten sie auf die Schau hin. Viele Arbeiten sind abgeschlossen. Herzstück der Ausstellung ist ein Bürgerpark. Ein großer Parkplatz wurde dafür umgestaltet. Neue Sitzstufen führen zum Bodensee hinunter, ein Kiosk im Stil einer Alpenhütte steht, ein Spielplatz und eine Skateranlage warten auf sportliche Besucher.

Aktuell arbeiten die Veranstalter am Feinschliff: Die Ausstellungsflächen werden gestaltet, Kassen, Zäune und Tore montiert. Zudem muss der Sommerflor gepflanzt werden. Das Interesse vor Ort ist erheblich. Mehr als 3500 Dauerkarten hat die Gartenschau Lindau GmbH verkauft, wie Geschäftsführerin Claudia Knoll berichtet. Das Hauptgeschehen wird sich in der Hafenstadt abspielen, aber nicht nur dort. Die Gartentage sind als „Regionalschau“ (Knoll) konzipiert. Drei Satellitenstandorte gibt es im Landkreis. Am meisten getan hat sich in Scheidegg, 20 Kilometer von Lindau entfernt im Westallgäu. Die 4500-Einwohner-Gemeinde beteiligt sich mit ihren Wasserfällen an den Gartentagen. Über 40 Meter und zwei Stufen stürzt der Rickenbach in die Rohrachschlucht.

Scheidegg hat eine Million Euro investiert

Seit dem vergangenen Jahr hat die Marktgemeinde etwa eine Million Euro in die Anlage investiert. Unter anderem sind Rundwanderwege entstanden, ein Informationsgebäude, ein Märchenwald, ein Geologielehrpfad und Schaugärten. Die Anlage soll parallel zu der Gartenschau am 20. Mai öffnen. Der Scheidegger Rathauschef ist zuversichtlich, den Termin halten zu können. „Wir hoffen, dass die Inzidenz das Ende Mai zulässt“, sagt Ulrich Pfanner. Und: „Wir hatten die Wasserfälle auch im vergangenen Sommer mit Hygieneregeln geöffnet.“

Lesen Sie auch
##alternative##
Landesgartenschau

Naturfreunde Scheidegg laden zu Exkursionen an den Wasserfällen

Zurück nach Lindau. 18 Millionen Euro hat die Stadt mit Partnern auf der Hinteren Insel investiert. Gut acht Millionen Euro bleiben an der Stadt hängen, der Rest fließt als Zuschuss zurück. Für eine einmalige Veranstaltung würde sich das kaum lohnen. Vieles, was jetzt entsteht, wird den Lindauern aber erhalten bleiben. Ein 20 000 Quadratmeter großer Bürgerpark, die Stufen am Bodensee auf denen sich der Sonnenuntergang genießen lässt, die Skateranlage, ein neuer Spielplatz. Im Herbst abgebaut werden hingegen die temporären Anlagen. Sie machen Platz für ein neues Stadtquartier. Ab dem Jahr 2025 sollen auf der Hinteren Insel nach und nach mehrere hundert Wohnungen entstehen, mindestens 30 Prozent davon gefördert. Im Erdgeschoss der Mehrfamilienhäuser sollen Gemeinschaftsräume, Handwerker, Bäckereien oder Cafés Platz finden. So soll das Quartier die ganze Insel beleben.

"Eine Gartenschau lohnt sich immer für die Kommune"

Wie groß der finanzielle Schaden ist, sollte Lindau die Gartentage verschieben müssen, ist unklar. „Da die Dynamik im Bereich der Corona-Maßnahmen enorm groß ist, lassen sich Aussagen zu finanziellen Auswirkungen nur schwer treffen. Da aber auch erhebliche Fördermittel im Raum stehen, lohnt sich eine Gartenschau immer für die Kommune“, sagt Lindaus Pressesprecher Jürgen Widmer.

Lesen Sie auch: Die Corona-Krise macht es möglich - erstmals zwei Landesgartenschauen in Bayern