Schreckliches Verbrechen

Mann ersticht getrennt lebende Frau in Linienbus in Obergünzburg

Poilizei Bus Gewalt

Großer Polizeieinsatz in Obergünzburg: Das Opfer ist am Montag an seinen Verletzungen gestorben.

Bild: Ralf Lienert

Großer Polizeieinsatz in Obergünzburg: Das Opfer ist am Montag an seinen Verletzungen gestorben.

Bild: Ralf Lienert

Vor anderen Passagieren hat ein Mann in einem Linienbus seine getrennt lebende Ehefrau erstochen. Die Hintergründe zur Tat.
06.07.2020 | Stand: 23:11 Uhr

Schreckliches Verbrechen in Obergünzburg: In der Ostallgäuer Gemeinde hat ein Mann am frühen Montagnachmittag eine Frau mit einem Messer angegriffen und getötet. Der Tatort war ein mit Fahrgästen besetzter Linienbus. Der 37-jährige Täter aus Afghanistan wurde nach einer kurzen Fahndung südlich des Ortes gefasst.

Obergünzburg befindet sich an diesem Montagnachmittag im Ausnahmezustand: Die Kemptener Straße ist auf einer Länge von etwa einem Kilometer gesperrt, es sind ein halbes Dutzend Polizeiautos und mehrere Rettungsfahrzeuge vor Ort. Darüber kreist ein Rettungshubschrauber. Am Ortseingang von Obergünzburg in Richtung Immenthal (siehe Grafik) steht ein Bus an der rechten Straßenseite, obwohl es dort weder eine Haltestelle noch einen Seitenstreifen gibt. Auf der Straße ist ein Blutfleck zu erkennen. Außerdem liegen zusammengeknüllte Stoffstücke herum. Laut Polizei handelt es sich um Spuren der Reanimation des 27-jährigen Opfers, das ebenfalls aus Afghanistan stammte. 

Tatort ist ein Linienbus in Obergünzburg

Der Linienbus am Ortseingang ist nach Polizeiangaben der Tatort. Die Frau, die dort attackiert wurde, schwebe in akuter Lebensgefahr, sagt Polizeisprecher Michael Hämmer am Montagnachmittag: „Sie wurde mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.“ Am Montagabend ist klar: Die Frau hat es nicht geschafft, sie ist an den Verletzungen im Krankenhaus gestorben.

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen „männlichen Einzeltäter“, sagt Hämmer vor Ort. Der Mann wird kurz nach der Tat gefasst. Nach Zeugenangaben floh er unmittelbar nach der Tat zu Fuß aus dem Bus. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit zahlreichen Einsatzkräften führte zur vorläufigen Festnahme des 37-Jährigen, der als dringend tatverdächtig gilt und südlich des Ortes gestellt wurde. Er ließ vor seiner Flucht ein Messer im Bus zurück.

Attacke in Obergünzburg ist wohl Beziehungstat

Nach derzeitigem Ermittlungsstand könnte es sich um eine Beziehungstat gehandelt haben, berichtet die Polizei. Das Opfer und der Tatverdächtige waren getrennt lebend. Beide lebten an unterschiedlichen Orten. Der Mann ist der Polizei bereits bekannt: Er attackierte bereits im November 2019 seine getrennt lebende Frau.

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Im Bus befanden sich zur Tatzeit noch weitere Personen, die die Polizei nun als Zeugen vernehmen wird. Die Fahrgäste und der Fahrer wurden von Kriseninterventionsteams betreut. Polizeibeamte aus Kaufbeuren und Marktoberdorf waren mehrere Stunden lang im Einsatz. Neben drei Rettungswagen waren auch noch der Rettungshubschrauber sowie zwei Notärzte und der Einsatzleiter Rettungsdienst vor Ort. Auch die Spurensicherung untersuchte den Bus und den Blutfleck auf der Straße.

Der Tatverdächtige wird am Dienstag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Kempten vorgeführt.

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