Pflege-Bonus im Ostallgäu

Corona-Pandemie: So kompliziert ist das mit dem Pflege-Bonus im Allgäu

Symbolfoto - Pflegedebatte - Gesundheits - und Krankenpflegerin Tugba Kececioglu und Stefan Gamp von Station 4

Trotz Lobs in der Krise kommen bei Mitarbeitern in Kliniken und Heimen nicht immer 1500 Euro als finanzielle Anerkennung an.

Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Trotz Lobs in der Krise kommen bei Mitarbeitern in Kliniken und Heimen nicht immer 1500 Euro als finanzielle Anerkennung an.

Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Bei Pflegekräften kommen nicht immer 1500 Euro als Anerkennung an. Die Ostallgäuer Landrätin erklärt, wie es mit dem Pflege-Bonus funktioniert.

30.07.2020 | Stand: 16:42 Uhr

1500 Euro als Anerkennung für Mitarbeiter in Kliniken und im Pflegebereich. In der Hochphase der Corona-Krise überschlugen sich die Politiker mit Lob für die systemrelevante Leistung dieser Berufsgruppen und wollten dies auch mit einer finanziellen Anerkennung zeigen. Doch ist das Geld bereits angekommen? Und wie viel? Dazu gab nun Landrätin Maria Rita Zinnecker unserer Zeitung Auskunft. Als Verwaltungsratsvorsitzende ist sie sozusagen oberste Chefin der kommunalen Kliniken in Füssen, Buchloe und Kaufbeuren und als Landrätin vertritt sie den Träger der Pflegeheime in Buchloe, Obergünzburg und Waal, wo auch eine Pflegekraft an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung starb.

Zinnecker: „Haben keinen Überblick, wie viele Mitarbeiter das Geld erhalten haben.“

Bei den Kliniken des Kommunalunternehmens gab es für Mitarbeiter im Pflegebereich 500 Euro vom Freistaat Bayern. Das Geld mussten die Beschäftigen selbst beim zuständigen Landesamt anfordern, erklärt Zinnecker das Prozedere. Hierzu hat das Unternehmen allen Mitarbeitern eine Bescheinigung ausgestellt, die das Beschäftigungsverhältnis und die Tätigkeit bei den Kliniken bestätigt. „Es war nicht klar geregelt, welche Mitarbeiter/innen die Zahlung erhalten, sodass über alle Berufsgruppen die Bescheinigung ausgestellt wurde“, berichtet die Verwaltungsratsvorsitzende: „Somit haben wir keinen Überblick, wie viele Mitarbeiter/innen das Geld direkt vom Freistaat erhalten haben.“ Dass es für die Klinikmitarbeiter nicht mehr als 500 Euro gibt, bedauert Zinnecker: „Die Zahlung der weiteren 1000 Euro greift für Kliniken leider nicht und ist nur für Pflegeheime gedacht.“

Bei Teilzeitkräften wird anteilig ausbezahlt

Bei den Senioren- und Pflegeheime in Trägerschaft des Landkreises hat der Freistaat Bayern 500 Euro Bonus an die Pflegekräfte bezahlt. Auch hier mussten die Beschäftigten das Geld selbst beantragen. Daher kann Zinnecker nicht sagen, wie viele Mitarbeiter den Bonus anforderten. Ergänzend gibt es vom Bund 1000 Euro für Vollzeitkräfte in den Alten- und Pflegeheimen. Bei Teilzeitkräften wird der Betrag anteilig ausbezahlt.

Andere Beschäftigte, die mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit gemeinsam mit Pflegebedürftigen tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind, erhalten bei Vollzeit 667 Euro, Teilzeitkräfte wieder anteilig, heißt es aus dem Landratsamt. Alle übrigen Beschäftigten in den Heimen (Küche, Reinigung, Verwaltung) erhalten bei Vollzeit 334 Euro. Den Auszubildenden in den Pflegeberufen wird eine Prämie von 600 Euro gewährt.

314 Mitarbeiter bedacht

„In unseren drei Senioren- und Pflegeheimen erhielten insgesamt 314 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Prämie mit dem Juli-Gehalt ausbezahlt“, berichtet die Landrätin für die kreiseigenen Heime. Der Gesamtbetrag sei dem Landkreis bereits vom Staat erstattet worden.