Umweltschutz

Seit 50 Jahren eine Stimme für die Natur: Landesbund für Vogelschutz im Ostallgäu feiert Geburtstag

Für den Artenschutz von allerlei Vögeln setzt sich der Landesverbund für Vogelschutz im Ostallgäu ein.

Für den Artenschutz von allerlei Vögeln setzt sich der Landesverbund für Vogelschutz im Ostallgäu ein.

Bild: Bernd Thissen, dpa (Symbolbild)

Für den Artenschutz von allerlei Vögeln setzt sich der Landesverbund für Vogelschutz im Ostallgäu ein.

Bild: Bernd Thissen, dpa (Symbolbild)

Der Landesbund für Vogelschutz im Ostallgäu besteht seit 50 Jahren. Der Vorsitzende des LBV Bayern erzählt, wie sich die Arbeit über die Zeit verändert hat.
10.05.2022 | Stand: 05:30 Uhr

Seit einem halben Jahrhundert gibt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) im Ostallgäu und Kaufbeuren Vögeln eine Stimme – besonders dann, wenn deren Stimmen immer leiser werden. So formulierten es Landrätin Maria-Rita Zinnecker und Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse in ihrem Grußwort in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Kreisgruppe. Gefeiert wurde kürzlich in Füssen – coronabedingt mit Verspätung. Denn das eigentliche Gründungsjahr war 1970. (Lesen Sie dazu auch: Sie helfen dabei, Marktoberdorfs Wald aufzuforsten: Rösle-Azubis pflanzen 134 Bäume)

Seit 1970 ist der LBV aktiv

Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich Gründervater Heinrich Brecheler auch über die Natur Gedanken. Der Fachberater für Obst- und Gartenbau sammelte Gleichgesinnte um sich. 1970 schloss sich diese Gruppe als eigene Kreisgruppe dem LBV in Garmisch-Partenkirchen an. Seit 50 Jahren setzen sich die Naturschützer nun im Ostallgäu für den Biotop- und Artenschutz ein. Das macht auch der Zusatz „Verband für Biotop- und Artenschutz“ im Namen des LBV deutlich. „Es gibt keinen Artenschutz, wenn Biotope nicht geschützt werden“, betont Peter Griegel, Zweiter Vorsitzender der Kreisgruppe.

Etliche Flächen im Ostallgäu dazugekauft

Hauptsächlich der Füssener hat 15,3 Hektar fast ausschließlich Moorflächen im Ostallgäu für den LBV angekauft, die der Verband betreut – darunter das Eschacher Moos bei Füssen, den Schneidbach bei Nesselwang und das Gillenmoos in der Gemarkung Airtang. Die Aktiven der Kreisgruppe machen sich somit laut Brigitte Kraft, Leiterin der LBV-Bezirksgeschäftsstelle, neben dem Erhalt der Biodiversität für den Klimaschutz stark.

Der Landesbund für Vogelschutz kümmert sich um viele Prokejte

Zu den größeren Projekten der Kreisgruppe in den vergangenen 50 Jahren gehören neben den eigenen Flächen die Nistkastenbetreuung und Pflege von über 300 Vögel- und Fledermauskästen im Sulzschneider Forst und Umgebung, eine Fledermausarbeitsgruppe, Gebäudebrüter-Kartierungen, Wasservogel-, Graureiher-, Kormoran-Zählungen in Kaufbeuren und Umgebung sowie Öffentlichkeitsarbeit in Form von Exkursionen. In Zukunft sollen weiterhin Flächenankäufe eine Rolle spielen. Außerdem sollen neue Mitglieder gewonnen werden. „Der Nachwuchsmangel ist eines unserer größten Probleme“, sagt Griegel. Derzeit hat die Kreisgruppe zwar an die 800 Mitglieder. Aber es kommt wenig nach.

Naturschutz heute wichtiger als je zuvor - neue Mitglieder dringend gesucht

Dabei ist das Interesse der Bevölkerung an der Natur heute deutlich größer, als noch vor 50 Jahren. „Vor 50 Jahren mussten unsere Vorgängerinnen und Vorgänger im Natur- und Artenschutz, auch die Mitglieder des LBV, ihre Ziele noch verteidigen. Heute sind sich Politik und LBV in vielen Punkten einig“, schreibt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV Bayern, in der Festschrift. Er verweist auf die umstrittene Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald 1970 als ersten seiner Art in Deutschland, an dem heute kaum noch jemand Zweifel habe. Ebenso hätten beim erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ viele Menschen deutlich gemacht, dass sie Natur- und Artenschutz wollen.

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