Bad Grönenbach

Quellen für ein erfüllendes Leben finden

Bei der Buchvorstellung im Postsaal in Bad Grönenbach sprachen (von links) Staatssekretär Klaus Holetschek, Dr. Jochen von Wahlert, Autor Josef Epp und Bischof Bertram Meier.

Bei der Buchvorstellung im Postsaal in Bad Grönenbach sprachen (von links) Staatssekretär Klaus Holetschek, Dr. Jochen von Wahlert, Autor Josef Epp und Bischof Bertram Meier.

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Bei der Buchvorstellung im Postsaal in Bad Grönenbach sprachen (von links) Staatssekretär Klaus Holetschek, Dr. Jochen von Wahlert, Autor Josef Epp und Bischof Bertram Meier.

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Ex-Klinikseelsorger Josef Epp aus dem Unterallgäu stellt sein Buch „Mich schützen und stärken – Resilienz im Alltag“ vor. Warum auch der Bischof dabei war.
Bei der Buchvorstellung im Postsaal in Bad Grönenbach sprachen (von links) Staatssekretär Klaus Holetschek, Dr. Jochen von Wahlert, Autor Josef Epp und Bischof Bertram Meier.
Von Brigitte Unglert-Meyer
01.11.2020 | Stand: 10:00 Uhr

Mit dem Bischof von Augsburg hatte Josef Epp einen prominenten Gastredner bei der Vorstellung seines Buchs „Mich schützen und stärken – Resilienz im Alltag“ im Postsaal in Bad Grönenbach vor 80 geladenen Gästen. Auch Staatsekretär Klaus Holetschek (CSU) und ein Mediziner sprachen dazu. „Danke für dieses Buch gerade in Corona-Zeiten“, sagte Bischof Bertram Meier. In dem Buch gehe es um wichtige Grundlagen des Lebens.

Der Bischof zeigte sich angesichts der bestehenden Kontaktbeschränkungen sehr besorgt. Nicht abschätzbar sei, wie sich das auf die Gemeinschaft, das Christsein und Menschsein auswirke. „Denn wir schöpfen doch insbesondere Kraft aus Bindung und Beziehung.“ Auch Kirche und Seelsorger müssten jetzt Wege finden, appellierte Meier, „damit Weihnachten nicht wie letztes Ostern wird“. Bei der Buchvorstellung Epps dabei zu sein, der seit 40 Jahren im kirchlichen Dienst steht, sei für ihn Ehrensache.

Dr. Jochen von Wahlert, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Bad Grönenbach, sprach aus seiner 35-jährigen Erfahrung als Arzt ebenfalls an, wie wichtig soziale Beziehungen sind und „das Gefühl, geliebt zu sein“. Viele Menschen hätten da Defizite erlebt. Es sei nötig, über dieses Thema zu reden. Für Staatssekretär Klaus Holetschek sucht das Buch aus der heutigen, angespannten Pandemie-Situation Antworten auf die Frage, wie der Mensch widerstandsfähiger werden könne. Innezuhalten und etwas zu ändern, gerade in dieser Krise, dafür könne seiner Auffassung nach das Buch eine Anleitung sein.

„Das Leben ist schön“, schreibt Josef Epp darin gleich in den ersten Zeilen. Und setzt bald nach, was er mit dem Buch erreichen will und was seine Überzeugung ist: „Heute noch kann jeder beginnen, schützend und stärkend in seine Lebensabläufe einzugreifen.“ Zunächst ruft der Religionslehrer, Klinikseelsorger (unter anderem der Kreisklinik Ottobeuren) und Referent der Erwachsenenbildung die grundlegenden Lebensressourcen ins Bewusstsein. Dabei richtet er den Blick auf Quellen für ein erfüllendes Leben wie zum Beispiel Lebensbejahung, Beziehung und Selbstwert bis hin zur Spiritualität. Dann folgen die Gefährdungen in vielen Lebenswirklichkeiten – von Stress und Reizüberflutung bis zu Sinnkrisen. Schließlich gibt der 63-Jährige in alltagsbezogenen Handlungsfeldern, in denen etwas aktiv gestaltet werden kann, Anregungen und Übungen unter Stichworten wie: Zeit nehmen, Zeit lassen, Auszeit oder Multitasking.

Mit moderner Askese könnten die Vielzahl von Sinnesreizen, die durch unsere Konsum- und Mediengesellschaft enorm zugenommen haben, und das Übermaß an sinnlichem Konsum gezielt zurückgefahren werden, schreibt Epp. Die Selbstwahrnehmung sieht er als außergewöhnliches Potenzial des Menschen. Mit „Willenskraft und aus innerer Entscheidung“ könnten wir verändernd in unser Leben eingreifen. Etwa bei einem Spaziergang oder an einem Lieblingsplatz könnten sich die Gedanken, Fragen und Einsichten zu uns selbst in uns ausbreiten. Man solle sich Entspannungszeiten frei von trüben oder belastenden Gedankenwelten gönnen, rät der verwitwete Vater dreier erwachsener Kinder, der im Allgäu lebt. Auf den 176 Seiten sind auch Dialoge mit Vertretern aus Wissenschaft, Medizin und Kultur eingebunden sowie Lektüretipps zum Vertiefen.