Rettungsdienst stellt sich neu auf

Allgäuer Rettungswachen: Wie die Helfer zukünftig schneller ankommen sollen

Eigentlich sollte der Rettungsdienst einen Einsatzort innerhalb von maximal zwölf Minuten nach der Alarmierung erreichen. Doch das klappt auch im Allgäu nicht überall. Das soll sich nun ändern.

Eigentlich sollte der Rettungsdienst einen Einsatzort innerhalb von maximal zwölf Minuten nach der Alarmierung erreichen. Doch das klappt auch im Allgäu nicht überall. Das soll sich nun ändern.

Bild: Ralf Lienert

Eigentlich sollte der Rettungsdienst einen Einsatzort innerhalb von maximal zwölf Minuten nach der Alarmierung erreichen. Doch das klappt auch im Allgäu nicht überall. Das soll sich nun ändern.

Bild: Ralf Lienert

Der Rettungsdienst im Allgäu wird besser aufgestellt. Besonders im Ostallgäu dauert die Fahrt zum Einsatzort oft zu lange. So soll es in Zukunft besser klappen.
14.11.2020 | Stand: 07:46 Uhr

Längere Bereitschaftszeiten und neue Rettungswachen – der Rettungsdienst im Allgäu wird ein ganzes Stück besser aufgestellt. Das hat der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Allgäu beschlossen. Hintergrund sind deutlich gestiegene Einsatzzahlen, mehr zeitgleiche Fälle und zu lange Anfahrtszeiten vor allem im Ostallgäu.

Zugrunde liegt dem die sogenannte Trend- und Strukturanalyse „Trust III“ für den Rettungsdienst. Eigentlich sollen die Sankas ihre Einsatzorte in der Regel nach höchstens zwölf Minuten Fahrzeit erreichen.

In den Bereichen der Rettungswachen Marktoberdorf, Obergünzburg und Pfronten ist das bei über 20 Prozent der Einsätze nicht mehr der Fall. Zu dem Ergebnis kommt das Trust-Gutachten, das die Zeit vom Februar 2019 bis 31. Januar 2020 ausgewertet hat.

Diese Änderungen sind im Allgäu geplant

Auch in Kempten und Lindau gibt es Handlungsbedarf, was der Zweckverband nun mit Trägern wie dem Roten Kreuz und den Johannitern auskarteln muss. Eine Frage ist laut Christian Nagel vom Zweckverband, ob die Rettungsdienste genug Personal haben. Diese Änderungen sind geplant:

Neue Rettungswache Kraftisried: In Kraftisried soll bis spätestens Ende 2021 eine kleine Rettungswache entstehen, an der täglich von 8 bis 20 Uhr ein Rettungswagen (RTW) einsatzbereit steht. Für den Bau braucht der Zweckverband noch ein geeignetes Grundstück. Und er muss den Betrieb der Wache ausschreiben.

Rettungswache Pfronten: Dort muss der Rettungswagen schneller die B 309 erreichen. Eine Überlegung war, ihn in den Osten Nesselwangs zu verlegen. Stattdessen möchte der Zweckverband die Wache jedoch in Pfronten-Kappel errichten. Da habe man bereits ein Grundstück und die nötigen Genehmigungen, sagt Nagel. Und die Bundesstraße sei von dort ebenso schnell erreicht. Der Neubau soll 2021 erfolgen. Das Notarzt-Einsatzfahrzeug bleibt an der alten Wache beim Krankenhaus stationiert.

Rettungswache Kempten: Der dritte dort stationierte RTW soll zwölf Wochenstunden länger bereitstehen. Die Vorhaltezeit wird Anfang nächsten Jahres montags bis donnerstags von 20 auf 23 Uhr verlängert. Die anderen zwei RTW fahren eh rund um die Uhr.

Rettungswache Lindau: Der hier stationierte zweite RTW soll „baldmöglichst“ pro Woche 33 Stunden länger fahren. Dabei wird vor allem die abendliche Vorhaltezeit bis Mitternacht verlängert (bisher bis 20 Uhr).

Rettungswache Kaufbeuren: Dort bringt das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement eine Verlegung des zweiten RTW an eine neue Station östlich der B 12 ins Gespräch. Allerdings würde auch das bauliche Maßnahmen erfordern. Da dort der zweite Rettungswagen ohnehin im Jahr 2023 neu ausgeschrieben wird, will der Zweckverband die Entwicklung erst noch weiter beobachten.

(Lesen Sie auch: Mehr Personal, mehr Geld: Feuerwehr Kempten stockt auf.)