Gefälschte Impfpässe im Landkreis Lindau

Gefälschte Impfpässe: Deshalb gibt es im Landkreis Lindau häufig "Impfbetrug-Tourismus"

Vor allem an der Grenze zu Österreich versuchten Menschen mit Wohnsitz im Nachbarland, mit gefälschten Impfnachweisen in Bayern digitale Zertifikate zu bekommen, so etwa im Landkreis Lindau.

Vor allem an der Grenze zu Österreich versuchten Menschen mit Wohnsitz im Nachbarland, mit gefälschten Impfnachweisen in Bayern digitale Zertifikate zu bekommen, so etwa im Landkreis Lindau.

Bild: Jens Büttner, dpa (Symbolbild)

Vor allem an der Grenze zu Österreich versuchten Menschen mit Wohnsitz im Nachbarland, mit gefälschten Impfnachweisen in Bayern digitale Zertifikate zu bekommen, so etwa im Landkreis Lindau.

Bild: Jens Büttner, dpa (Symbolbild)

Die Polizei registriert im Landkreis Lindau 100 Betrugsversuche mit Impfnachweisen. Drei Viertel der Beschuldigten leben im Ausland.
28.12.2021 | Stand: 07:32 Uhr

An den Außengrenzen Bayerns registriert die Polizei immer wieder Impfbetrugs-Tourismus. Vor allem an der Grenze zu Österreich versuchten Menschen mit Wohnsitz im Nachbarland, mit gefälschten Impfnachweisen in Bayern digitale Zertifikate zu bekommen, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in München mit. Das gilt auch für den Landkreis Lindau.

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West hatte in der vergangenen Woche über 100 Betrugsversuche im Landkreis Lindau berichtet. In 75 Prozent der Fälle lebten die Beschuldigten außerhalb Deutschlands. Oft werden nach Angaben des LKA in solchen Fällen angebliche Nachweise von deutschen Impfzentren oder Arztpraxen vorgelegt.

Deshalb gibt es im Landkreis Lindau häufig "Impfbetrug-Tourismus"

„Daher erscheint auch die Vorgehensweise erklärbar, dass grenznahe deutsche Apotheken aufgesucht werden“, sagte ein LKA-Sprecher. Die Einträge in den Impfnachweisen stammen aber nach den Erkenntnissen der Behörden nicht nur aus der jeweiligen Region, sondern aus Impfzentren in ganz Deutschland.

Warum sich Impfbetrüger aus Österreich und der Schweiz deutsche Apotheken als Ziele aussuchen, konnte der LKA-Sprecher ebensowenig beantworten wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten. Allerdings gebe es Hinweise auf einen Handel mit gefälschten Impfpässen aus Deutschland in die Nachbarländer. (Lesen Sie auch: Touristenpaar legt in Oberstdorf gefälschte Impfpässe vor - und muss den Urlaub vorzeitig abbrechen)

"Umfangreiche Sicherstellungen" von angeblichen Impfnachweisen

Bei Postsendungen und Kurierfahrten sei es schon „zu umfangreichen Sicherstellungen von gefälschten Impfnachweisen mit Eintragungen aus deutschen Impfzentren beziehungsweise Arztpraxen“ gekommen, teilte das LKA mit.

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Wer beim Betrugsversuch erwischt werde, müsse mit empfindlichen Geldstrafen rechnen, teilte das Polizeipräsidium in Kempten mit. Schon der Versuch, mit einem gefälschten Impfnachweis ein Zertifikat zu bekommen, gelte als Straftat.

So wurden vergangene Woche in einer Lindauer Apotheke zwei Frauen mit Wohnsitz in Österreich beim Impfpassbetrug ertappt. (Lesen Sie auch: München: Polizist legt auf der Arbeit gefälschten Impfpass vor)

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Sie mussten Polizeiangaben zufolge eine Sicherheitsleistung „im vierstelligen Euro-Bereich“ zahlen, bevor sie wieder nach Österreich ausreisen durften. Gegen die beiden wird nun wegen Urkundenfälschung ermittelt.

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