Kommentar

Wie plakativ muss Protest sein, um gehört zu werden?

Milchbauern haben am Mittwochmittag mit einer mehreren Meter hohen Milchpulver-Wolke gegen die Einlagerung ihrer Produkte demonstriert.

Milchbauern haben am Mittwochmittag mit einer mehreren Meter hohen Milchpulver-Wolke gegen die Einlagerung ihrer Produkte demonstriert.

Bild: Matthias Becker

Milchbauern haben am Mittwochmittag mit einer mehreren Meter hohen Milchpulver-Wolke gegen die Einlagerung ihrer Produkte demonstriert.

Bild: Matthias Becker

Dass Milchviehhalter in Kempten aus Protest Lebensmittel sprichwörtlich in die Luft jagen, dürfte so manchem sauer aufstoßen.
29.05.2020 | Stand: 13:19 Uhr

Wer gehört werden will, muss trommeln. Oder spektakuläre Shows bieten. Das weiß auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der am Mittwoch in Kempten 200 Kilogramm Milchpulver in der Luft versprühte.

Die Aktion wird auch wieder manchen Menschen sauer aufstoßen, die es unmöglich finden, so mit Lebensmitteln umzugehen. „Aber ohne ein solches Spektakel verpuffen unsere Anliegen“, sagt der BDM. Immer wieder mal verschüttet der BDM Milch, veranstaltet Traktor-Protestfahrten oder versprüht wie eben jetzt in Kempten Milchpulver.

Er macht damit plakativ seine Positionen deutlich und bezieht gleichzeitig Stellung gegenüber dem gemäßigteren BBV. Dabei wollen beide Verbände, dass die Bauern auskömmlich von ihrer Arbeit leben können. Aber in ihren Ansichten, wie dies von der Politik unterstützt werden soll, unterscheiden sie sich oft fundamental.