Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen

Erste Testergebnisse nach Kneipentour: Bisher nur drei weitere Menschen mit Coronavirus infiziert

Eine Mitarbeiterin gibt in einem Testzentrum einer Familie in einem Auto Infomaterial zum Coronavirus.

Eine Mitarbeiterin gibt in einem Testzentrum einer Familie in einem Auto Infomaterial zum Coronavirus.

Bild: Lino Mirgeler, dpa

Eine Mitarbeiterin gibt in einem Testzentrum einer Familie in einem Auto Infomaterial zum Coronavirus.

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Der Fall der möglichen Superspreaderin von Garmisch-Partenkirchen soll Konsequenzen haben. Aber hat die Frau wirklich viele Menschen angesteckt?

Eine Mitarbeiterin gibt in einem Testzentrum einer Familie in einem Auto Infomaterial zum Coronavirus.
dpa
15.09.2020 | Stand: 15:36 Uhr

Update, Dienstag, 15.30 Uhr: Nach der Kneipentour einer mit dem Coronavirus infizierten 26-Jährigen in Garmisch-Partenkirchen sind bisher nur drei weitere Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Etwa 1.000 hatten wegen des Vorfalls von Freitag bis Montag einen Abstich nehmen lassen. Etwa 700 der Tests waren am Dienstag ausgewertet, wie Landrat Anton Speer (Freie Wähler) bekannt gab.

Im Bereich der US-Streitkräfte, wo die 26-Jährige arbeitet, haben sich dem Landratsamt zufolge 24 Menschen infiziert. Die US-Amerikanerin war vergangene Woche trotz Krankheitsymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen. Ob sie die insgesamt 28 Menschen angesteckt hat oder es andere Quellen gibt, ist weiter unklar.

1.000 Menschen ließen sich testen

Nach dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen werden erste Ergebnisse der Massentests erwartet. Dann könnte klar werden, ob die Kneipentour einer infizierten 26-Jährigen tatsächlich mitverantwortlich war für das rapide Ansteigen der Infektionszahlen. Bis Montag ließen sich etwa 1.000 Menschen testen. Momentan gibt es nach Auskunft des Landratsamts im Landkreis 56 Infektionen- darunter auch Menschen, die sich nur vorübergehend im Landkreis aufhalten. Seit Beginn der Pandemie waren es 457 Fälle.

Frau drohen Bußgeld und Strafverfahren 

Die mögliche "Superspreaderin" ist zuhause in Quarantäne. Ihr droht nicht nur ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen Quarantäneauflagen, sondern auch ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Sie war am 8. September trotz Krankheitssymptomen und Quarantäne durch Garmischer Kneipen gezogen. Sie sei Zivilangestellte der US-Streitkräften in der oberbayerischen Marktgemeinde und lebe auf deren Gelände, sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Bayern am Montag. Für sie gelte deutsches und bayerisches Recht.

Die Frau arbeitet in einem Hotel für US-Soldaten und deren Familien. Die Unterkunft wurde für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden. Im Bereich der US-Streitkräfte haben sich nach Angaben des Landratsamts 24 Menschen infiziert. Ob die Frau tatsächlich die Ursache war, ist unklar.

Infektionsketten werden derzeit nachvollzogen

Derzeit werde untersucht, wie es zu den Ansteckungen kommen konnte; Infektionsketten würden detailliert nachvollzogen, sagte der Sprecher der Streitkräfte. Gleich nach Bekanntwerden der Infektionen seien am Freitag mit zwei Helikoptern Ärzte der US-Armee eingeflogen worden. Den Infizierten gehe es den Umständen entsprechend. Sie würden betreut. Jedoch werde niemand im Krankenhaus behandelt.