Touri-Konzept im Oberallgäu

Häuser auf Stelzen, übernachten in Bäumen

In Missen-Wiederhofen möchte ein Unternehmer fünf solche Stelzenhäuser bauen und dafür 1,25 Millionen Euro investieren.

In Missen-Wiederhofen möchte ein Unternehmer fünf solche Stelzenhäuser bauen und dafür 1,25 Millionen Euro investieren.

Bild: Upcycling Studio/Muensch

In Missen-Wiederhofen möchte ein Unternehmer fünf solche Stelzenhäuser bauen und dafür 1,25 Millionen Euro investieren.

Bild: Upcycling Studio/Muensch

Bad, Sauna, Whirlpool, Galerie und Terrasse - das klingt nach einer gelungenen Ferienwohnung für gestresste Allgäu-Touristen, die in unserer Region Ruhe und Entspannung suchen. Noch interessanter wird es allerdings, wenn diese Annehmlichkeiten in extravagenten Baum-Chalets angeboten werden, die ein Unternehmer jetzt in Missen bauen möchte. Lies hier, was es mit den Stelzenhäusern auf sich hat und warum auch Du schon bald in Allgäuer Baumwipfeln übernachten könntest.
26.03.2018 | Stand: 17:33 Uhr

Tagsüber biken oder wandern und abends den Tag im privaten Whirlpool, in der Sauna oder auf der Terrasse ausklingen lassen. Diese Vorstellung könnte in Missen-Wiederhofen Wirklichkeit werden. Und zwar oberhalb des Mühlbachs östlich des Campingplatzes bei den Skiliften Thaler Höhe. Dort möchte Investor Aron Holterman ten Hove für 1,25 Millionen Euro fünf Stelzenhäuser bauen und an Touristen vermieten.

Über eine Wendeltreppe gelangt man hinein ins Haus auf Stelzen.
Über eine Wendeltreppe gelangt man hinein ins Haus auf Stelzen.
Bild: Upcycling Studio/Muensch

Holterman ten Hove ist Geschäftsführer des Unternehmens „Treeride“, das unter anderem Freizeitattraktionen (Bike- und Snowparks) sowie Erlebnisübernachtungen in Baum- und Stelzenhäusern baut und betreibt. Der 32-jährige studierte Sportmanager und Betriebswirt ist im vergangenen Jahr bei den Skiliften Thaler Höhe eingestiegen und konnte den Betrieb für die vergangene Saison sicherstellen. Die bisherigen Betreiber konnten den Arbeits- und Organisationsaufwand nicht mehr leisten und suchen einen Nachfolger.

Der Allgäuer Unternehmer hat ein Konzept entwickelt, um aus den bestehenden Freizeitangeboten in Wiederhofen ein ganzjähriges Tourismusangebot zu verwirklichen und somit die Zukunft der einzelnen Betriebe sicherzustellen.

Ein Hauch von Freiheit

Der Kemptener plant unter anderem einen kleinen naturbelassen Schneeteich, der im Sommer als Badesee genutzt werden soll. Ferner möchte er den Campingplatz in das Gesamtkonzept integrieren und erweitern. Außerdem sollen Abenteuer-Übernachtungen in den Bäumen geschaffen werden.

Lesen Sie auch
##alternative##
Bürgerversammlung

Bürgermeisterin zieht Bilanz: So geht es in Missen-Wilhams weiter

Die Stelzenhäuser mit Satteldächern, deren Terrasse auf bis zu sieben Meter hohen Stahlstützen stehen, „vermitteln einen Hauch von Freiheit“, berichtete Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die im alpenländischen Stil konzipierten Gebäude mit Bad, Sauna, Whirlpool, Galerie und Terrasse seien „bautechnisch eine gute Lösung“, versicherte der Bürgermeister. Und auch die Nachfrage einer Klientel sei da, „die auch im Urlaub nicht auf Komfort verzichten möchte“.

Das Konzept sei ein zusätzliches touristisches Angebot, waren sich die Gemeinderäte einig. Auch vor dem Hintergrund, dass die Bettenzahl in Missen-Wilhams zurückgehe, meinte der Bürgermeister. Dem Bauherren lasse man noch ein paar Spielräume bei der Umsetzung, bevor das Landratsamt endgültig über den Bauantrag entscheidet. Das Projekt wird von einem Landschaftsplaner begleitet, damit keine ökologisch wertvollen Flächen zerstört werden. Wenn das Okay aus dem Landratsamt vorliegt, „soll es im Sommer losgehen“, sagt Investor Holterman ten Hove.

Baum-Chalets wie in Vietnam

Die Finanzierung des Projekts wird mit regionalen Banken, EU-Fördermitteln und Eigenkapital gestemmt. Lokale Firmen werden beim Bau der Häuser mit ins Boot geholt. „Das Geld soll in der Region bleiben“, lässt der ehemalige Snowboardprofi wissen. „Im besten Fall möchte ich noch in diesem Jahr eröffnen und die Baum-Chalets hier im Allgäu realisieren.“ Die Idee kam Holterman ten Hove vor drei Jahren, als er in ähnlichen Häusern bei seiner Hochzeitsreise in Vietnam wohnte. Die Stelzenhäuser sind jeweils für vier Personen konzipiert und sollen zwischen 250 und 350 Euro pro Nacht kosten.

Die Gebäude haben ein Satteldach und unterschiedliche Holzfassaden. Sie sind vier Meter breit und acht Meter lang, bestehen aus zwei Etagen und haben eine Wohnfläche von rund 50 Quadratmetern.
Bis vor einem Jahr arbeitete Holterman, der in Memmingen aufgewachsen ist, als Unternehmensberater, dann hat er sich selbstständig gemacht. Das Projekt in Wiederhofen ist sein erstes dieser Art.