Corona in Bayern

Bayern muss über erneuten Einsatz der kontroversen Luca-App entscheiden

Die Luca-Appp war im vergangenen Frühjahr bekanntgeworden und von Anfang an heftiger Kritik ausgesetzt.

Die Luca-Appp war im vergangenen Frühjahr bekanntgeworden und von Anfang an heftiger Kritik ausgesetzt.

Bild: Christoph Soeder, dpa (Symbolbild)

Die Luca-Appp war im vergangenen Frühjahr bekanntgeworden und von Anfang an heftiger Kritik ausgesetzt.

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Bayerns Lizenz für die Luca-App läuft am 5. April aus. Noch ist unklar, ob der Freistaat weiter auf die umstrittene App setzt. Denn sie hat Konkurrenz.
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dpa
13.01.2022 | Stand: 07:46 Uhr

Der Freistaat Bayern hat noch keine Entscheidung getroffen, ob er auch weiterhin auf die umstrittene Luca-App bei der Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten setzen will. Das sagte ein Sprecher des Digitalministeriums in München. Die Lizenz sei im vergangenen Jahr für zwölf Monate gekauft worden und laufe am 5. April aus.

Die Luca-App, an der unter anderem der Rapper Smudo ("Die Fantastischen Vier") beteiligt ist, war im vergangenen Frühjahr bekanntgeworden und von Anfang an heftiger Kritik ausgesetzt. Unter anderem der Chaos-Computer-Club (CCC) hatte bemängelt, ihre Sicherheitsarchitektur sei nicht ausreichend, der Nutzen fraglich.

Luca-App: Bayern kaufte die Lizenz für zwölf Monate

Kritiker der App, darunter über 70 Experten deutscher Hochschulen, stören sich vor allem daran, dass die Daten zentral gespeichert werden. Die Macher der Luca-App verweisen darauf, dass die Daten durch eine starke Verschlüsselung geschützt sind und nur vom Gesundheitsamt abgerufen werden können. Außerdem würden die Anwenderinnen und Anwender der App über jede Datenabfrage informiert.

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Die Luca-App funktioniert mit einer Art virtuellen Visitenkarte: Nutzer müssen zunächst ihre Kontaktdaten eingeben. Das Programm verschlüsselt die Informationen und generiert wechselnde QR-Codes. Mit den Codes können sich die Nutzer dann in Restaurants, Kinos oder bei Veranstaltungen anmelden, ohne sich per Hand in eine Liste eintragen zu müssen.

Kontaktnachverfolgung von Infizierten läuft auch über Corona-Warn-App

Tritt im Umfeld eine Infektion auf, kann das Gesundheitsamt die gefährdeten Besucher über die App ermitteln oder gezielt Warnungen an die Betroffenen ausspielen. Das Luca-System ist nämlich direkt an die von den Gesundheitsämtern genutzte Software Sormas angebunden. Für andere sind die persönlichen Daten nicht einsehbar.

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Unklar ist, wie intensiv das Luca-System in den Gesundheitsämtern überhaupt genutzt wird, zumal viele die Kontaktnachverfolgung fast eingestellt haben. Seit geraumer Zeit bietet auch die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts, die von den Unternehmen SAP und Deutsche Telekom entwickelt wurde, viele der Luca-Funktionen. (Lesen Sie auch: WHO entscheidet über Verlängerung des Corona-Gesundheitsnotstands)

Dazu gehört auch ein Modus, um Kontakte bei Events in geschlossenen Räumen zu erfassen. Die Macher der Luca-App sind der Ansicht, dass sich die Corona-Warn-App und Luca konzeptionell ergänzen. (Lesen Sie auch: Corona: Bundestag stimmt über neue Quarantäne-Regeln ab)

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