Video des Einsatzes sorgte für Schlagzeilen

Münchner Polizist kniet auf Hals eines Mannes - Heute startet der Prozess

In München beginnt nun der Prozess gegen einen 54-Jährigen wegen Körperverletzung, Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Für Aufsehen sorgte ein Video, das zeigt, wie ein Bundespolizist auf dem Hals des Mannes kniet.

In München beginnt nun der Prozess gegen einen 54-Jährigen wegen Körperverletzung, Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Für Aufsehen sorgte ein Video, das zeigt, wie ein Bundespolizist auf dem Hals des Mannes kniet.

Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa (Symbolbild)

In München beginnt nun der Prozess gegen einen 54-Jährigen wegen Körperverletzung, Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Für Aufsehen sorgte ein Video, das zeigt, wie ein Bundespolizist auf dem Hals des Mannes kniet.

Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa (Symbolbild)

Ein Polizist kniet in München auf dem Hals eines Mannes. Das Video sorgte später für Aufregung. Heute kommt es zum Prozess - aber nicht gegen den Polizisten.
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dpa
13.08.2021 | Stand: 09:29 Uhr

Nach einem umstrittenen Polizeieinsatz in einer S-Bahn-Station in der bayerischen Landeshautstadt München beginnt am Freitag (10 Uhr) der Prozess gegen einen 54-Jährigen wegen eines Angriffs auf die Beamten. Der Mann muss sich unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten. Der Vorfall aus dem Februar 2020 hatte Schlagzeilen gemacht, weil sich ein Polizist beim Einsatz offenbar auf Kopf- und Halsregion des Angeklagten gekniet hatte.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der 54-Jährige in einer S-Bahn einen Fahrscheinkontrolleur "Nazi und Rassist" genannt. Nachdem die Kontrolleure mit ihm an der Station Isartor ausgestiegen waren und die Polizei riefen, sei der Mann zudem gewalttätig geworden. Als die Bundespolizisten eintrafen, sei es zu einer Rangelei gekommen. Fünf Beamte hätten den 54-Jährigen zu Boden bringen und festgehalten müssen. Unter anderem habe der Mann dabei einer Polizistin ins Gesicht geschlagen und in die Hand gebissen.

Video des Einsatzes in München stammte aus Polizei-Bodycam

Das Nachrichtenmagazin Focus veröffentlichte im Juli dieses Jahres ein Video des Geschehens. Das Material stammt nach Angaben der Bundespolizei aus einer Polizisten-Bodycam. Wie es an die Öffentlichkeit gelangte, ist unklar. Es zeigt, wie ein Polizist auf dem Hals des Fahrgastes kniet. Der Anklage zufolge fixierten die Beamten "den Oberkörper sowie die Arme" des Mannes.

Focus online zufolge war der Mann bei einer Fahrkartenkontrolle ins Visier der Beamten geraten, obwohl er eine gültige Fahrkarte gehabt habe. "Ein Mann kniete auf meinem Hals. Ich hatte wirklich Todesangst", zitiert das Portal einen Mann, bei dem es sich um die Person auf dem Video handeln soll.

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Die Staatsanwaltschaft München I hatte nach Bekanntwerden des Materials mitgeteilt, das Vorgehen der Bundespolizei überprüfen zu wollen. Es handele sich um Vorermittlungen, um zu klären, ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Video erinnert an den Polizeieinsatz gegen George Floyd in den USA

Das Video erinnert auf den ersten Blick - auch wenn die Folgen nicht zu vergleichen sind - an den tödlichen Polizeieinsatz gegen George Floyd in den USA, der eine Welle des Entsetzens und große Proteste ausgelöst hatte.

Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. Polizisten nahmen den 46-Jährigen fest, weil er eine Schachtel Zigaretten mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt haben soll. Videos von Passanten dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Einer von ihnen presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser immer wieder flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor das Bewusstsein und starb wenig später. Der Polizist wurde diesen Sommer zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Er muss 22 Jahren und sechs Monaten Haft.