Gericht lässt Anklage zu

Tödlicher Schlag am Augsburger Königsplatz: So soll der Prozess ablaufen

Am Nikolaustag vergangenen Jahres starb ein 49-jähriger Mann am Königsplatz in Augsburg an den Folgen eines Schlages. Bald soll der Prozess zu dem Fall starten.

Am Nikolaustag vergangenen Jahres starb ein 49-jähriger Mann am Königsplatz in Augsburg an den Folgen eines Schlages. Bald soll der Prozess zu dem Fall starten.

Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Am Nikolaustag vergangenen Jahres starb ein 49-jähriger Mann am Königsplatz in Augsburg an den Folgen eines Schlages. Bald soll der Prozess zu dem Fall starten.

Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Nun steht fest, wann die Verhandlung um den gewaltsamen Tod eines 49-Jährigen am Augsburger Königsplatz stattfinden soll. Es dürfte ein größerer Prozess werden.
24.08.2020 | Stand: 17:20 Uhr

Es war ein Fall, der bundesweit für Aufregung und Bestürzung sorgte: Im Dezember vergangenen Jahres starb ein 49-jähriger Mann nach einem Schlag am Königsplatz. Nun steht fest, wann der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter stattfinden soll; die Jugendkammer des Landgerichtes hat die Anklage der Staatsanwaltschaft zugelassen. Beginnen soll der Prozess am 20. Oktober. Das Gericht stellt sich offenbar auf einen größeren Prozess ein und hat insgesamt acht Verhandlungstage anberaumt.

Angeklagt ist ein 17 Jahre alter Augsburger, dem die Staatsanwaltschaft Körperverletzung mit Todesfolge zur Last legt. Er sitzt seit Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Angeklagt sind neben dem mutmaßlichen Haupttäter noch zwei weitere junge Männer aus der Gruppe junger Menschen, die in der Tatnacht gemeinsam unterwegs war, ein 20-Jähriger und ein 18-Jähriger. Sie haben sich laut den Vorwürfen der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, weil sie, ebenso wie der 17-Jährige, einen Freund des Feuerwehrmannes geschlagen haben sollen.

Tödlicher Schlag am Kö: So soll der Prozess ablaufen

Wie berichtet, hatte der Fall mehrere juristische Wendungen vollzogen. Die anfangs sieben Verdächtigen waren erst allesamt in Untersuchungshaft gegangen, aber nach einer Entscheidung des Landgerichtes mit Ausnahme des Haupttäters wieder auf freiem Fuß gekommen, ehe sie nach einem Beschluss des Oberlandesgerichtes wieder inhaftiert wurden. Eine erfolgreiche Verfassungsbeschwerde sorgte schließlich dafür, dass sechs der damaligen Beschuldigten wieder aus dem Gefängnis entlassen wurden. Mittlerweile sind die Verfahren gegen alle früheren Verdächtigen mit Ausnahme der drei Angeklagten eingestellt worden. In der Anklageschrift stellt die Staatsanwaltschaft nun manches etwas anders dar als es die Ermittler bei einer Pressekonferenz nach der Tat schilderten, von einem "Umringen" des Opfers ist etwa keine Rede mehr.

Laut Anklage spielte sich die Tat so ab: Einer aus der Gruppe soll das spätere Opfer nach einer Zigarette gefragt haben. Es entwickelte sich ein Streit zwischen den Beteiligten, das spätere Opfer soll einen aus der Gruppe mit den Händen weggestoßen haben. Es folgte der tödliche Schlag von der Seite. Durch den Schlag war laut Obduktion eine Schlagader eingerissen.

Aufgrund der Menge an Prozessbeteiligten findet die Verhandlung nicht wie üblich im Strafjustizzentrum in Göggingen statt, sondern im alten Schwurgerichtssaal im Gerichtsgebäude Am Alten Einlass, der vielen Beteiligten Platz bietet. Doch auch der Strafprozess um das mutmaßliche Buskartell soll dort beispielsweise ab Oktober stattfinden.