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Corona-Lockerungen in Aussicht? Interview mit Saskia Weishaupt

Interview

Weishaupt: "Lockerungen kommende vier Wochen eher unwahrscheinlich"

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    Saskia Weishaupt vertritt die Grünen im Gesundheitsausschuss des Bundestags.
    Saskia Weishaupt vertritt die Grünen im Gesundheitsausschuss des Bundestags. Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa

    Frau Weishaupt, Wie bewerten Sie als Gesundheitspolitikerin die Modellierungen der Experten? Reichen die zugrundeliegenden Annahmen aus, um weitreichende Öffnungsschritte ab Mitte Februar, März zu vollziehen?

    Saskia Weishaupt: Die Modellierungen zeigen, dass durch die neue Variante Omikron Subtyp BA.2 eine Trendwende für Mitte Februar verzögert werden kann. Für uns Politikerinnen und Politiker bedeutet das, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht Öffnungen für Mitte Februar ankündigen können. Deswegen halte ich Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den kommenden vier Wochen für eher unwahrscheinlich.

    Gehen in der Debatte Gefahren für Ungeimpfte unter? Auch wenn man besonders an die Erfahrungen in Bayern im Dezember mit Covid-Patienten-Flügen in andere Bundesländer denkt?

    Weishaupt: Ja. Die Zahlen der Ungeimpften bei über 60-Jährigen sind zu hoch. In dieser Gruppe zählen wir drei Millionen Ungeimpfte in Deutschland. Nach wie vor können diese Menschen auf die Intensivstationen kommen und schwere Verläufe haben. Gleichzeitig greift Omikron besonders unter den Schülerinnen und Schülern um sich. Und die junge Menschen bringen die Infektion dann mit nach Hause an den Küchentisch. Das Virus steckt besonders Ungeimpfte stärker an, auch die Omikron BA.2 Variante. Und auch das Risiko für ungeimpfte Kinder, Long-Covid zu bekommen, existiert weiterhin. Besonders die Kinder und über 60-Jährigen sollten wir mit einer verfrühten Öffnungspolitik nicht gefährden - gleiches gilt für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen sich nicht impfen lassen können! Ich halte es für gefährlich davon zu sprechen, dass Omikron eine Chance ist. Wir dürfen diese Variante nicht auf die leichte Schulter nehmen.

    Welche Lockerungen könnten Sie sich gegebenenfalls vorstellen, etwa was Homeoffice-Pflicht, 2G im Handel und Gastronomie oder die Maskenpflicht betrifft?

    Weishaupt: Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich bessere Krisenkommunikation von der Politik. Dazu gehört aber eben auch, keine falsche Hoffnung zu machen, die dann wieder zu Enttäuschung führt. Auch wenn ich weiß, dass wir alle nichts sehnlicher wollen als mehr Normalität, kann ich heute noch nichts über konkrete Öffnungen sagen. Wir haben die Verantwortung, die Gesundheit und das Leben aller Menschen zu schützen, dazu gehört auch, nicht einfach voreilige Öffnungen und Lockerungen anzukündigen.

    Die infektionsschutzrechtlichen Schutzmaßnahmen sind im Infektionsschutzgesetz bis zum 19. März 2022 befristet. Ist es für Sie bereits absehbar, ob sie durch den Bundestag um drei Monate verlängert werden oder auslaufen sollen?

    Weishaupt: An der Frage, wie es nach dem 19. März mit den infektionsschutzrechtlichen Schutzmaßnahmen weitergehen soll, arbeiten wir gerade mit Hochdruck dran. Ich persönlich sehe gerade bei einzelnen Maßnahmen die Notwendigkeit, diese zu verlängern.

    Zur Person: Saskia Weishaupt ist Obfrau der Grünen im Gesundheitsausschuss des Bundestags. Die 28-Jährige war von 2018 bis 2021 war sie Landeschefin der „Grünen Jugend Bayern" und sitzt seit September im Bundestag

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