Olympischen Winterspiele 2022 in Peking

Boykott der Olympischen Winterspiele: Die Liste wird immer länger

Australien wird sich dem diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 anschließen. Das machte Scott Morrison, Premierminister von Australien, am Mittwoch bekannt. Als Grund führte er eine Reihe von Missverständnissen zwischen Canberra und Peking an.

Australien wird sich dem diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 anschließen. Das machte Scott Morrison, Premierminister von Australien, am Mittwoch bekannt. Als Grund führte er eine Reihe von Missverständnissen zwischen Canberra und Peking an.

Bild: Lukas Coch, dpa (Archiv)

Australien wird sich dem diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 anschließen. Das machte Scott Morrison, Premierminister von Australien, am Mittwoch bekannt. Als Grund führte er eine Reihe von Missverständnissen zwischen Canberra und Peking an.

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Erst die USA, dann Australien und Großbritannien. Jetzt schließt sich auch Kanada dem diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele an.
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dpa
08.12.2021 | Stand: 19:48 Uhr

-- Update um 19.39 Uhr: Kanada schließt sich Boykott an --

Auch Kanada hat sich dem von mehreren westlichen Staaten beschlossenen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking angeschlossen. "Kanada bleibt zutiefst verstört angesichts der Berichte über die Verletzung von Menschenrechten in China", schrieb Premierminister Justin Trudeau am Mittwoch per Kurznachrichtendienst Twitter. "Deswegen werden wir keine diplomatischen Vertreter zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen nach Peking schicken. Wir unterstützen weiterhin unsere Athleten, die hart dafür arbeiten, an Wettkämpfen auf der Weltbühne teilzunehmen."

Wie Politiker in Deutschland zu dem diplomatischen Boykott stehen, lesen Sie hier.

-- Update um 14.30 Uhr: Großbritannien schließt sich Boykott an --

Nach den USA und Australien wird auch Großbritannien keine Regierungsvertreter zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking schicken. Es handle sich "effektiv um einen diplomatischen Boykott", sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Mittwoch im Parlament in London. Er bespreche kritische Fragen wie Menschenrechte regelmäßig mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping. "Wie ich bereits zuvor sagte, unterstützen wir keinen sportlichen Boykott. Aber es gibt keine Pläne, dass Kabinettsmitglieder die Olympischen Winterspiele besuchen", sagte Johnson.

Die USA hatten am Montag aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Spiele in Peking (4. bis 22. Februar 2022) angekündigt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte, die Regierung von Präsident Joe Biden werde keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter nach Peking schicken. Am Mittwoch teilte Australien mit, es folge diesem Vorbild.

-- Ursprüngliche Nachricht --

Australien schließt sich dem von den USA beschlossenen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking an. Das kündigte Premier Scott Morrison am Mittwoch in Sydney an. Für ihn sei diese Entscheidung "keine Überraschung", fügte er hinzu. Als Grund führte er eine Reihe von Missverständnissen zwischen Canberra und Peking an, darunter Chinas Kritik an Australiens Entscheidung zur Anschaffung von nukleargetriebenen U-Booten. Seine Regierung habe wiederum "Menschenrechtsverstöße in Xinjiang und andere Themen" angeprangert, doch habe die chinesische Regierung keine Gesprächsbereitschaft gezeigt.

Scott Morrison, Premierminister von Australien, spricht zu den Medien während einer Pressekonferenz in der Lodge in Canberra. Australien wird im November erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder seine internationalen Grenzen öffnen. Vollständig geimpfte Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz dürfen dann wieder ins Ausland reisen. Bei ihrer Rückkehr müssen sie sieben Tage in häusliche Quarantäne statt wie bisher 14 Tage in Isolation in einer teuren Einrichtung. +++ dpa-Bildfunk +++
Scott Morrison, Premierminister von Australien, spricht zu den Medien während einer Pressekonferenz in der Lodge in Canberra. Australien wird im November erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder seine internationalen Grenzen öffnen. Vollständig geimpfte Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz dürfen dann wieder ins Ausland reisen. Bei ihrer Rückkehr müssen sie sieben Tage in häusliche Quarantäne statt wie bisher 14 Tage in Isolation in einer teuren Einrichtung. +++ dpa-Bildfunk +++
Bild: Lukas Coch, dpa (Archiv)

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Australische Sportler sollen jedoch an den Spielen in Peking teilnehmen, betonte Morrison. "Australien ist eine große Sport-Nation, aber ich halte Fragen des Sports und der anderen politischen Angelegenheiten sehr wohl auseinander."

Australien wird Olympische Winterspiele 2022 boykottieren - Kritik aus China

Die chinesische Botschaft in Australien kritisierte die Entscheidung in einer Mitteilung. "Wie wir alle wissen, liegt die Schuld an der gegenwärtigen misslichen Lage der chinesisch-australischen Beziehungen eindeutig bei der australischen Seite", so die diplomatische Vertretung.

China fordere Australien nachdrücklich auf, "praktische Maßnahmen zu ergreifen, um günstige Bedingungen für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu schaffen."

Wegen Menschenrechtsverletzungen in China: USA kündigte am Montag Boykott an

Gleichzeitig wünschte die Botschaft den australischen Athleten viel Glück bei den Spielen. Australiens Erfolg bei den Winterspielen hänge von der Leistung der Sportler ab, nicht von der politischen Haltung einiger australischer Politiker, hieß es. (Lesen Sie auch: Zwischen Boykott und Peng Shuai: IOC-Präsident Bach beharrt auf sanftem China-Kurs)

Die USA hatten am Montag aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Spiele in Peking (4. bis 22. Februar 2022) angekündigt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte, die Regierung von Präsident Joe Biden werde keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter nach Peking schicken.