Nordische Kombination

Kombinierer Vinzenz Geiger: "Mit dem Trainer haben wir einen guten Fang gemacht"

Noch genießt Vinzenz Geiger die Sonne Südspaniens, doch bald geht die Vorbereitung für die Nordische Ski-WM in Oberstdorf weiter.

Noch genießt Vinzenz Geiger die Sonne Südspaniens, doch bald geht die Vorbereitung für die Nordische Ski-WM in Oberstdorf weiter.

Bild: Ralf Lienert

Noch genießt Vinzenz Geiger die Sonne Südspaniens, doch bald geht die Vorbereitung für die Nordische Ski-WM in Oberstdorf weiter.

Bild: Ralf Lienert

Vinzenz Geiger genießt nach der ersten Vorbereitungsphase die Sonne Südspaniens. Was er vom neuen Sprungtrainer und der Absage des Sommer-Grand-Prix hält.
28.07.2020 | Stand: 06:20 Uhr

Vinzenz Geiger musste mal raus. Ab in den Süden. Nach Andalusien. Zum Abschluss der ersten Vorbereitungsphase auf die neue Saison mit der Heim-WM in Oberstdorf als Höhepunkt genießt der aktuell beste Nordische Kombinierer Deutschlands zusammen mit seiner Freundin für eine Woche die Sonne Südspaniens. „Wir sind hauptsächlich am Strand, da stört es kaum, dass man sonst praktisch überall Maske tragen muss“, gibt der Oberstdorfer, der vergangenen Freitag seinen 23. Geburtstag feierte, am Telefon seine ersten Eindrücke wieder.

Windkanal in der Jochen-Schweizer-Arena genutzt

Vor die verdiente Entspannung hat der neue Skisprungtrainer der deutschen Kombinierer allerdings den Schweiß gesetzt. Der Österreicher Heinz Kuttin arbeitete mit seinen Sportlern vor allem an Grundlagen. „Wir haben festgestellt, dass viele Basissachen nicht mehr up to date waren“, sagte der 49 Jahre alte Nachfolger von Ronny Ackermann der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn du ein routinierter Sportler bist, wird es jedes Jahr immer schwieriger. Du musst noch konsequenter arbeiten, du musst noch härter an dir arbeiten, weil der Körper einfach immer älter wird und die Erfahrung größer wird“, sagte der frühere Weltklasse-Springer in Taufkirchen, wo die Kombinierer auch den Windkanal der Jochen-Schweizer-Arena nutzten.

Beim Springen kamen die deutschen Kombinierer in der vergangenen Saison häufig nicht an die starken Norweger und Österreicher heran. Kuttin betonte, dass er vor allem bei der „Basisarbeit“ nicht locker lassen werde. „Ich bin ein Fan davon, den Sprung eher laufen zu lassen und viel Freiheit zu geben“, sagte er. „Aber im Basistraining, das heißt im Trockentraining, bei den Imitationen, im Krafttraining, beim Koordinationstraining, da muss ich voll fokussiert sein.“

Der frühere Skispringer beschrieb sich selbst als eher lockeren Typ, der viel aus dem Bauch heraus entscheide. „Zuckerbrot und Peitsche ist eigentlich immer das Optimale.“

>>Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Alle Infos und Termine<<

Geiger: "Mit dem Trainer haben wir einen guten Fang gemacht"

Vinzenz Geiger, bester DSV-Kombinierer der vergangenen Saison, hat nach den ersten gemeinsamen Trainingswochen jedenfalls einen guten Eindruck vom neuen Coach, der seit diesem Sommer als Nachfolger von Ackermann tätig ist. „Da gibt es nichts zu meckern“, sagte Geiger in Taufkirchen. „Ich glaube, da haben wir einen guten Fang gemacht. Ich denke, dass wir im Springen einen Schritt nach vorne machen können.“ Er ergänzte allerdings auch: „Die anderen schlafen aber natürlich auch nicht. Jarl Magnus Riiber wird alles daran setzen, dass es wieder so läuft wie zuletzt.“ Der Norweger Riiber hatten den Gesamtweltcup in der Saison 2019/20 souverän vor seinem Landsmann Jörgen Graabak und Geiger gewonnen. Geiger beschrieb den 49 Jahre alten Kuttin als angenehmen Menschen mit viel Erfahrung. „Wie gut es dann wirklich wird, wissen wir natürlich erst im Winter, aber bisher ist es richtig cool.“

Sommer-Grand-Prix hätte als Vorbereitung für die Saison dienen sollen

Als Vorbereitung auf den Winter hätte auch der Sommer-Grand-Prix Ende September/Anfang Oktober in Oberstdorf und Klingenthal dienen sollen, den der Deutsche Skiverband, wie berichtet, in der vergangenen Woche abgesagt hat. Aufgrund der derzeit geltenden nationalen und internationalen Restriktionen ist die für den DSV und seine Organisatoren notwendige Planungssicherheit in Sachen Großveranstaltung nicht gegeben. Dies gilt vor allem für die notwendigen Hygiene- und Veranstaltungskonzepte. „Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck daran, für unsere Weltcups im Winter und die Nordische Weltmeisterschaft in Oberstdorf die entsprechenden Konzepte zu erstellen“, erklärte DSV-Präsident Franz Steinle. „Und ich bin zuversichtlich, dass wir für alle Disziplinen und Standorte gute Lösungen finden, um unsere Events wie geplant durchführen zu können.“

Der Fokus liegt eindeutig auf dem Winter

Für Vinzenz Geiger, der nach zweieinhalbwöchiger Schanzenpause wegen einer gereizten Sehne am linken Knie am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen wieder Sprünge absolvierte, kam die Absage nicht unbedingt überraschend. Er bedauert sie zwar, sie sei aber „nicht essenziell“. „Gerade in Oberstdorf war der Sommer-Grand-Prix schon immer ganz cool, und ich habe mich auch darauf gefreut, aber der Fokus liegt eindeutig auf dem Winter“, sagt Geiger, für den das Training mit einem Lehrgang im heimischen Oberstdorf am 10. August weitergeht.