Eishockey ESV Kaufbeuren

„Enger zusammenrücken“ heißt nun das Motto beim ESVK

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Überblick behalten: Simon Schütz (in Rot) ist derzeit einer der besten beim ESVK. Doch eine Lösung für die Schwäche der Special Teams und die Torflaute der Joker hat er auch nicht.

Bild: Mathias Wild

Überblick behalten: Simon Schütz (in Rot) ist derzeit einer der besten beim ESVK. Doch eine Lösung für die Schwäche der Special Teams und die Torflaute der Joker hat er auch nicht.

Bild: Mathias Wild

Auch Verteidiger Simon Schütz kann nicht erklären, warum es bei den Jokern derzeit nicht läuft. Aber gute Stimmung in der Kabine sei trotzdem wichtig.
04.01.2022 | Stand: 18:30 Uhr

Am Mittwochabend stehen sich in Kaufbeuren zwei Klubs in einer sportlichen Krisenphase gegenüber. Kaufbeuren ist seit sieben Matches ohne Sieg, und auch bei den Lausitzer Füchsen verlief der Dezember anders als erwünscht.

Füchse kommen mit neuem Trainer

Einen Tag vor dem Gastspiel der Lausitzer Füchse hat der DEL2-Tabellenzwölfte Tabula rasa gemacht und Cheftrainer Chris Straube entlassen. Mit dem Finnen Petteri Väkiparta bestreitet ein neuer Head-Coach sein Füchse-Debüt an der Bande in Kaufbeuren (Mittwoch, 19.30 Uhr). Für ESVK-Verteidiger Simon Schütz heißt das: „Ein neuer Trainer bringt immer sein eigenes System mit, das er vermutlich direkt umsetzen möchte. Das ist für die Spieler nicht einfach, aber immer auch eine Chance.“ Und somit ließe sich nicht abschätzen, ob Kaufbeuren von der Füchse-Personalie letztlich profitiere oder nicht.

Beste Plus-Minus-Rate

Für Schütz, im zurückliegenden Sommer aus Ingolstadt (DEL) in die Buronstadt gewechselt, läuft die bisherige Saison recht gut. Seine persönliche Bilanz, die ausweist, bei wie vielen Toren oder Gegentoren er in numerischer Gleichzahl auf dem Eis stand, weist eine +10 aus: In diesem Punkt ist er der mit Abstand beste Joker. „Natürlich stehe ich immer lieber selbst bei Toren auf dem Eis als bei Gegentoren“, sagt der Verteidiger. Das ändere aber nichts daran, dass Kaufbeuren als Mannschaft zu viele Tore kassiere und zu wenige schieße.

Die Lösung scheint einfach

Woran das letztlich liege, könne er sich nicht erklären. Das Training in Kaufbeuren sei gut, regelmäßig werde darin auch an Über- und Unterzahl gearbeitet. „Aber wir müssen es eben im Spiel umsetzen. Das ist das Problem.“ Die Lösung sei auch einfach: Das Tor müsse getroffen werden, sagt Schütz, der von einer weiterhin guten Stimmung innerhalb der Kabine berichtet. Das sei letztlich das Wichtigste. „Sich gegenseitig anzumotzen, bringt nichts. In einer solchen Situation muss man einfach noch enger zusammenrücken“, fordert der 24-Jährige nach der jüngsten und siebten Joker-Niederlage in Folge.

Klar ist: Auch in den kommenden Tagen geht es für Kaufbeuren Schlag auf Schlag und dann gegen Gegner, die nicht zur Ligaspitze gehören. Am Freitag gastiert der Achte Heilbronn beim ESVK, am Sonntag geht die Reise der Joker zum Siebten nach Freiburg.

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Worüber gesprochen wird

Vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Spielen, Tabellenplatz zwölf. Für die Lausitzer Füchse war das zu viel. Die Geschäftsführung zog daher am späten Montagabend die Reißleine – sie stellte den bisherigen Cheftrainer Chris Straube frei. „Wir möchten mit der Personaländerung der Mannschaft einen neuen und motivierenden Impuls geben, der für die kommenden Spiele nötig ist.“ Es gelte nun, das komplette Potenzial aus der Mannschaft herauszuholen. Gelingen soll das dem neuen starken Mann an der Füchse-Bande: Geholt wurde der 44 Jahre alte Finne Petteri Väkiparta, der in der DEL schon Co-Trainer in Schwenningen und Wolfsburg war. Zudem arbeitete Väkiparta beim Deutschen Eishockey Bund als Co-Trainer der Nationalmannschaft, zuletzt war er Assistent der deutschen U20-Nationalmannschaft.

Mit 284 Strafminuten wandern die Heilbronner Falken fast so oft wie kein anderes DEL2-Team auf der Strafbank. Nur Selb musste öfter in die Kühlbox. Als derzeit Achter spielen die Falken eine ordentliche Saison: Von den zurückliegenden zehn Matches gewannen sie drei direkt und zwei weitere in Overtime oder Penaltyschießen. Einer der Anker im Team: Jeremy Williams, der bisher 41 Scorerpunkte machte. Kein anderer DEL2-Spieler hat mehr.

  • ...beim EHC Freiburg (Sonntag, 18.30 Uhr, Echte Helden Arena):

Nur 8,9 Schüsse braucht Freiburg, um ein Tor zu erzielen – das ist Platz zwei in der Liga. Nach dem ersten Spiel des Jahres dürften die Breisgauer viel Wut im Bauch haben, waren sie Ravensburg beim 1:7 doch hoffnungslos unterlegen. Bekannt ist der EHC in dieser Saison auch für das konzentrierte Agieren im ersten Drittel: In diesem bekam der Club nur 23 Gegentore, dafür klingelte es in den weiteren Abschnitten 39 und 37 Mal.