Eishockey

Unsichere Zeiten in der DEL2: Lukas Koziol beendet Karriere

Mit nur 24 Jahren hängt der Füssener Lukas Koziol, der zuletzt für die Frankfurter Löwen in der DEL 2 auf dem Eis stand, seine Schlittschuhe an den Nagel.

Mit nur 24 Jahren hängt der Füssener Lukas Koziol, der zuletzt für die Frankfurter Löwen in der DEL 2 auf dem Eis stand, seine Schlittschuhe an den Nagel.

Bild: Mathias Wild (Archiv-Foto)

Mit nur 24 Jahren hängt der Füssener Lukas Koziol, der zuletzt für die Frankfurter Löwen in der DEL 2 auf dem Eis stand, seine Schlittschuhe an den Nagel.

Bild: Mathias Wild (Archiv-Foto)

Aus Sorge um seine Zukunft beendet Lukas Koziol seine Profikarriere – mit 24. Warum bei dieser Entscheidung des Füsseners auch Corona eine Rolle spielt.
15.10.2020 | Stand: 19:48 Uhr

Nach rund 100 Spielen in der Deutschen Nachwuchs Liga für Füssen und Berlin, 64 Spielen in Deutschlands höchster Profi-Eishockeyklasse DEL (für Berlin, Krefeld und Mannheim) sowie fast 180 Einsätzen in der DEL2, zuletzt für die Löwen aus Frankfurt, hängt Lukas Koziol seine Schlittschuhe an den Nagel.

Lukas Koziol: "Eishockey als Beruf ist mir inzwischen zu unsicher"

Der 24-Jährige sagt: „Dieser Entschluss ist lange in mir gereift. Eishockey als Beruf ist mir inzwischen zu unsicher. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen für den Sport waren auch ausschlaggebend.“ Koziol spricht dabei die Ängste und Sorgen an, die derzeit viele Eishockey-Profis umtreiben, zumindest all diejenigen, die von ihren Vereinen neue Verträge bekommen haben. Das dürften die meisten sein. Alle beinhalten sogenannte Corona-Klauseln. Diese sollen die Klubs vor dem finanziellen Bankrott schützen, wenn die Saison nicht stattfindet oder plötzlich endet. Für die Spieler aber bringen sie maximale Unsicherheit: „Der Vertrag ist quasi nichts wert“, sagt Koziol. Denn die Corona-Klausel besagt, dass das Arbeitsverhältnis nur besteht, wenn die Saison läuft. Für manche Spieler könnte es im Falle einer Corona-Pause oder eines Saisonabbruchs eng werden.

Eishockeyspieler in den Sommermonaten arbeitslos

Grundsätzlich ist es üblich, dass sich Spieler nach neun Monaten beim Verein – in der Regel August bis April – in den Sommermonaten arbeitslos melden. Doch entsprechende Gelder fließen eben nur dann, wenn zuvor lange genug eingezahlt wurde. Das steht im Falle eines raschen Corona-Saisonabbruchs infrage. „Ich kenne viele Spieler, die die Situation sehr bedrückt“, erklärt Koziol. Der 24-Jährige hat selbst keine einfache Zeit hinter sich.

Koziol verletzte sich im November 2019

Im November 2019 verletzte er sich bei einem Spiel im Frankfurter Dress schwer. Während er schoss, fiel von hinten ein gegnerischer Spieler auf sein Bein, Koziols Syndesmoseband riss. Im Knie sind mittlerweile Folgeschäden festgestellt worden. „Ich werde nochmals eine OP brauchen“, sagt Koziol, der immerhin gegen Ende der Saison 19/20 nochmal ein paar Spiele machen konnte. Dennoch bezeichnet der Füssener das Match gegen Dresden im November als seine letzte „richtige“ Eishockey-Partie.

Koziol zieht es von Füssen nach Frankfurt

Künftig will er dem Kufensport den Rücken zukehren, nur noch seinem Hobby Inline-Hockey nachgehen. Beruflich wird es den zurzeit in Füssen lebenden Koziol demnächst wieder nach Frankfurt ziehen. Dort möchte er sich selbstständig machen und vielleicht das ein oder andere Praktikum absolvieren. Details, erklärt er, könne er erst in einigen Wochen nennen.

Ein Koziol-Bruder spielt weiterhin in der DEL2 beim ESVK

Der DEL2 wird Lukas Koziol fortan immerhin familiär verbunden bleiben. Er ist der große Bruder von Fabian Koziol, dem Verteidiger des ESV Kaufbeuren. Beide hätten ein super Verhältnis. „Wir sprechen nicht vor jedem Spiel, wir haben eigene Leben, aber wir telefonieren regelmäßig“, verrät Koziol. Dem ESV Kaufbeuren traut der 24-Jährige in der Saison 20/21 eine gute Rolle zu. „Wenn die beiden ersten Sturmreihen einschlagen, dann sehe ich das Team im oberen Tabellenmittelfeld“, meint Koziol. Und ganz oben? Hier tippt der Ex-Profi auf Bietigheim, den Testspielgegner der Joker am Wochenende. „Sie hatten vergangene Saison schon einen Top-Kader, sind aber nicht wirklich zum Zug gekommen. Ich glaube, das könnte nun anders werden. Und Frankfurt ist auch immer oben mit dabei“, sagt er über seinen Ex-Klub. „Sie haben die nötige Kadertiefe und sind eine Top-Adresse, weil dort auch junge Spieler enorm gefördert werden.“