Tel Aviv: Familiengericht fällt Urteil

Der kleine Eitan muss zurück nach Italien

Gegen Shmulik Peleg wird in Italien wegen Kindesentführung ermittelt. Er ist der Großvater mütterlicherseits des kleinen Eitan, dem einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks vom 23. Mai.

Gegen Shmulik Peleg wird in Italien wegen Kindesentführung ermittelt. Er ist der Großvater mütterlicherseits des kleinen Eitan, dem einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks vom 23. Mai.

Bild: Tsafrir Abayov, dpa (Archiv)

Gegen Shmulik Peleg wird in Italien wegen Kindesentführung ermittelt. Er ist der Großvater mütterlicherseits des kleinen Eitan, dem einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks vom 23. Mai.

Bild: Tsafrir Abayov, dpa (Archiv)

Der kleine Eitan ist der einzige Überlebende der Seilbahn-Katastrophe vom Lago Maggiore am 23. Mai. Jetzt hat ein Familiengericht seine Rückkehr angeordnet.
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dpa
25.10.2021 | Stand: 16:07 Uhr

Im mutmaßlichen Entführungsfall um den kleinen Eitan, den einzigen Überlebenden der Seilbahn-Katastrophe vom Lago Maggiore, hat das Familiengericht in Tel Aviv die Rückkehr des Jungen nach Italien angeordnet. Der in Israel lebende Großvater muss zudem rund 19 000 Euro an Gerichtskosten übernehmen, hieß es in einem Auszug aus dem Urteil am Montag.

Der Junge, der bei dem Unfall am Pfingstsonntag beide Eltern, den kleinen Bruder und zwei Urgroßeltern verloren hatte, war Mitte September von seinem Großvater mütterlicherseits heimlich und entgegen einer richterlichen Anordnung nach Israel geflogen worden. In dem Verfahren hatte die Tante väterlicherseits - Aya Biran-Nirko - die Rückkehr des Sechsjährigen mit ihr nach Italien gefordert.

Das Urteil bezieht sich nur auf den Aufenthalsort

Das Urteil des Gerichts ist keine Entscheidung darüber, wer langfristig das Sorgerecht für den Jungen erhält. Es ging bei dem Verfahren nur um seinen aktuellen Aufenthaltsort.

Eitan wurde Medienberichten zufolge in Israel geboren, zog aber kurz nach der Geburt mit seinen Eltern nach Italien. Er hat demnach sowohl einen israelischen als auch einen italienischen Pass. Die Tante hatte zu dem Verfahren gesagt, Pavia in der Lombardei sei die Heimat des Jungen, der im September in Italien hätte eingeschult werden sollen.

Angehörige haben unterschiedliche Vorstellungen von Eitans Zukunft

Die in Israel lebende Familie seiner Mutter hatte laut den Berichten dagegen argumentiert, die Eltern hätten konkret einen Umzug zurück nach Israel geplant. Sie hätten sich Schulen für den Jungen angeschaut und sich um einen von der Regierung bezuschussten Kauf einer Wohnung bemüht. Der Junge solle in Israel aufwachsen.

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Die Staatsanwaltschaft der italienischen Stadt Pavia hatte im September Ermittlungen gegen den Großvater wegen Kindesentführung aufgenommen. Eitans Großmutter und laut den Berichten auch ein weiterer Mann stehen ebenfalls unter Verdacht. Der Mann habe den Großvater und den Jungen in einem gemieteten Auto von Pavia in die Schweiz gefahren, von wo sie nach Tel Aviv flogen, hatte die Tagezeitung "Corriere della Sera" berichtet.

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