Corona vs. Grippe

Studie: Sterberate bei Corona deutlich höher als bei Grippe

Corona oder die Grippe - was ist schlimmer? Darüber wird vor allem im Internet viel gestritten. Eine französische Studie ist nun zu einem Ergebnis gekommen.

Corona oder die Grippe - was ist schlimmer? Darüber wird vor allem im Internet viel gestritten. Eine französische Studie ist nun zu einem Ergebnis gekommen.

Bild: Martin Schutt

Corona oder die Grippe - was ist schlimmer? Darüber wird vor allem im Internet viel gestritten. Eine französische Studie ist nun zu einem Ergebnis gekommen.

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Die Sterberate könnte bei Corona dreimal so hoch sein wie bei der Grippe. Das haben französische Forscher herausgefunden.
Corona oder die Grippe - was ist schlimmer? Darüber wird vor allem im Internet viel gestritten. Eine französische Studie ist nun zu einem Ergebnis gekommen.
dpa
18.12.2020 | Stand: 14:29 Uhr

Die Sterberate von Corona-Patienten im Krankenhaus könnte einer französischen Studie zufolge etwa dreimal so hoch wie die von Grippe-Patienten sein. Während sie bei Corona-Infizierten, die im Frühjahr in eine Klinik eingeliefert wurden, bei etwa 16,9 Prozent lag, betrug sie bei in einer Klinik behandelten Grippekranken im Winter 2018/2019 nur etwa 5,8 Prozent. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass sich Corona mittlerweile etwas besser behandeln lässt.

Corona ist viel gravierender als die Grippe

"Unsere Studie ... bestätigt, dass Covid-19 viel gravierender ist als die Grippe", sagte Studienleiterin Catherine Quantin vom Universitätsklinikum in Dijon laut einer Mitteilung. Die Ergebnisse sind im Fachblatt "The Lancet Respiratory Medicine" erschienen.

Das Ergebnis sei besonders eklatant, da die Grippesaison 2018/2019 in Frankreich die tödlichste innerhalb der letzten fünf Jahre gewesen sei, sagte Quantin. (Wir berichten über aktuelle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in unserem Newsblog.)

Die Untersuchung stützt sich auf Zahlen einer nationalen Datenbank, die Details zu Einweisungen in private und staatliche Krankenhäuser erfasst. Insgesamt wurden die Daten von etwa 135 000 Patienten ausgewertet. Die Corona-Zahlen beziehen sich auf die Monate März und April diesen Jahres. Der Part zur Grippe analysiert Daten von Dezember 2018 bis Februar 2019.

Corona-Patienten liegen länger auf der Intensivstation

Die Forscherinnen und Forscher fanden zudem heraus, dass es unter den Covid-Erkrankten einen höheren Anteil an Menschen gab, die intensivmedizinisch behandelt werden mussten. Durchschnittlich hielten sie sich mit 15 Tagen dabei auch fast doppelt so lange auf der Intensivstation auf wie Grippeinfizierte mit 8 Tagen. Corona-Infizierte mussten auch etwa doppelt so oft maschinell beatmet werden.

Der Anteil von Kindern unter den Einweisungen in ein Krankenhaus bei einer Infektion mit dem Coronavirus lag der Studie zufolge deutlich unter dem bei der Grippe. Demnach waren nur 1,4 Prozent der untersuchten Covid-Erkrankten jünger als 18 Jahre. Bei den Grippepatienten war etwa einer von fünf minderjährig.

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