Gewalt und Ausschreitungen

Unruhen in Kasachstan: Militär eingeschritten

Bei den Unruhen in Kasachstan ist nun das Militär eingeschritten.

Bei den Unruhen in Kasachstan ist nun das Militär eingeschritten.

Bild: Vladimir Tretyakov, dpa

Bei den Unruhen in Kasachstan ist nun das Militär eingeschritten.

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Landesweite Proteste gegen hohe Gaspreise haben in Kasachstan in Zentralasien eine schwere politische Krise ausgelöst.
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dpa
05.01.2022 | Stand: 21:02 Uhr

Nach gewaltsamen Ausschreitungen in Kasachstan in Zentralasien ist das Militär eingeschritten. "Terroristische Banden" hätten sich in der Großstadt Almaty einen Kampf mit Fallschirmjägern geliefert, sagte Präsident Kassym-Jomart Tokajew in der Nacht zum Donnerstag in einer Fernsehansprache. Der Flughafen der Stadt sei befreit worden, berichteten kasachische Medien unter Berufung auf den stellvertretenden Bürgermeister von Almaty, Erschan Babakumarow. Es habe eine "Spezialoperation" begonnen.

Ausschreitungen in Kasachstan: Regierung zurückgetreten

Am Mittwochnachmittag hatte der Flughafen Medienberichten zufolge mitgeteilt, der Airport sei geräumt worden und die Mitarbeiter hätten das Gelände verlassen. Grund sei, dass eine Menschenmenge das Gebäude besetzt habe. Mehrere Fluggesellschaften strichen daraufhin Flüge nach Almaty.

Tokajew sagte in seiner Ansprache zudem, er habe das von Russland geführte Militärbündnis Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit um Hilfe gebeten. Es handele sich "nicht um eine Bedrohung, sondern um eine Untergrabung der Integrität des Staates".

Landesweite Proteste haben die Ex-Sowjetrepublik in eine schwere politische Krise gestürzt. Am Mittwoch trat die Regierung zurück. In dem autoritär geführten Land wurde der Ausnahmezustand verhängt. Besonders heftige Ausschreitungen gab es in der Wirtschaftsmetropole Almaty. Demonstranten stürmten etwa die Stadtverwaltung und die Residenz Tokajews.

Lage in Kasachstan zunächst unübersichtlich

Die Lage war zunächst unübersichtlich. Genaue Opferzahlen gab es nicht. Auf jeden Fall ist es in der ehemaligen Sowjetrepublik, die über Jahrzehnte von Machthaber Nursultan Nasarbajew regiert wurde, die größte Protestwelle seit Jahren.

Das Land mit mehr als 18 Millionen Einwohnern grenzt unter anderem an Russland und China. Es ist reich an Öl- und Gasvorkommen. Die Republik ist auch einer der größten Uranproduzenten der Welt. Trotzdem kämpft Kasachstan mit Misswirtschaft und Armut.

Wie viele Tausend Menschen sich an den Protesten beteiligten, war unklar. Das Internet wurde abgeschaltet - vermutlich, um neue Versammlungen zu erschweren. Mehrere Fernsehsender stellten den Betrieb ein.

Protest wegen gestiegener Preise für Flüssiggas hat am Wochenende begonnen

Am Mittwoch hatte sich Tokajew mit einer Ansprache an die Menschen gewandt. Er sagte: "Die Situation bedroht die Sicherheit aller Bürger von Almaty. Das kann nicht toleriert werden." Die Sicherheitskräfte würden "so hart wie möglich" vorgehen. Der Präsident sprach auch von Todesopfern bei den Unruhen.

Der Protest hatte am Wochenende begonnen. Auslöser waren deutlich gestiegene Preise für Flüssiggas an den Tankstellen. Viele Kasachen tanken Flüssiggas, weil es billiger als Benzin ist.

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