Der "deutsche Elvis" gestorben

Wohnungsbrand: Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ist tot

Der deutsche Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ist bei einem Wohnungsbrand in Dortmund ums Leben gekommen.

Der deutsche Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ist bei einem Wohnungsbrand in Dortmund ums Leben gekommen.

Bild: Jochen Lübke, dpa

Der deutsche Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ist bei einem Wohnungsbrand in Dortmund ums Leben gekommen.

Bild: Jochen Lübke, dpa

Ted Herold ist tot. Der Rock'n'Roll-Musiker starb am Samstag bei einem Wohnungsbrand in Dortmund. Er war bekannt als der "deutsche Elvis".
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dpa
21.11.2021 | Stand: 14:59 Uhr

Für seine Fans war er der "deutsche Elvis": Ted Herold ist tot. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund am Sonntag. Herold, der eigentlich Harald Schubring hieß, starb bei einem Wohnungsbrand in Dortmund. Er wurde 79 Jahre alt.

Der verhängnisvolle Brand war nach Angaben der Feuerwehr am Samstagabend im ersten Stock des kleinen Zweifamilienhaus in Dortmund-Berghofen ausgebrochen, in dem Herold seit Jahren wohnte. Mit ihm starb eine weitere 48-jährige Person, zu deren Identität Polizei und Feuerwehr zunächst keine Angaben machten. Zwei weitere Hausbewohner im Alter von 79 und 85 Jahren wurden laut Feuerwehr mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Sie hatten zuvor die Feuerwehr alarmiert. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Doch gab es zunächst keine Hinweise auf Fremdverschulden.

Ted Herolds Karriere begann schon in den 1950ern

Die Karriere des am 9. September 1942 in Berlin geborenen Rock'n'Rollers hatte schon als Schüler in den 1950er Jahren begonnen - immer orientiert an seinen Vorbildern Bill Haley, Buddy Holly und Elvis Presley. Schon seine erste Schallplatte ("Ich brauch' keinen Ring"/"Lover Doll") belegte auf Anhieb dreimal den ersten Platz der Hit-Parade von Radio Luxemburg. Einige Jahre lang gab er vor allem deutsche Cover-Versionen von Elvis Presley zum Besten. Nach eigenen Angaben aß Herold mit dem "King of Rock'n'Roll" sogar einmal ein Eis, als der noch als Soldat in Deutschland stationiert war.

Feuerwehrleute stehen bei Löscharbeiten vor dem Zweifamilienhaus im Dortmunder Stadtteil Berghofen, in dem der deutsche Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ums Leben kam.
Feuerwehrleute stehen bei Löscharbeiten vor dem Zweifamilienhaus im Dortmunder Stadtteil Berghofen, in dem der deutsche Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ums Leben kam.
Bild: Markus Wüllner, dpa

Doch hielt der Höhenflug nicht an, schon nach einigen Jahren kam ein Karriere-Knick. "1961 war der Rock'n'Roll dann praktisch tot. Die Leute wollten was Neues", erinnerte sich Herold 2012 zu seinem 70. Geburtstag. Twist war angesagt, dann kamen die Beatles und die Rolling Stones. So wurde es Ende der 60er deutlich ruhiger um den deutschen Rock'n'Roller.

Ted Herold ist tot: Musikszene trauert um Rock'n'Roll-Musiker

Seinen frühen Ruhm betrachte Herold im Rückblick durchaus kritisch. "Auf der Bühne galt ich als eine Art Rebell. Ein falsches Image. Ich besaß nicht mal ein Auto. Für den Führerschein war ich zu jung", erzählte er 2002 dem "Stern". "Alles wurde von Fremden für mich entschieden." Später habe er festgestellt, dass seine Mutter seine Gagen verpulvert und sich auf seine Kosten eine 100 000 Mark teuer Jacht gekauft habe.

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Auch bei seinem Künstlernamen Ted Herold habe er kein Mitspracherecht gehabt. "Meine erste Platte "Ich brauch' keinen Ring" lag unter dem Pseudonym bereits im Laden, als der Produzent mir das zu erzählen wagte. Aus meinem Vornamen Harald hatte er Herold gemacht. So ist es geblieben." Nach dem Ende seiner Zeit als Teenageridol habe er Mitte der 60er Jahre einen richtigen Beruf erlernt und später als Elektrotechniker eine Fernsehreparaturwerkstatt geleitet, bis ihn Udo Lindenberg zurück auf die Bühne holte und sein zweite Karriere begann.

Lindenberg gewann Herold 1977 für seine Platte "Panische Nächte". Und der Rock'n'Roller begleitete Lindenberg dann auch bei dessen Deutschlandtour. Ein neuer Durchbruch für Ted Herold, neue Songs und Verträge folgten. Seine alten Titel kamen allesamt als CD auf den Markt. Der Sänger war wieder obenauf, gab Konzerte, war gefragter Gast bei Gala-Veranstaltungen oder in TV-Sendungen und bei Oldie-Nights.

"Als Kultfigur lebe ich halt von der Nostalgie", urteilte der Musiker kurz nach der Jahrtausendwende über sich selbst. 2016 nahm Ted Herold Abschied von der Bühne.

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