Welt-Tourismustag

17 Fakten zum Tourismus im Allgäu - einige davon werden Sie überraschen

Im Allgäuer Tourismus hat sich vieles verändert. Stets gleich bleibt die Faszination der Gäste an Natur und Bergen.

Im Allgäuer Tourismus hat sich vieles verändert. Stets gleich bleibt die Faszination der Gäste an Natur und Bergen.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Im Allgäuer Tourismus hat sich vieles verändert. Stets gleich bleibt die Faszination der Gäste an Natur und Bergen.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Seit 40 Jahren gibt es den Welt-Tourismustag, der sich am Sonntag jährt. Wir haben 17 Fakten zum Tourismus im Allgäu zusammengetragen, die nicht jeder kennt.
28.09.2020 | Stand: 05:50 Uhr

Postkarten-Idylle und herrliches Panorama auf der einen Seite. Aber auch Staus und Streit um Overtourism. Über den Tourismus im Allgäu wurde in diesem Jahr so viel diskutiert, wie selten zuvor. Zum Welt-Tourismustag präsentieren wir 17 Fakten rund um den Tourismus im Allgäu.

  • Allgäu - was gehört da eigentlich genau dazu? Bei dieser Frage tun sich selbst Einheimische mitunter schwer. Deshalb auf den Punkt: Zum Allgäu zählen vier Landkreise (Lindau, Oberallgäu, Ostallgäu, Unterallgäu) und drei kreisfreie Städte (Kaufbeuren, Kempten, Memmingen) im Südwesten Bayerns bzw. im Süden des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben sowie ein Teil des Landkreises Ravensburg in Baden-Württemberg. Insgesamt leben 793.000 Menschen in der Region.

  • Knapp 5 Millionen Übernachtungsgäste wurden 2019 laut Tourismusverband im Allgäu gezählt. Das sind 3,5 Millionen mehr als noch vor 40 Jahren! In dieser Statistik sind alle Beherbungsbetriebe enthalten. Vom Kleinbettbetrieb bis hin zum Luxushotel. Mit 23,7 Millionen Übernachtungen wurde 2019 ein Rekordwert im Allgäu erzielt.

    Schloss Neuschwanstein ist das Besucherziel Nummer eins im Allgäu.
    Schloss Neuschwanstein ist das Besucherziel Nummer eins im Allgäu.
    Bild: Benedikt Siegert
  • Das berühmteste Bauwerk im Allgäu ist - na klar - Schloss Neuschwanstein. Jährlich zieht der Prachtbau von Märchenkönig Ludwig II. (1845-1886) um die 1,5 Millionen Besucher an.

  • Den Grundstein für den Tourismus im Allgäu legte allerdings der Onkel des "Kini", Prinzregent Luitpold (1821–1912). Der Wittelsbacher pachtete 1851 für 120 Gulden pro Jahr die Oberstdorfer Gemeindejagd - und war dort fortan über 60 Jahre Jagdherr. Im Gefolge des prominenten Gastes zog es viele wohlhabende Sommerfrischler ins Allgäu. Vor allem die damals bettelarmen Bergdörfer Hindelang und Oberstdorf erlebten einen nie für möglich gehaltenen Aufstieg.

    Prinzregent Luitpold (hier auf einem Gemälde von Franz Defregger) zählt zu den wichtigsten Figuren in der Geschichte des Allgäuer Tourismus. Noch heute sind Straßen, Plätze und Hotels in der Region nach ihm benannt.
    Prinzregent Luitpold (hier auf einem Gemälde von Franz Defregger) zählt zu den wichtigsten Figuren in der Geschichte des Allgäuer Tourismus. Noch heute sind Straßen, Plätze und Hotels in der Region nach ihm benannt.
    Bild: Archiv Paula, AZ
  • Apropos Oberstdorf: Die 10.000-Einwohner Marktgemeinde ist damals wie heute Nummer eins unter den Allgäuer Tourismusorten. Sie verzeichnete im Vorjahr knapp 500.000 Übernachtungsgäste.

  • Der heutige Tourismus im Allgäu wäre wohl kaum ohne den Wintersport denkbar. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr der Skilauf im Allgäu einen neuen Aufschwung – und mit ihm der Tourismus. Die ersten Lifte wurden gebaut, meist in finanziellen Kraftakten von Privatpersonen. Ein Beispiel dafür ist die Imbergbahn im Oberstaufener Ortsteil Steibis. Sie wurde 1949 als erste Sesselbahn Deutschlands errichtet. 2004 wurde sie durch eine moderne Gondelbahn ersetzt.

    40 Prozent der Urlaubsgäste im Allgäu kommen im Winter.
    40 Prozent der Urlaubsgäste im Allgäu kommen im Winter.
    Bild: Ralf Lienert
  • Machen nun mehr Menschen im Sommer oder im Winter Urlaub im Allgäu? Die Statistik gibt eine klare Auskunft: 60 Prozent der Urlauber kommen in den Sommermonaten, 40 Prozent im Winter.

  • Das Allgäu zählt in verschiedenen Rankings zu den beliebtesten innerdeutschen Reisezielen. Spitzenreiter war beispielsweise 2017 Berlin vor Nordsee, Ostsee und Schwarzwald.

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  • Eine Übernachtung in einer guten Ferienwohnung für zwei Person kostet im Allgäu in der Regel um die 70 bis 80 Euro. "Als Faustregel gilt: Je näher an den Bergen desto teurer ist die Ferienwohnung", sagt Expertin Simone Zehnpfennig, Sprecherin der Allgäu GmbH. "Südliche Orte im Allgäu wie Füssen, Bad Hindelang, Oberstdorf und vor allem Oberstaufen spielen erste Liga." Wer weiter nördlich im Allgäu bucht, hat eher die Chance auf ein Schnäppchen.
  • Im Tourismus beschäftigt sind laut Berechnungen des Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr über 58.500 Menschen im Allgäu - und zwar in 40 Berufen. Laut Bundesagentur für Arbeit ist der Tourismus die fünftgrößte Beschäftigungs-Branche in der Region. An der Spitze steht das verarbeitende Gewerbe mit 90.000 Arbeitsplätzen.
  • Die meisten Urlauber im Allgäu sind Deutsche. Ihr Anteil liegt in "normalen" Jahren bei rund 87 Prozent. Seit Beginn der Corona-Krise waren es laut Allgäu GmbH zuletzt sogar über 90 Prozent.

    Allgäu statt Trekkingtour in Alaska: Das Allgäu zog zuletzt immer mehr junge Leute an.
    Allgäu statt Trekkingtour in Alaska: Das Allgäu zog zuletzt immer mehr junge Leute an.
    Bild: Mathias Wild
  • Besonders oft kommen die Nordrhein-Westfalen ins Allgäu. Sie stellen etwa ein Fünftel aller Urlauber.
  • Auch wenn es Besucher von Schloss Neuschwanstein wohl kaum glauben werden: Der Anteil von Chinesen an den Urlaubern im Allgäu liegt bei unter einem Prozent.

  • Vom Sommer-Rodeln bis Kässpatzen-Essen, von der Unterkunft über die Bergbahn-Fahrt bis zum Museumseintritt: Der durchschnittliche Urlauber im Allgäu gibt am Tag 121 Euro aus, wie die Allgäu GmbH mitteilt.

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  • Das Allgäu hat viele Rekorde zu bieten. Zum Beispiel den südlichsten Punkt Deutschlands. Er wird vom Grenzstein 147 nahe dem Sattel „Haldenwanger Eck“ (1931 m) in der Nähe des Weilers Einödsbach im Landkreis Oberallgäu markiert und oft von Wanderern (auf-)gesucht.

  • Eine Statistik über das Durchschnittsalter von Touristen im Allgäu gibt es nicht, da es nicht von allen Gemeinden erhoben wird. Aber es gibt Anhaltspunkt: In Oberstdorf etwa ist der ein Gast im Schnitt 46 Jahre alt. Tendenz: sinkend. In der Corona-Krise entdeckten verstärkt junge Urlauber das Allgäu. "Statt einer Trekkingtour durchs Atlasgebirge verlegte man die Tour in die Allgäuer Alpen", bilanziert die Allgäu GmbH. Der größere Andrang in den Bergen führte teils aber auch zu Problemen, wie beispielsweise DAV-Wegewart Luis Heinze aus Oberstdorf beklagt.

    Die beliebten Viehscheid-Feste im Allgäu fielen wegen Corona in diesem Jahr aus. Besonders aber setzte der Tourimus-Region der Lockdown zu.
    Die beliebten Viehscheid-Feste im Allgäu fielen wegen Corona in diesem Jahr aus. Besonders aber setzte der Tourimus-Region der Lockdown zu.
    Bild: Karl-Josef Hildenbrand
  • Der Welt-Tourismustag am Sonntag steht auch im Allgäu im Zeichen der Corona-Krise. "Die Verluste in der Lockdown-Phase waren außerordentlich hoch und konnten bisher nicht kompensiert werden. Laufende Einschränkungen erschweren den Betrieb", sagt Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu GmbH. Laut einer Umfrage in den Allgäuer Tourismusorten verliefen zumindest August und September gut. Auch für den Oktober sei die Nachfrage recht hoch. Unterm Strich hofft man mit einem "dunkelblauen Auge" davon zu kommen, heißt es in einer Mitteilung. "Zum Jahresende könnten sich die Einbußen bei minus 25 bis 30 Prozent einpendeln." Mehr zur Corona-Krise im Allgäu lesen Sie in unserem Newsblog.

  • Angestiegen ist zuletzt die Zahl der Tagesausflügler. Eine der Herausforderung für den Tourismus im Allgäu besteht darin, die Besucher besser zu lenken. Mit dem Mobilitätsprojekt BayernCloud soll diese Entwicklung vorangetrieben werden. Ob dies gelingt, wird vor allem eine Gruppe mit Argusaugen verfolgen: die Einheimischen.